Arbeitsleben und biographische (Um-) Brüche in der späten Moderne

Arbeitstagung der Kommission Arbeitskulturen innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde vom 8.-10. September 2005 in Passau

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Die aktuellen Veränderungen in den Arbeitswelten mit ihren Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation, die Einstellungen zur Arbeit und die lebensweltlichen Konzeptualisierungen sind ein ebenso drängendes wie lohnendes Thema für die kulturwissenschaftlich-ethnographische Forschung. Mit diesen gegenwärtigen Entwicklungen hat sich die Kommission Arbeitskulturen bereits auf ihren vergangenen Tagungen befasst. Bei den Tagungen "Das Innenleben der Organisation" (Berlin 2001) und "Neue Medien und Arbeitswelt" (Bonn 2002) ging es unter anderem um die Virulenz "weicher" Faktoren und lebensweltlicher Einschlüsse in den gegenwärtigen Arbeitswelten. Hierbei sollte das ethnographische Wissen der Volkskunde/Europäischen Ethnologie nicht nur in die vorwiegend von den Disziplinen Soziologie, Psychologie und Betriebswirtschaft bestimmten Diskussionen eingebracht werden; sondern Vortragende aus diesen Fächern und dem europäischen und außereuropäischen Ausland erweiterten auch den eigenen Fachhorizont. Explizit wurden dabei die Möglichkeiten und Probleme anwendungsbezogener Wissensproduktion und kulturwissenschaftlicher Beratungstätigkeit erörtert.

Den Wechselwirkungen zwischen Arbeitswelt und Lebenswelt will sich nun die Passauer Tagung hinsichtlich Berufsbiographien und Lebensplanung in einer Gesellschaft zuwenden, die zunehmend von Jugendarbeitslosigkeit, Flexibilisierungsforderungen und demografischer Alterung geprägt ist; in einer Gesellschaft, in der "Arbeit" (angeblich) knapper und demnach neu verteilt sowie durch politische und ökonomische Strategien und Konzepte als Wert und Ressource persönlicher Identität umgestaltet wird. Wie bewerten und gestalten nun die handelnden Subjekte in unterschiedlichen Lebensphasen und biographischen Situationen selbst die sich wandelnde Arbeitswelt als ihre Lebenswelt?

Als Themenschwerpunkte/Themenfelder sind vorgesehen:

Das Tagungsthema zielt auf einen interdisziplinären Austausch, der maßgeblich grundiert wird von Beiträgen aus der Europäischen Ethnologie bzw. den Kulturwissenschaften. In methodischer Hinsicht sollen die Stärken insbesondere von biographischen und ethnographischen Zugängen dieser Disziplinen aufgezeigt werden, um hierüber die Potenziale einer europäisch ethnologischen Arbeits- und Organisationsforschung weiter zu profilieren. Die Integration von Gewerkschaftsvertretern und weiteren "Praktikern" als Referenten ist geplant.

Interessenten - gerne auch Studierende, die an einer einschlägigen Magister- oder Doktorarbeit sitzen - werden gebeten, Abstracts im Umfang von maximal einer Seite unter Angabe eines Arbeitstitels, der Kurzvorstellung des Themas und des methodischen Zugriffs sowie kurzen Angaben zur Person bis zum 5. November 2004 zu senden an:
PD Dr. Manfred Seifert, Europäische Ethnologie/Volkskunde, Universität Passau, 94030 Passau, E-Mail: manfred.seifert@uni-passau.de.


Manfred Seifert, Passau/ Irene Götz, Berlin/Birgit Huber, Tübingen



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Letzte Änderung: Thursday, 12-Aug-2004 15:44:00 MEST  

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