Tagung: Das Objekt Fotografie
Fotos - "schön und nützlich zugleich …". Das Objekt Fotografie.
2. Tagung der Kommission Fotografie der dgv
CfP
Nach einer ersten Zusammenkunft der Kommission - gemeinsam mit Mitgliedern der DGPh-Sektion Geschichte und Archive - im Herbst 2002, auf der die Themenvielfalt eindrücklich belegt werden konnte, soll das nächste Arbeitstreffen das Foto als Objekt in den Mittelpunkt rücken: Fotos - "schön und nützlich zugleich …" - das Objekt Fotografie
Fotografien dienen in ihrer ikonografischen Aussage als Quelle, Beleg, Dokument. Verschiedene Wissenschaftsdisziplinen nutzen Fotografien (und Filme) als visuelle Forschungsmethoden. Zugleich ist ein Foto aber auch immer ein Gegenstand, meist ein bewahrenswertes Objekt, oft eine Musealie und gelegentlich ein Ausstellungsexponat.
Mithin ergeben sich über die analytisch wissenschaftliche Betrachtung hinaus konservatorische, museologische und restauratorische Fragestellungen.
Mit der Verbindung theoretisch-fotoanalytischer und konkret-objektbezogener Themen ergeben sich wiederum neue Aspekte einer Zusammenarbeit sowohl mit anderen DGV-Kommissionen als auch anderen Wissenschaftsdisziplinen.
Angestrebt wird eine Diskussion über Gebrauchsweisen der Fotografie, über theoretische Auseinandersetzungen mit diesem Thema, ebenso wie über das Foto als Musealie mit allen theoretischen und praxisorientierten Fragestellungen.
Zeitgenössische künstlerische Fotografie kann hier ebenso eine Rolle spielen wie die objektivierten Ergebnisse visueller Forschungsmethoden oder die für das Lebensumfeld gebrauchten Fotoobjekte.
Das Thema birgt historisierende Reflexionen, ohne jedoch auf solche beschränkt zu sein.
Prädestiniert für ein solches Thema - und zugleich die Interdisziplinarität wie auch die internationale Zusammenarbeit befördernd - lädt das Wien Museum Karlsplatz zu dieser vom 15. bis 17. Oktober 2004 stattfindenden Tagung ein.
Wir fordern als DGV-Kommission ausdrücklich auch Wissenschaftler anderer Disziplinen sowie Hochschulen, die Museologen ausbilden, auf, sich mit ihren Forschungsschwerpunkten zur Fotografie auf dem Arbeitstreffen zu Wort zu melden.
Ihre Vortragsangebote, incl. Exposé und Kurzbiografie, senden Sie bitte bis zum 30.04.2004 an:
Dr. Irene Ziehe, Museum Europäischer Kulturen - SMB, Im Winkel 6/8, 14195 Berlin, oder per E-Mail: i [dot] ziehe [at] smb [dot] spk-berlin [dot] de
Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an dieselbe Adresse oder rufen an unter 0049 (0)30 83901 280.
Programm
Freitag, 15.10.04
10.00 Begrüßung und Eröffnung durch Wolfgang Kos, Direktor des Museums, Konrad Köstlin, Institutsleiter, und Irene Ziehe, Kommission Fotografie
10.30 Susanne Holschbach, Leipzig: Instabile Bilder - Fragen zum Objektstatus der Fotografie
11.00 Susanne Regener, Berlin: Fotografie als intermediales Objekt
11.30 Kaffeepause
12.00 Konrad Köstlin, Wien: Der Liebe Blick - Kinderfotografie
12.30 Volker Janke, Schwerin: Das vorgeführte Lichtbild
13.00 Mittagspause
15.00 Katja Hofmann, Dresden: Fotoalben als Präsentationsform von Fotografie
15.30 Sibylle Einholz, Berlin: Berliner Fotografenateliers des 19. Jahrhunderts - eine fotografische Spurensuche
16.00 Kaffeepause
16.30 Ellen Maas, Frankfurt/M.: Ein Photoarchiv im Dienste von Forschung und Lehre
17.00 Sigrid Schulze, Berlin: Original und Reproduktion. Zur Rekonstruktion der Sammlung Dost
17.30 Diskussion
18.00 Schluss
Abends Heurigenbesuch
Sonnabend, 16.10.
10.00 Susanne Winkler, Wien: ... es wird immer die Aufgabe des Fotografen bleiben, das Charakteristische wiederzugeben.“ – Zur Stadtfotografie im Stadtmuseum
10.30 Ulla Fischer-Westhauser, Wien: Galerie Westlicht - eine Initiative für Fotografie
11.00 Kaffeepause
11.30 Margit Krpata, Wien: Der Fotobestand Brenner-Felsach
12.00 Maren Gröning, Wien: Michael Haberlandt als Programmatiker der volkskundlichen Fotodokumentation
12.30 Irene Ziehe, Berlin: Bildtafeln - ein wissenschaftliches Dokumentationsmedium
13.00 Mittagspause
14.30 Ulrike Griebner, Berlin: "nützlich und schön zugleich…" - vom Wandel eines Sammelobjektes im Stadtmuseum Berlin
15.00 Miriam Arani, Berlin: Fotografien als Objekte - die objektimmanenten Spuren ihrer Produktions- und Gebrauchszusammenhänge
15.30 Kaffeepause
16.00 Petra Helck/Ellen Riewe, Berlin: Ein Leben in Fotografien. Catulla Mylius Vigoni
16.30 Saskia Klaassen Nägeli, Zürich: Private Fotos - Exponate im Museum der Lebensgeschichten
17.00 Nora Mathys, Basel: "Herumverschenken, austauschen, sammeln - was man mit Fotos halt so macht". Automatenfotos im Dienste der Freundschaft
17.30 Diskussion
18.00 Ende
Sonntag, 17.10.
10.00 Andreas Martin, Dresden: Dresden - Stadt am Fluss. Zur fotografischen Rekonstruktion von Topoi einer urbanen Flusslandschaft
10.30 Nadia Gentile, Graz: Und am Anfang war das Foto. Fotografische Feldforschung als Quelle sozialwissenschaftler Erkenntnis
11.00 Daniela Kloock, Berlin: "…you and me?" - ein Vortrag mit Dias über den gänzlich unmusealen Umgang mit Fotografie
11.30 Abschlussdiskussion und Ausblick