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CfP: Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Medialität von Gesundheit und Krankheit

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Call for Paper

Netzwerk Gesundheit und Kultur in der volkskundlichen Forschung
25.-26.09.2014, Göttingen

Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Medialität von Gesundheit und Krankheit

 

Die Möglichkeiten, Anwendungsfelder und Einflüsse der neuen Medien im Bereich Gesundheit und Krankheit sind vielfältig und prägen den Alltag subjektiver wie kollektiver Lebenswelten. Grundannahmen von Gesundheit und Krankheit repräsentieren sich hierbei auf höchst unterschiedliche Art(en) in Laien- und Expertendiskursen, die eine Pluralität von Wissensbeständen und -diskursen transportiert, in denen sich aber auch die Ebenen biomedizinischen Expertenwissen mit erfahrungsbezogenem Laienwissen nahezu untrennbar vermischen. Zum anderen ist Medialität von Gesundheit und Krankheit selbst ein Bestandteil des Diskurses.

Medialität umschließt dabei vielfältige Repräsentationsformen, die von Filmen, Literatur, Internet, Printmedien bis hin zu Internetforen reichen. So bildet beispielsweise das Internet ein unüberschaubares Feld an Möglichkeiten, biomedizinische Wissensbestände zu vermarkten, etwa wenn private Unternehmen genetische Test über Internetplattformen wie 23andMe anbieten; oder auch eine Kommunikationsplattform, in dem sich Betroffene und Angehörige zu persönlichen Krankheitserfahrungen und/oder Gesundheitspraktiken austauschen können. In diesen Medialitäten wird der „gesunde“ oder „kranke“ Körper Teil vielfältigster Handlungskomplexe, Wissenspraktiken oder sozialen Konfigurationen sowohl von medizinischen Laien und Betroffenen als auch von biomedizinischen Experten. Spielfilme können überdies als eine Form kultureller Technikfolgenforschung, wie Prozesse der Medikalisierung, Biosozialität oder ausformulierte Zukunftsszenarien wie z.B. permanent verändernde Formen des Risikomanagements betrachtet werden.

Medialität von Gesundheit und Krankheit transportieren kulturelle Deutungen des Körpers, Medikalisierungsprozesse, Biosozialitäten, aber auch Risikokonstruktionen und Körperpolitiken. Die damit verbunden sozialen Auswirkungen weisen ein wichtiges, gesellschaftsrelevantes Forschungsfeld aus. Deshalb widmet sich das dgv-Netzwerktreffen 2014 diesem volkskundlichen bzw. kultur- und medizinanthropologischen Feld der „Medialität von Gesundheit und Krankheit“ und möchte folgende Fragen ins Zentrum der Betrachtung stellen: Welche kulturellen Deutungsmuster werden in den ausgesuchten Medien zu Krankheit und Gesundheit vermittelt? In welchem Zusammenhang stehen diese zu intersektionalen Identitätskategorien (Gender, Religion, Klasse etc.)? Welche Körper- und Leibverständnisse werden in den Medialitäten artikuliert? Welche Szenarien von (Un)freiwilligkeit werden über die Medien entworfen? Wie können diese Szenarien zur kulturkritischen Betrachtung realer Entscheidungen im privaten, medizinischen oder Forschungsbereich beitragen? Welche Körpertechnologien und -politiken werden medial vermittelt und welche subjektiven Wissenspraktiken lassen sich empirisch im breiten Feld der Mediennutzung und -rezeption aufzeigen?

Angesprochen sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Volkskunde/Europäische Ethnologie/Kulturanthropologie, Soziologie, Geschichte, Ethnologie, Geschlechterforschung, Medizin, Psychologie und anderen Disziplinen, die sich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit diesen Fragen auseinandersetzen.

Darüber hinaus fördert das Netzwerk insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler und regt zum interdisziplinären Austausch an. Wie auch bei den vergangenen Tagungen sind Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Qualifizierungsphasen (BA/MA/Magister/Diplom/Dissertation/Habilitation) explizit angesprochen, ihre Fragestellungen/Methoden/Ergebnisse im Rahmen der Netzwerktagung zum Thema „Medialität von Gesundheit und Krankheit“ vorzustellen und zu diskutieren.

Wir hoffen, mit dem gewählten Themenschwerpunkt viele Kolleginnen und Kollegen anzusprechen und bitten um entsprechende Themenvorschläge für Vorträge von 30 Minuten Länge aus dem gesamten Bereich kulturwissenschaftlicher Forschung. Interessierte werden gebeten, ihren Vortragsvorschlag kurz zu skizzieren (500 Wörter) und bis zum 15. März 2014 einzureichen bei Sabine Woehlke (sabine [dot] woehlke [at] medizin [dot] uni-goettingen [dot] de) oder Anna Palm (info [at] netzwerk-gesundheit-kultur [dot] de). Auch Anmeldungen zur Teilnahme ohne Vortrag werden gerne entgegengenommen.

Das Treffen soll auf die bekanntermaßen entspannte und offene wie gleichzeitig auch arbeitsintensive Art durchgeführt werden und in Göttingen in der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin der Universität stattfinden. Es wird eine Teilnahmegebühr von 30 Euro erhoben; die Kosten für Reise und Unterkunft müssen von den Teilnehmern selbst getragen werden. Für alle Teilnehmenden werden zeitnah Programminformationen sowie Anreise- und Unterkunftsinformationen zeitnah versandt.

Wir freuen uns auf ein interessantes Netzwerktreffen 2014!

Sabine Wöhlke und Anna Palm

Als Sprecherinnen des dgv-Netzwerks Gesundheit und Kultur in der volkskundlichen Forschung

 

Anna Palm M.A.

dgv Netzwerk Gesundheit und Kultur in der volkskundlichen Forschung

info [at] netzwerk-gesundheit-kultur [dot] de

www.netzwerk-gesundheit-kultur.de