"Tourismus im Spannungsfeld von Lebens- und Erlebniswelt" Bericht vom Studierendentreffen der DGV 11. bis 13. Juni 2004 in Regensburg


Das jährliche Studierendentreffen der DGV fand vom 11. bis 13. Juni 2004 in Regensburg statt, an dem 105 Studierende der Volkskunde, Europäischen Ethnologie, Kulturanthropologie, Empirischen und Vergleichenden Kulturwissenschaft teilnahmen. Das Treffen, das seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des akademischen Lebens der Studierenden gehört, wurde dieses Jahr von den Regensburger Studierenden und dem Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft organisiert. Finanzielle Unterstützung gewährte dankenswerterweise die Deutsche Gesellschaft für Volkskunde.

Ein besonderes Augenmerk des Treffens lag auf dem studentischen Gedankenaustausch und der Kommunikation zwischen den Studierenden. So bot sich die Chance, verschiedene Profilierungen und spezifische Forschungsmethoden einzelner Institute kennen zu lernen, aktuelle Fragen hinsichtlich der allgegenwärtigen Umstrukturierungen und Sparmaßnahmen zu diskutieren, aber auch Kontakte institutsübergreifend zu pflegen und neue zu knüpfen.

Das diesjährige Rahmenthema des Treffens lautete "Tourismus im Spannungsfeld von Lebens- und Erlebnisraum". Hierbei ging es um das komplexe Abhängigkeits- und Wirkungsverhältnis von Reisenden und Bereisten. Über den Feldforschungsteil diskutierten die Studierenden in mehreren Arbeitsgruppen Fragen nach dem Wie und Wo touristischer Raumaneignung und daraus entstehender Konflikte, der Lenkung touristischer Wahrnehmung, der Konstruktion und Rezeption von Eigen- und Fremdbildern, der Inszenierung einer "histouristischen" Stadt und deren Rückwirkung auf die kulturelle Identität. Die Bedeutung der Donau als touristischer Verkehrsweg und als symbolische Verbindungsstraße in die Länder Osteuropas wurde genauso angesprochen wie Art und Wertigkeit touristischer "Devotionalien" und der Topos der Authentizität als Symbol und Zielpunkt touristischer Wahrnehmung sowie regionaler Identitätskonstruktion. Der thematische Fächer wurde ergänzt durch ein Filmprojekt, in dem Bewohner und Besucher Regensburgs zur Bewerbung "Kulturhauptstadt Europas 2010" befragt wurden.

Darüber hinaus bot das Treffen Gelegenheit zur Diskussion der Chancen und Bedenken bei der europaweiten Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master, woran sich die Studierenden engagiert beteiligten. Die Ergebnisse aus der Diskussion werden auch auf der Hochschultagung im Herbst in Bamberg zur Sprache kommen. Abgerundet wurde das durchweg sehr positiv bewertete Treffen am letzten Tag durch eine Exkursion zur Walhalla als Symbol nationalstaatlicher Identitätskonstruktion des 19. Jahrhunderts. Wir freuen uns, dass wir so viele interessierte und engagierte Teilnehmer begrüßen durften! Das nächste Studierendentreffen soll 2005 in Münster stattfinden.

 

Helmut Groschwitz M.A.
Lehrstuhl Vergleichende Kulturwissenschaft
Universität Regensburg
16.6.2004

 


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Letzte Änderung: Saturday, 03-Jul-2004 20:44:02 MEST  

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