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CfP Kommissionstagung 2016 "Aushandlungen von Räumen in audio-visuellen Medien/Film und Forschung" (Bonn)

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Aushandlungen von Räumen in audio-visuellen Medien/Film und Forschung

 

24. und 25. November 2016 in Bonn

 

dgv-Kommission für Film und audio-visuelle Anthropologie in Kooperation mit dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte und der
Abteilung Kulturanthropologie_Volkskunde der Universität Bonn

 

CfP zur Tagung

 

In Folge des spatial turn der 1990er Jahre erfuhr Raum als zentrale kulturanthropologische Forschungsperspektive zur Analyse von Transformationsprozessen in den vergangenen Jahren vermehrt Aufmerksamkeit (Bachmann-Medick 2006). Aktuell wird das Raumverständnis in Bezug auf gesellschaftliche Dynamiken wie Globalisierung oder Digitalisierung neu verhandelt. Nachdem Lefebvre bereits in den 1970er Jahren den Raum als Produktivkraft und Herrschaftsinstrument beschrieben hat und diesen in einen physischen, sozialen und mentalen Raum unterscheidet (Lefebvre 2000/1974), etabliert sich in der Folgezeit eine Vorstellung vom Menschen als im Raum handelnder, den Raum konzipierender und gestaltender Akteur. Diese Öffnung hin zu einem Verständnis eines dynamischen, komplexen handlungsrelevanten und relationalen Orientierungsraums löste ein in der volkskundlichen Forschung lange vorherrschendes Raumverständnis ab, welches den Raum statisch als Behälter, Gefäß oder Container betrachtete (Rolshoven 2012).

 

Die Tagung der DGV-Kommission für Film und audio-visuelle Anthropologie möchte WissenschaftlerInnen und Forschende, die sich mit dem Thema Raum in gegenwärtiger wie historischer Perspektive befassen, einladen, um über die bildlichen und/oder klanglichen Konstruktionen und Repräsentationen von Räumen nachzudenken:

Wie artikulieren sich Prozesse von Raumaushandlung in audio-visuellen Narrativen? Welche Perspektiven werden eingenommen und wie fokussiert? Welches Verständnis von Raum als kulturanthropologische Forschungskategorie spiegelt sich darin? Wie werden Räume über performatives Alltagshandeln konstruiert und gestaltet?

 

Neben VolkskundlerInnen / Kultur- und SozialanthropologInnen / Kultur- und MedienwissenschaftlerInnen und VertreterInnen verwandter Fächer, sind Medienschaffende, DokumentarfilmerInnen und anderweitig audio-visuell arbeitende MedienproduzentInnen, die Raum im Spannungsverhältnis audiovisueller Dokumentationen verhandeln, herzlich eingeladen, Paper einzureichen. Die Tagung möchte die inhaltliche Vernetzung zwischen Filmschaffenden, die sich in universitären Kontexten, außeruniversitären Institutionen oder als freischaffende RegisseurInnen und „MacherInnen“ im weiten Feld des „volkskundlichen/ethnografischen“ Dokumentarfilms bewegen, mit FachwissenschaftlerInnen, die sich auf einer eher theoretisch-analytischen Ebene mit Themen und medialen Produkten auseinandersetzen, vorantreiben. Ziel ist es, den Dialog zwischen beiden zu eröffnen und neue Perspektiven der inhaltlichen Auseinandersetzung mit und über Film sowie andere audio-visuelle Medien zu ermöglichen.

 

Die Präsentation und Diskussion aktueller audio-visueller Beiträge (z.B. Filme, aber auch non-lineare webbasierte Repräsentation u.v.a.m.) zum Tagungsthema soll relevanter Bestandteil der Veranstaltung sein. Wir freuen uns, dass wir zu diesem Zweck entsprechende Veranstaltungsorte gewinnen konnten und hoffen auf zahlreiche Einsendungen.

 

 

Erbeten werden Beiträge zu folgenden Raumperspektiven:

 

Konstruktion von physischem Raum

Aushandlung von lokalen und regionalen Verortungen und ihre identitätsstiftende Funktion, filmische Quellen aus/Filme über Dörfer(n), Städte(n) und Regionen

 

Familiärer Raum

Die Familie zwischen geschütztem Intimitäts- und halböffentlichem Repräsentationsraum

 

Öffentlicher Raum

Performative Aneignungsstrategien von Räumen (z.B. Urban Gardening)

 

Religiöser Raum

Raumchoreographien spiritueller Räume

 

Klangräume

Wie Töne Räume konstruieren

 

Soziale Räume

Institutionen, Gruppen und Vereine

 

Erinnerungsräume
Narrative Raumkonstruktionen, Gedenkstätten

 

Nicht-Räume

Transitzonen, Grenzgebiete und Übergangsräume

 

 

Wir freuen uns auf Filme, anderweitige audio-visuelle Medien, Beiträge zu aktuellen Forschungen als auch Arbeitsberichte aus laufenden Projekten. Studentische Beiträge sind explizit gewünscht. Die Vorträge sollten nicht länger als 30 Minuten sein und die Screenings 60 Minuten nicht überschreiten. Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

 

Wir bitten alle Interessierten, ihre Exposés (max. 3000 Zeichen) mit Themenvorschlag, Titel und kurzem CV bis zum 14. März 2016 per E-Mail an Andrea Graf (agraf [at] uni-bonn [dot] de) zu senden.

 

Filmbeiträge auf DVD bitte per Post bis zum 14. März 2016 an:

Andrea Graf, Abteilung Kulturanthropologie / Volkskunde, Am Hofgarten 22, 53113 Bonn.