Mobilitäten. Kulturanalytische Perspektiven auf Europa in Bewegung

37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
Freiburg, 27. – 30. September 2009


Call for papers

Der 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde wird auf Einladung des Instituts für Volkskunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg vom 27. bis 30. September 2009 in Freiburg stattfinden. Vorstand und Hauptausschuss haben sich auf folgendes Thema geeinigt:

Mobilitäten. Europa in Bewegung als Herausforderung kulturanalytischer Forschung

Die Mitglieder der DGV und alle weiteren Interessierten sind herzlich eingeladen, den Kongress aktiv mit zu gestalten und Beitragsvorschläge für Vorträge, Panels und Poster einzureichen. Insbesondere die Kommissionen der DGV werden gebeten, Panels vorzuschlagen.

Zum Thema:

Europa ist in Bewegung: Grenzen lösen sich auf, verschieben sich und festigen sich neu. Der Fall des so genannten „Eisernen Vorhangs“ und die Transformationsprozesse in Ost- und Südost-Europas, aber auch die Erweiterung der EU und des Schengenabkommens gehen mit tief greifenden Veränderungen einher, die Gesellschaft(en), Politik(en) und (Alltags)Kultur(en) in Europa bestimmen. Zudem sind europäische Gesellschaften auf vielfältige Weise in Entwicklungsprozesse globalen Ausmaßes eingebunden, die neue transnationale und über Europa hinaus weisende Verbindungen und Räume hervorbringen. Und schließlich sind die Menschen selbst in Bewegung: Flüchtlinge, Transmigrant/innen, Geschäftsreisende und Tourist/innen – um nur einige mobile Lebensformen zu benennen – bringen die europäischen Gesellschaften in Bewegung. So verändern sich nicht nur Raumbezüge und Raumwahrnehmungen, sondern auch Lebensweisen und Wissensordnungen.

Infolge von ökonomischen (und meist neoliberal begründeten) Umbauprozessen kommt es zu massiven sozialen Veränderungen. Nicht zuletzt durch demographische Entwicklungen werden gegenwärtig auch inter- und intragenerationelle Verhältnisse neu konfiguriert. In der Folge entstehen neue Handlungsräume und Lebenswelten von Individuen und Gruppen. Wahrnehmungshorizonte verschieben sich, Selbstverständlichkeiten, Wert- und Denkhorizonte geraten in Bewegung – oder zumindest unter Legitimationsdruck. Dass davon auch die ‚Idee von Europa’ betroffen ist, zeigt sich beispielsweise an der Diskussion um den Beitritt der Türkei, die angesichts der wachsenden Zahl von Muslimen in Europa besondere Brisanz erhält.

Diese unterschiedlichen Mobilitäten stehen im Fokus des bevorstehenden Kongresses, der sich vor allem auch der Herausforderung und Frage stellen will, wie diese mit ethnographischen Zugängen und in historischer Tiefe beschrieben und gedeutet werden können. Denn Europa in Bewegung fordert uns auch als Fach - das ja inzwischen vielerorts als Europäische Ethnologie firmiert - in doppelter Weise heraus: Zum einen müssen Arbeitshorizonte, also Forschungsstrategien und -felder an diese Bewegungen und Verschiebungen in Europa angepasst werden. Zum anderen soll das Wissen des Faches in europäische Öffentlichkeiten eingebracht werden, wobei die aktuelle Konjunktur zentraler Fachbegriffe (Kultur, Ethnizität, Differenz, Raum) durchaus kritisch zu begleiten sein wird.

Die besondere Aktualität des Themas ist durch die Veränderungen der Gegenwart gegeben. Dezidiert aber sollen im Kongress die angesprochenen Mobilitäten auch in einen größeren historischen Kontext gestellt und diskutiert werden.

Folgende Aspekte und Fragestellungen könnten bei der Anmeldung von Beiträgen besondere Berücksichtigung finden:

Wie in der Vergangenheit soll auch der Freiburger Kongress in Form von Plenar- und Sektionsvorträgen sowie durch Panels gestaltet werden. Panels erhalten mit zwei Stunden den Umfang einer Sektion. Die Leiterin/der Leiter eines Panels konzipiert das Thema und schlägt dieses der DGV in Form eines Abstracts vor. Ebenso werden die Referentinnen und Referenten (unter Beifügung jeweils eines Abstracts ihrer Vorträge) benannt. Die konkrete Gestaltung des Panels (Form der Einführung, Zahl der Vorträge, Kommentare) obliegt – unter Einhaltung der zeitlichen Vorgaben – den jeweiligen Organisatorinnen bzw. Organisatoren der Panels. Die Panels können auch über die dgv-Informationen und die im Fach üblichen Mailing-Listen ausgeschrieben werden. Ausdrücklich soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass alle in der dgv vertretenen Gruppen eingeladen sind Panels zu organisieren und dass gerade die Panels zur interdisziplinären Zusammenarbeit zu einem thematischen Schwerpunkt genutzt werden können.

Daneben soll es wie auf den letzten Kongressen auch Sektionen für Magisterkandidatinnen und -kandidaten und studentische Projekte geben, die nicht zwingend mit dem Kongressthema in Verbindung stehen müssen. Gleiches gilt für die Möglichkeit zur Präsentation  laufender Forschungsprojekte (Drittmittelprojekte, Habilitationen) und zur Erörterung von Museumsfragen und Ausstellungsprojekten. Auch hierfür sind Abstracts erbeten, die sich an den unten genannten Vorgaben orientieren.

An die Abstracts werden folgende Anforderungen gestellt:

Einsendungen sind zu richten an die Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
Stichwort: 37. dgv-Kongress
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Burgsteige 11 (Schloss)
72070 Tübingen
Email: geschaeftsstelle@d-g-v.de
Willkommen sind auf dem Freiburger Kongress neben Wortbeiträgen auch Poster-präsentationen, für die zwar kein Auswahlverfahren, aber zur besseren Planung eine Anmeldung vorgesehen ist, die ebenfalls bis zum 6. Oktober 2008 erfolgen sollte. Für die Anmeldung einer Posterpräsentation genügt die Nennung der bzw. des Verantwortlichen und des gewählten Themas.

Um das Auswahlverfahren zu erleichtern und transparent zu gestalten, werden alle Einreichenden dringend ersucht, diesen Vorgaben zu folgen. Vorstand und Hauptausschuss werden auf ihrer gemeinsamen Sitzung im Oktober 2008 das endgültige Programm festlegen und im Frühjahr 2009 veröffentlichen.




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Letzte Änderung: Tuesday, 03-Jun-2008 18:25:43 MEST  

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