Programm:
Das "Netzwerk Gesundheit und Kultur in der volkskundlichen Forschung" wird sein zehntes Arbeitstreffen von Mittwoch, den 28. März (Nachmittag), bis Freitag, 30. März 2007 (Mittag), wie gewohnt in der Akademie Frankenwarte in Würzburg abhalten. Die Diskussionen der vergangenen Tagung haben uns dazu veranlasst, für das kommende Arbeitstreffen neben den üblichen freien Vorträgen aus dem gesamten Bereich volkskundlicher oder der Volkskunde nahe stehender Forschung im Zusammenhang mit Krankheit, Gesundheit und Körper einen thematischen Schwerpunkt anzubieten. Es soll darin um Fragen der Konstruktion, Etablierung und Vermittlung von Normen und Werten gehen, die in medikalkulturellen Handlungsfeldern deutlich werden und diese determinieren. Diese Aspekte gewinnen im aktuellen Diskurs um medizinische Systeme („Gesundheitsreform“, „Alternative Heilmethoden“, „Selbstverantwortung des Patienten“, „Sterbehilfe“, „Palliativmedizin“, um nur einige Schlagworte zu nennen) für alle Disziplinen, die zu medikalkulturellen Fragen beitragen, zunehmende Bedeutung. Es scheint an der Zeit, dass sich die Forschenden auch in diesem Bereich klar über ihre Stellung zum verbreiteten „Ethik-Boom“ werden.
Vorläufige Liste der angemeldeten Vorträge:
- Meike Wolf (Mainz): Gene, Gen-Ethik, Kulturen der Genetik – Chancen und Grenzen einer interdisziplinären Zusammenarbeit
- Sabine Woehlke (Göttingen): Entscheidungsfindungsprozesse im Rahmen der Lebendnierenspende - medizinanthropologische Aspekte
- Susanne Kreutzer (Hannover/Berlin): Erosion und Transformation christlicher Krankenpflege nach 1945 (AT)
- Bernd Rieken (Wien): „Aufklärung“ und Selbstverantwortung als Werte in der psychoanalytischen Psychotherapie
- Gerhard Mayer (Freiburg/Br.): Heilen mit „Geistern“. Fragen der Verantwortlichkeit in neo-schamanischen Behandlungen
- Gabriele Brandhuber (Wien):
„Da weiß ich, was drinnen ist“: Normen und Wertvorstellungen von „Laien“ vs. ApothekerInnen über Heilpflanzenprodukte- Johannes J. Arens (Bonn): Chancen und Möglichkeiten queerer Körperkonzepte in der Volkskunde
- Angela Simone Huber (Graz): „Ganz normal eben.“ Soziokulturelle Aspekte des Alltags von SubstitutionspatientInnen
- Christiane Sachse (Jena): Herrschaftsstrukturen in suchttherapeutischen Einrichtungen
- Bernhard Küchenhoff (Zürich): Psychiatrische Behandlung von Migrantinnen und Migranten an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
- Lutz Freudenberg (Essen): Die qualitative Untersuchung der Patientenzufriedenheit im Krankenhaus. Ergebnisse einer Pilotstudie mit der „Critical Incidence Technique“
- Nicholas Eschenbruch (Freiburg/Br.): Der Maler, der Professor und das Gesicht der Krankheit. Auf den Spuren der Krankenporträts Carl Sandhaas', der Physiognomik Karl Heinrich Baumgärtners und der Freiburger Medizin, ca. 1820-1860
- Marion Stadlober-Degwerth (Regensburg): Pflegestandards in bürgerlichen „Familiennetzwerken“ des 19. Jahrhunderts.
- Martin Wedeking (Gütersloh): Mobilität und Behinderung (AT)
- Jeannette Madarasz (Berlin), Martin Lengwiler (Berlin/Zürich): Präventives Selbst - interdisziplinäre Untersuchung einer emergenten Lebensform.
- Barbara Hoffmann (Völs, Oesterreich) Ein langer und steiniger Weg: Die Entwicklung der Selbsthilfe im Blindenwesen
Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung (zwei volle Tage) werden sich pro Person auf 138 Euro im Doppel- und 162 Euro im Einzelzimmer belaufen. Da die Plätze für eine Teilnahme beschränkt sind, empfehlen wir Interessierten, ihre Teilnahme alsbald anzumelden.
Dagmar Hänel (Bonn), Michael Simon (Mainz), Eberhard Wolff (Zürich)
Kontakt: Eberhard Wolff (eberhard.wolff@mhiz.unizh.ch), Telefon: +41 44 634 2079. Dort werden gerne auch weitere Informationen gegeben.
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Letzte Änderung: Thursday, 30-Nov-2006 13:51:31 MET |
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