Navigation überspringen.
Startseite

Fotografie und Film im Archiv: Sammeln, Bewahren und Erforschen - Kommissionstagung

Druckfreundliche Ansicht

22.-24. November 2012

Berlin (Museum für Fotografie)

in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin

 

In der digitalen Welt kommt den öffentlichen und privaten Archiven eine entscheidende Rolle für das Sammeln, Bewahren und Erforschen analoger und digitaler visueller Quellen zu. Fotografien und Filme befinden sich in fast jedem Orts-, Kreis- und Staatsarchiv. Museen, Galerien, Hochschulen und Behörden haben stehende und bewegte Bilder in ihren Beständen. Außerdem spielen sie als Teil der zumeist privaten oder öffentlich-rechtlichen Archive von Zeitungen, Zeitschriften und TV-Stationen eine ausgeprägte Rolle in unserem Medienalltag.

Konservatorische und quellenkritische Probleme stellen private wie öffentliche Institutionen vor enorme Herausforderungen. So ist nach wie vor nicht befriedigend geklärt, wie mit alten Negativen und Filmen auf Nitrocellulosebasis in Gegenwart und Zukunft zu verfahren ist. Hat die Konservierung von Originalen und Vintage-Prints Vorrang vor der digitalen Aufbereitung? Wie soll man mit visuellem Material verfahren, zu dem wenig oder gar keine Informationen vorhanden sind? Welche Fotografien und Filme sind überhaupt sammelnswert und welche Kriterien lassen sich dafür festschreiben? Und wie lassen sich visuelle Quellen erschließen?

Die fundierte Fotografieforschung etablierte sich in der europäischen Landschaft der Wissenschaften erst seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Ein vorrangiges archivtechnisches Ziel sollte darin liegen, Möglichkeiten für jene zu gewährleisten, die sich wissenschaftlich mit den Beständen beschäftigen wollen. Archive stehen hierzu in der Pflicht, das visuelle patrimoniale Erbe regional wie national zu verwalten und für spätere Generationen zugänglich zu halten. Wie könnte das Bildarchiv der Zukunft aussehen und mit welchen rechtlichen Problemen ist zu rechnen? Sind Originale überhaupt noch konsultierbar? Wie ist mit umfangreichen Konvoluten umzugehen, die kaum überschaubar sind?

 

Donnerstag, 22.11.12

13.00 Anmeldung

14.00 Begrüßung: Moritz Wullen/Ludger Derenthal/Irene Ziehe, Berlin und Ulrich Hägele, Tübingen

14.30 Costanza Caraffa, Florenz: Fotografien als Forschungsobjekte – Der Nachlass Gustav Ludwigs in der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz 

15.00 Sven Stollfuß, Marburg: Online-Archive und (medien-)wissenschaftliches Arbeiten: Anmerkungen zur Medialität und Materialität von sog. „digitalen Filmen“

15.30 Stephan Sagurna, Münster: Die fotografische Sammlung Weber (1946-1955) als Beitrag eines Fotoamateurs zum regionalen fotografischen Gedächtnis im LWL-Medienzentrum für Westfalen

16.00 Pause

16.30 Michel Pfeiffer, Chur: Theoretische Grundlagen zur Bewertung visueller Kulturgüter

17.00 Birgit Jooss, Nürnberg: Vom Umgang mit Portraitfotografien in den Nachlässen des Deutschen  Kunstarchivs: Das Projekt „DigiPortA“

17.30 Michael Kraus/Manuela Fischer, Berlin: Expedition “Archiv”: Aktuelle Arbeiten zur historischen Fotografie aus Lateinamerika am Ethnologischen Museum Berlin

18.00 Pause

18.30 Führung von Ludger Derenthal durch die Ausstellung: Bogomir Ecker. Idyllen und Desaster

19.30 Empfang im Museum für Fotografie

 

Freitag, 23.11.12

9.15 Begrüßung

9.30 Barbara Knorpp, London: Invisible films, memories and dreams: ethnography of a national film archive

10.00 Torsten Näser, Göttingen: Das Filmarchiv (des IWF) – eine macht-analytische Nachlese

10.30 Philipp Blum, Stuttgart: Der Film erinnert sich selbst. Zur filmischen Archivpragmatik im Film zwischen Referenz und Reflexivität

11.00 Pause

11.30 Martin Stricker, Berlin: Unwillkürliche Verfremdung: Der Fotograf Heinz Julius Niehoff und das Fotoarchiv der Landesanstalt für Volkheitskunde Halle

12.00 Christoph Naumann, Bamberg: Digitalisierung als Katalysator für die kulturwissenschaftliche Bildanalyse? Werkstattbericht von der Forschung an der sozialdokumentarischen Fotografie Walter Ballhauses

12.30 Tanja Zobeley, Hildesheim: Schürfen in der (Bilder-) Flut. Eine Forschungsperspektive auf das Marburger Circus-, Varieté- und Artistenarchiv

13.00 Pause

15.00 Stefan Kirchberger, Stuttgart: Rupert Leser – Vom Archiv im Kopf zur Ausstellung im Museum

15.30 Ulfert Tschirner, Lüneburg: Vom Fundstück zum Befund

16.00 Sabrina Buchhorn/Jacqueline Neuner, Berlin: Sammlung Historische Lehrmitteldiapositive – Ein fotografischer Archivbestand der HTW Berlin

16.30 Pause

17.00 Elke Bauer, Marburg: Bildarchive im digitalen Wandel: Chancen und Probleme

17.30 Imke Henningsen, Berlin: 1:2.000.000 – Evaluierung und Entwicklung eines Konzepts für die adäquate Unterbringung der fotografischen Bestände der SMB

 

Sonnabend, 24.11.12

10.15 Begrüßung

10.30 Lukas Glajc, Braunschweig; Das digitale Bildarchiv – zwischen Präsenz und Dekonstruktion

11.00 Stefanie Grebe, Essen: Neue Praktiken des Sammelns. Vom zukünftigen Umgang mit digitalem fotografischen Archivgut

11.30 Pause

12.00 Kerstin te Heesen, Luxemburg: Alte Kunst in neuem Gewand – Digitalisierung, Archivierung und Systematisierung von Gemälden

12.30 Mirco Melone, Basel: Archivische Bildlichkeit

13.00 Pause

14.00 Katharina Steiner, Zürich: Die Fotoalben Wilhelm Giesbrechts – Ein vergessenes Bildarchiv zur neapolitanischen Stadtgeschichte 1889-1894

14.30 Valeska Bührer, Köln: An den Grenzen der Archive – Der Künstler als Archivar

15.00 Pause und Abschluss

16.30 Ende

 

Organisatorische Hinweise

Die Tagungsgebühr beträgt 25 €, ermäßigt für Studierende und andere Berechtigte 15 €.

Den Betrag überweisen Sie bitte auf folgendes Konto:
 

Empfänger: FotoNetzWerk Berlin e.V.

Konto-Nr.: 4006955500

BLZ: 43060967 (GLS Bank)

Barzahlungen sind nur in Ausnahmefällen möglich.

 

Anmeldung bis zum 9. November 2012 an: i [dot] ziehe [at] smb [dot] spk-berlin [dot] de

 

Die Tagung findet im Rahmen des 5. Europäischen Monats der Fotografie statt.

Alle Ausstellungen und Veranstaltungen finden Sie unter www.mdf-berlin.de. Den Teilnehmern steht damit eine außerordentliche Fülle von Ausstellungen als „Rahmenprogramm“ zur Verfügung.

Auch der Tagungsort selbst ist Schauplatz mehrerer Foto-Ausstellungen.

Deshalb der wichtige Hinweis:

Mit dieser Einladung erreichen Sie den Tagungsraum im Museum für Fotografie kostenlos. Bitte zeigen Sie die Einladung an der Kasse vor!

 

Museum für Fotografie
Jebensstrasse 2
10623 Berlin

Öffnungszeiten
Di–So 10-18 h / Do 10-20 h

Verkehrsverbindungen
DB, S, U, Bus: Bahnhof Zoologischer Garten

www.kommission-foto-film.de
www.smb.museum/mek
www.smb.museum/mf

Organisation:

Dr. Irene Ziehe
Museum Europäischer Kulturen
Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Im Winkel 6/8
14195 Berlin
0049-(0)30-266-42-6814
i [dot] ziehe [at] smb [dot] spk-berlin [dot] de

Dr. Ulrich Hägele
Institut für Medienwissenschaft
Universität Tübingen
Wilhelmstraße 50
72074 Tübingen
0049-(0)7071-29-78-443
ulrich [dot] haegele [at] uni-tuebingen [dot] de