Navigation überspringen.
Startseite

Der engagierte Blick

Druckfreundliche Ansicht

Der engagierte Blick. Fotoamateure und Autorenfotografen dokumentieren den Alltag

3. Tagung der Kommission Fotografie in der DGV
13. und 14. Oktober 2006 in Berlin

Call for Papers

Schwere Arbeit und karges Leben; soziale Ungerechtigkeit und politische Missstände aufzuzeigen, war das erklärte Ziel fotografierender Arbeiter in den 1920er und Anfang der 1930er Jahre. Bis in die Gegenwart reicht das Konzept, wenn auch nicht ohne gravierende Einschnitte, einer engagierten fotografischen Praxis durch die Arbeiterfotografie. Die neue Qualität der Arbeiterfotografen in der Weimarer Republik - einerseits Hobbyfotografen mit dem Wunsch, ihre Freizeit nach eigenem Ansinnen zu gestalten, andererseits Amateure mit einem politischen Auftrag - im Spannungsfeld der bürgerlichen Fotobildwelt herauszuarbeiten, stellt einen Schwerpunkt dar. Die Arbeiterfotografie ist jedoch nur eine Form der sozialdokumentarischen Fotografie. Andere Ansätze sind z.B. durch die Street Photography, durch Reportagen von Autorenfotografen etc. gegeben.

Dem Fotografieren mit politisch-agitatorischem oder gesellschaftskritischem Auftrag steht das Fotografieren als Ausdrucksmöglichkeit eines Individuums gegenüber oder zur Seite.

Ab 1933 trat an die Stelle der verbotenen Arbeiterfotografie eine systemkonforme Amateurfotografenbewegung, wobei sich auch hier kreative Freiräume finden ließen.
Nach 1945 trennte sich in Deutschland zumindest der Weg der engagierten Fotografen.
Worin unterscheiden sich etwa die Arbeiten der Amateure in den Betriebsfotogruppen der alten Bundesrepublik und der DDR? Worin bestand ihre Aufgabe und wie wurde sie realisiert? Welche Förderungen und Forderungen wurden aufgestellt? Wie gestaltet sich das Verhältnis von persönlichem kreativen Gestaltungswillen und etwaigem gesellschaftlichen Auftrag? Spiegelt sich der Alltag in den Fotografien wider?
Das Sujet einerseits, der Alltag, und das Subjekt andererseits, der fotografierende Amateur wie der professionelle Fotograf, sollen den thematischen Schwerpunkt dieses Kolloquiums bilden.

Ob engagierte Amateurfotografie oder künstlerische Autorenfotografie, ob Sozialdokumentation oder bloße Alltagsschilderung; es gilt, die Vielfalt der
Bildpraxis und deren Reflexionen methodisch-theoretisch zu hinterfragen, ebenso wie an konkreten Beispielen zu beschreiben und zu analysieren.
Das Kolloquium versteht sich immer auch als Ort, um Desiderate zu benennen und aufzugreifen, um Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren und um Anregungen zu geben und zu erhalten.

In diesem Sinne sind Sie herzlich eingeladen, Ihre Erkenntnisse in einem max. 25minütigen Referat vorzutragen. Schicken Sie Ihre Exposés bis zum 15. April 2006 an Dr. Irene Ziehe, Museum Europäischer Kulturen, Im Winkel 6/8, Berlin – Dahlem, Tel: 030 / 83901-280; Fax: 83901-283, E-Mail: i [dot] ziehe [at] smb [dot] spk-berlin [dot] de.

 

 

 

Termindatum: 
13. Oktober 2006 - 14. Oktober 2006
Tagungsort: 
Berlin