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15. Arbeitstagung der Kommission Arbeitskulturen 7.- 9.4.2011

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Programm


für die 15. Arbeitstagung der Kommission „Arbeitskulturen“ in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, 7.-9. April 2011, Zeppelin University, Friedrichshafen:

 

"Kulturen und Regimes von Wissensarbeit und Arbeitswissen"

 

Konzept und Organisation: Prof. Dr. Gertraud Koch, Friedrichshafen & Prof. Dr. Bernd Jürgen Warneken, Tübingen

Zeppelin University, Friedrichshafen, 7.- 9.4.2011

In Zusammenarbeit mit der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde: Prof. Dr. Irene Götz, LMU München; Dr. Klaus Schönberger, Zürcher Hochschule der Künste; Prof. Dr. Manfred Seifert, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

 

In Gesellschaften, die sich selbst in der Transition zu Wissensgesellschaften begreifen, gilt Wissen als wesentliche Ressource, die Wohlstand, Entwicklung und nachhaltig produktive Arbeit sichern hilft. Wissen ist dabei allerdings, wie der britische Arbeitsforscher Collin Williams anmerkt, weniger als ein “Rohstoff” und damit als gänzlich neuer Produktivfaktor zu verstehen. Vielmehr handelt es sich bei der Betonung des Wissens um eine veränderte Perspektive auf den Faktor Arbeit und auch deren Kommodifizierung. Die mit dieser Fokussierung auf Wissen einhergehenden Veränderungen in der Ökonomie bezeichnet Yann Moulier-Boutang mit dem Begriff “capitalisme cognitif” und sieht diesen in Zukunft als primären Modus des kapitalistischen Wirtschaftens. Die Verfügbarkeit und der Zugriff auf sogenannte Externalitäten, also im Umfeld von Unternehmen vorzufindende und mit niedrigen Transaktionskosten einzuverleibende Ressourcen, die sogenannte “netware”, hat dabei einen zentralen Stellenwert. Aus Sicht der Arbeitsforschung stellen sich mit dem postulierten Bedeutungszuwachs von Wissen neue Fragen nach dem Zusammenhang von Wissen, Arbeit und deren warenförmiger Verwertung. Dabei geht es nicht nur um die Wissensarbeit, die schon seit einiger Zeit als paradigmatisch für zukünftige Arbeitsformen diskutiert wird, sondern genereller um die Nutzbarmachung und die Honorierung verschiedener Wissensformen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Die Arbeitskulturenforschung kann mit einer kulturtheoretisch informierten Perspektive hier insbesondere auch die Engführungen kognitivistischer Wissensverständnisse erkennbar werden lassen.

Diese Tagung knüpft somit an die kulturanthropologischen und arbeitssoziologischen Diskussion um den Stellenwert verschiedener Wissensformen in der heutigen Arbeitswelt an.

 

DONNERSTAG, den 7. April 2011

 

14.00 Uhr Begrüßung

14.30-15.30 Uhr Einführung

Prof. Dr. Gertraud Koch, Friedrichshafen & Prof. Dr. Bernd Jürgen Warneken, Tübingen

15.30-16.00 Uhr Pause

 

16-17.30 Uhr   Panel 1ADesign & Creative Industries


Hannes Krämer M.A. (Universität Konstanz):

Organisiertes Wissen? Organisationsformen in den Creative Industries

 

Dr. Bastian Lange (Leibniz Institute für Länderkunde/Georg Simmel Zentrum für Metropolenforschung der HU Berlin):

Field Configuring Events. Space, competencies and modes of professionalization in the design segment of Berlin

 

Prof. Dr. Katrin Pallowski (Universität der Künste Berlin):

Was sind und wie erwirbt man Gestaltungskompetenzen? Eine ethnographische Erhebung bei jungen Berliner Designerinnen und Designern

 

Panel 1B: Körper – Wissen – Arbeit

Prof. Dr. Irene Götz & Manuela Barth M.A. (Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, LMU München):

Einführung

 

Sarah Braun (Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, LMU München: Gefühlsarbeit in der alltäglichen Arbeitswelt eines Friseursalons

Petra Schweiger (Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, LMU München):

         Erfahrungswissen und Körperarbeit als Arbeitsbewältigungs­strategien in der stationärenAltenpflege

 

Petra Schmidt (Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, LMU München): Mit Leib und Wissen Mutter. Wissen als Dispositiv im Bereich kindlicher Fürsorgearbeit 

 

17.30-18.00 Uhr Pause

 

18.00-20.00 Uhr Öffentlicher Abendvortrag:

Prof. Dr. Orvar Löfgren, Lund

Selective Knowledge. Learning to Ignore and Overlook

 

Anschließend: BAR-ABEND an der Zeppelin University

 

 

FREITAG, den 8. April 2011

 

9.00-10.30Uhr Plenum

 

Prof. Dr. Franz Schultheis, St. Gallen

Am Schalter –au guichet: Kulturvergleichende teilnehmende Beobachtung des Umganges mit „Wissen" in Sozialbürokratien

 

10.30-11.00 Uhr Pause

 

11.00-12.30 Uhr Panel 2A: Wissenspraktiken im medizinischen Bereich 

 

KatrinAmelang, M.A. (Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin):

Laborwerte, klinische Erfahrungen und Small-Talk: Medizinische Wissenspraktiken im Arbeitsalltag einer Lebertransplantationsambulanz

 

Dr. Ines Langemeyer (Institut für Arbeits- und Sozialwissenschaften, TU Cottbus):

Videographische Analyse technisierter und verwissenschaftlichter Arbeit. Arbeitskulturenforschung als Form und Selbstreflexion

 

Prof. Dr. Manfred Seifert (Institut für Sächsische Volkskunde und Geschichte e.V., Dresden): Wissen – welches Wissen? Zum Verhältnis von Arbeitskulturen und Wissensökonomie im deregulierten Leistungsstaat

 

Panel 2B: Wissensarbeit im World Wide Web

 

Christian Eismann (Dipl.Soz.), Tabea Beyreuther (Dipl.Soz.), Sabine Hornung (Dipl.Soz.)(Institut für Soziologie , TU Chemnitz):

Betriebliche Verwendung von Konsumentenwissen im Web 2.0

 

Dr. Andreas Wittel (School of Arts and Humanities, Nottingham Trent University):

Wissen zwischen ökonomischer Verwertung und Creative Commons

 

Dr. des. Goetz Bachmann (Centre for Cultural Studies, Goldsmith College, London):

Wer gibt was wie, wer weiß was darüber, und wie kommt das zustande? Eine ethnographische Exploration der Formierung von Kontributionsökonomien für das social web

 

12.30-14.00 Uhr Pause

 

14.00-17.15 Uhr Panel 3A: Erfahrungswissen in industrialisierten Arbeitsfeldern

 

Dr. Birgit Huber (Max Planck Institute for Social Anthropology, Halle):

Luftbild, Algorithmus und bäuerliches Erfahrungswissen. Wissensformen in der informatisierten Landwirtschaft

 

Nadine Müller (wiss. MA der Professur für Innovationsforschung, TU Chemnitz):

Die Teilung geistig-kreativer Arbeit. Fallstudien in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eines Unternehmens der Elektroindustrie

 

PD Dr. Sabine Pfeiffer/Dipl.-Soz. Stefan Sauer (Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V., München):

(Erfahrungs-)Wissen als Planungsressource. Neue Formen der Wissens(ver?)nutzung im Unternehmen am Beispiel agiler Entwicklungsmethoden

 

Anke Bahl M.A. (BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn):

Kompetenzerwerb in der betrieblichen Erstausbildung. Beobachtungen zum Lernen zwischen verschiedenen Generationen

 

Panel 3B: Konflikte und Diskussionen um betriebliche Wissensregimes

 

Dr. Claudia Schlager (Zeppelin University, Friedrichshafen):

Wissensdynamik und Flexibilisierung von Arbeit in der Luftfahrtindustrie. Der Trend zum multipel einsetzbaren Mitarbeiter

 

Johannes Müske M.A. (Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie, Universität Hamburg)

Von Tonträgern und gespeichertem Wissen. Digitalisierung und die Veränderung der Arbeit in Schallarchiven.

 

Dr. Alpar Fendo (Berlin):

Die „Bottles-United-Theorie“. Ein Dokument belegschaftskulturellen Gegenwissens

 

Dr. Stephanie Porschen (Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V., München): Kontrolle durch die (Selbst-)Objektivierung von lebendigem Erfahrungswissen

 

17.30-19.00 Uhr Panel 4A:Qualifikationsarbeit am unternehmerischen Selbst

 

Laura Glauser M.A. (Institut für Ethnologie, Universität Hamburg):

Der Umgang mit dem „unternehmerischen Selbst“ im Kontext von Career Service

 

Ove Sutter M.A. (Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien):

„In der Zeitung liest man, dass wir eigentlich Arbeitskräfte unter prekären Arbeitsbedingungen sind, und das sind wir“. Selbstbeschreibung von WissensarbeiterInnen entlang des Diskurses über Prekarität und Prekarisierung.

 

Neele Behler M.A. (Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Universität Göttingen):

Alternative Selbstständigkeit: Lebenskonzeptionen von Alleinselbstständigen

 

Panel 4B: Kulturwissenschaftliche Zugänge zu verborgenem Wissen in Organisationen

 

Dr. Susanne Spülbeck (Blickwechsel, Unternehmensberatung, Köln) & Studentische Arbeitsgruppe der Zeppelin University

 

Francesca Pick (Zeppelin University, Friedrichshafen):

Eigenverantwortung und die Sehnsucht nach Führung in einem IT-Unternehmen

 

Lukas Palm (Zeppelin University, Friedrichshafen):

Führungsverhalten und Kundenorientierung in einem Einzelhandelsfachgeschäft

 

Nora Lenz (Zeppelin University, Friedrichshafen):

Gruppendynamik und Entscheidungsfindung in einer Werbeagentur

 

Leila Frieling (Zeppelin University, Friedrichshafen):

Transparenz und die Sehnsucht nach Symbolen der Macht in einer durchsichtigen Konzernzentrale

 

19.30 Uhr Sitzung der Kommission ARBEITSKULTUREN in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde

 

20.00 Uhr Abendessen

 

 

SAMSTAG, den 9. April 2011

 

9.00-10.30 Uhr

 

Plenum: Kommentierung und Diskussion der Tagung

 

Kommentator: Prof. Dr. Stefan Beck (Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin)

 

10.30-11.00 Uhr Pause

 

11.00-12.30 Uhr Podium: Zukunftsperspektiven der Arbeitskulturenforschung

 

Prof. Dr. Bernd Jürgen Warneken (Universität Tübingen), Prof. Dr. Irene Goetz (LMU München), Dr. Klaus Schönberger (Züricher Hochschule der Künste), Wiss. M.A. NN, Prof. Dr. G. Günther Voß (TU Chemnitz),

 

12.30 Uhr Verabschiedung

 


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Termindatum: 
7. April 2011 - 9. April 2011
Tagungsort: 
Zeppelin University, Friedrichshafen