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CfP für die Kommissionstagung 2014: "Erzählen über Katastrophen"

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Call for Paper

 

Erzählen über Katastrophen

8. Tagung der Kommission für Erzählforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv)

 

Datum: 3. bis 6. September 2014

Ort: Alpenhotel Gösing, A-3221 Gösing an der Mariazellerbahn

 

Eine Katastrophe ist ein in der Regel geographisch begrenztes Großschadensereignis, das die Infrastruktur beeinträchtigt, mit den örtlichen Hilfsorganisationen nicht zu bewältigen ist und bei dem Menschen physisch und psychisch zu Schaden kommen oder getötet werden können. Unterschieden werden technische von Naturkatastrophen. Nicht zur Diskussion stehen für den Call for Paper Krisen, Kriege und persönliche „Katastrophen“, weil sie durch die Definition nicht abgedeckt sind und das Tagungsthema anderenfalls ausufern würde.

 

Die Katastrophenforschung boomt seit einigen Jahrzehnten und ist interdisziplinär angelegt: Während sich die technischen und Naturwissenschaften mit Katastrophenvorsorge und Folgenbegrenzungen nach Schadensereignissen befassen, beschäftigen sich die Sozialwissenschaften, psychologischen Wissenschaften und Kulturwissenschaften in der Regel mit den längerfristigen Umständen, die zu Katastrophen führen bzw. durch sie ausgelöst werden. In der Europäischen Ethnologie bzw. der volkskundlichen Erzählforschung sind es dabei vor allem die kulturellen Faktoren, welche in dem Zusammenhang Interesse beanspruchen.

 

Da es sich bei Katastrophen oftmals um wesentliche Lebensereignisse, wenn nicht gar -einschnitte, für die Betroffenen handelt, stellt sich die Frage, wie Katastrophen erlebt, erklärt und verarbeitet werden. Dabei kann das Erzählen über die Katastrophe ein zentrales oder vielleicht auch das zentrale Element darstellen, weswegen die Erzählforschung ein hinlängliches Potential besitzt, sich mit Katastrophen auseinanderzusetzen. 

 

Folgende Themenbereiche bieten sich an:

 

1.      Katastrophen in der traditionellen Volksprosa, insbesondere der Volkssage,

2.      Katastrophen in anderen populären Medien (Spielfilm, Dokumentarfilm, Zeitungen, Comics etc.),

3.      Katastrophen im autobiographischen Erzählen bzw. in der empirisch-qualitativen Forschung oder Feldforschung,

4.      Katastrophen in historischen Quellen (Chroniken, Annalen etc.),

5.      Katastrophen in der erzählenden Dichtung.

 

Zentrale Fragen können unter anderem folgende sein: Wie wird erzählt? Was wird erzählt? Was wird nicht erzählt und warum nicht? Wie wird die Katastrophe erklärt? Wie wird sie verarbeitet? Wird ihr ein Sinn unterlegt? – Diese Fragen sind zu fokussieren darauf – das gilt insbesondere mit Blick auf die Themenbereiche 4 und 5 –, inwiefern die behandelten Quellen Auskunft geben über mentale Befindlichkeiten breiter Schichten der Bevölkerung. 

 

Die Erzählungen erfolgen in der Regel retrospektiv, es können aber auch prospektive Erzählungen thematisiert werden, das heißt solche, in denen es um die Prognose von Katastrophen geht (Zukunftsängste, Prodigien, „Zweites Gesicht“ etc.).

 

Abstract: maximal eine DIN A4-Seite (circa 2500 Zeichen inklusive Leerzeichen); neue, bisher unveröffentlichte Forschungsbeiträge; Einsendeschluss 15.3.2014

 

Vorrangige Teilnehmer sind die Mitglieder der Kommission für Erzählforschung, es sind aber auch Nicht-Mitglieder willkommen. Anmeldungen sowie Abstracts sind, vorzugsweise elektronisch, an den Kommissionsvorsitzenden zu senden:

 

Univ.-Prof. DDr. Bernd Rieken
Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien
Schnirchgasse 9a
A-1030 Wien
Mail: bernd [dot] rieken [at] univie [dot] ac [dot] at