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Irene Götz / Barbara Lemberger (Hg.): Prekär arbeiten, prekär leben. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein gesellschaftliches Phänomen
Frankfurt/Main, New York: Campus-Verlag, 2009, 290 Seiten, EUR 32,90. ISBN 978-3-593-38872-4

Ungesicherte und kurzfristige Arbeitsformen, die allein den Lebenserhalt oft nicht gewährleisten, sind vielerorts Begleiterscheinungen einer zunehmend marktgesteuerten und subjektivierten Arbeitswelt. Die hier versammelten Beiträge beleuchten zum einen den Umgang mit Prekariat und Prekarisierung als Interpretament und Instrument im sozialen Raum. Sie verfolgen insbesondere die Frage, wie Prozesse und Erfahrungen der Prekarisierung in den Feldern der Wissenschaft, der (Sozial-)Politik, gezielter Unternehmensstrategien oder im Feld der Medien mit gestaltet – bearbeitet, gedeutet, erzeugt, genutzt oder auch bekämpft – werden. Zum anderen loten sie in Fallstudien zu unterschiedlichen Tätigkeitsprofilen die Erfahrungsebene der Akteure aus und fragen, wie sich das Verhältnis von Zwang und Chance, das den ungesicherten Arbeitsverhältnissen prinzipiell innewohnt, im Einzelfall subjektiv gestaltet.

Inhalt
Irene Götz, Barbara Lemberger
Prekär arbeiten, prekär leben: Einige Überlegungen zur Einführung

I. Positionierungen im sozialen Raum: Die Bearbeitung von Prekarität und Prekarisierung in Wissenschaft, Politik und Medien

Prekarisierung der Arbeits- und Lebenswelt – Kulturwissenschaftliche Reflexionen zu Karriere und Potenzial eines Interpretationsansatzes
Manfred Seifert

Klassengesellschaft in der Krise. Von der integrierten Mitte zu neuen sozialen und politischen Spaltungen
Michael Vester

Wo ist »drinnen«, wo ist »draußen«? Die Wirkung sozialpolitischer Integrationsinstrumente, widerständige Erwerbslose und wie die Medien diese disqualifizieren
Katrin Lehnert

Wegschließen, Ausschließen, Einschließen. Problematisierte Jugendliche und die Rolle des Wohlfahrtssystems: Gouvernementale Perspektiven
Gerlinde Malli

Working Poor in Japan: »Atypische« Beschäftigungsformen im aktuellen Diskurs
Julia Obinger

II. Akteursperspektiven: Kreative Haltungen in und anstatt prekärer Verhältnisse

»Wir nennen es Kreativität«: Inszenierungen von »alter« und »neuer« Arbeit in Werbebildern der Informations- und Kommunikationstechnologie
Manuela Barth

Ein neuer Habitus des Geistes- und Kulturwissenschaftlers: Über die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses
Lutz Musner

Ausgliederung unternehmerischer Sozialverantwortung in einer Schweizer Großbank – Ethnographie widersprüchlicher Logiken von Stellenabbau und Krisenmanagement
Andrea Buss Notter

Postsozialistisches Markttreiben – Überlebensökonomien im transnationalen Raum
Regina Bittner

Prekäre Subsistenz: Eine historische Rückschau auf dörfliche Bewältigungsstrategien im Umbruch zur Industrialisierung
Andrea Hauser
 

 



Der Tagungsband der 13. (Hamburger) Kommissionstagung ist nun im Rainer Hampp-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Mit diesem Band wird die von der Kommission Schriftenreihe „Arbeit und Alltag. Beiträge zur ethnografischen Arbeitskulturenforschung" in der dgv eröffnet. In ihr sollen künftig Studien wie Qualifikationsarbeiten zur volkskundlich-kulturwissenschaftlich und ethnographisch ausgerichteten Arbeitskulturen-Forschung dokumentiert werden:


Gerrit Herlyn, Johannes Müske, Klaus Schönberger, Ove Sutter (Hg.):
Arbeit und Nicht-Arbeit. Entgrenzungen und Begrenzungen von Lebensbereichen und Praxen.

München/Mering 2009 (Band 1 der Schriftenreihe „Arbeit und Alltag. Beiträge zur ethnografischen Arbeitskulturenforschung“ – Schriftenreihe der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, hg. von Irene Götz, Gertraud Koch, Klaus Schönberger und Manfred Seifert).

HH

Mit dem Begriff der Entgrenzung lassen sich aktuelle Phänomene des Wandels von Arbeit und Arbeitskulturen fassen. Lange bestehende Standards von Arbeitsverträgen, Arbeitszeiten oder Arbeitsplätzen und -orten befinden sich in Auflösung oder werden ausgeweitet. Abgrenzungen von Arbeit und Arbeitslosigkeit, Familien- und Reproduktionsarbeit, von klassischer Lohnarbeit und Bürgerarbeit sowie gesellschaftlichem Engagement verlieren zunehmend an Schärfe. Die Grenzen der Bedeutung und des Verständnisses von Arbeit und Nicht-Arbeit werden gegenwärtig neu verhandelt. Die Autorinnen und Autoren untersuchen in empirischen Fallstudien die alltagskulturelle Dimension der mit dieser Entwicklung verknüpften gesellschaftlichen Wandlungsprozesse.

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Preis : 32,80 Euro
Broschiert: 366 Seiten
Verlag: Hampp, München und Mering; Auflage: 1 (2. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-86618-308-7