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Aktuelle Ausstellungen
MUSEUM_inside_out - Arbeit am Gedächtnis
31.12.2007 (seit: 14.06.2007), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Ein Diskurs- und Ausstellungsprojekt des Österreichischen Museums für Volkskunde Im Österreichischen Museum für Volksunde findet ab 14.6.2007 für das gesamte Jahr 2007 ein bislang in der Museumsszene einigartiges Projekt statt:
Die Museumsarbeit, die normalerweise zu 80 Prozent unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, wird in die Ausstellungsräume transferiert und in ihrer ganzen Bandbreite dargestellt. Die MitarbeiterInnen des Museums, von KuratorInnen, über RestauratorInnen, BibliothekarInnen, ArchivarInnen und KulturvermittlerInnen werden gleichsam auf der Bühne der Ausstellung agieren und über ihre Arbeit mit den BesucherInnen in Interaktion treten.
Der Besucher hat so erstmals die Möglichkeit die Arbeit in einem Museum „hautnah“ zu erfahren. Tausende Objekte, die normalerweise gesichert und geschützt in den Depots lagern, werden nun zugänglich und im Kontext der wechselnden Arbeitsprozesse erlebbar: die Restaurierung einer Holzflöte aus der römischen Campagna oder einer Osterratsche aus dem Baskenland, die Forschung an Plastiken, Bildwerken und Devotionalien aus der alpinen Volksfrömmigkeit oder die Archivierung von Andachtskunst, Textilien und Holzprodukten aus Osteuropa.
Die Ausstellungsräume verwandeln sich in multifunktionale Arbeitsplätze: ein temporäres Depot, eine Registraturstelle, einen Inventarisierungsterminal, ein Photolabor, ein Restaurierungsatelier, eine Bibliothek, ein Studierplatz,… Publikum und BesucherInnen sind dem Museum so nah wie nirgends sonst. Mit dem Projekt „museum_inside_out“ stülpt sich das Museum gleichsam nach außen, lässt uns bei jedem Besuch Neues entdecken, ermöglicht jede Woche ein anderes, frisches Museumserlebnis.
Die historische Sammlung der Alltagskultur und Volkskunst des Österreichischen Museums für Volkskunde ist in ganz Europa einzigartig. Im Zuge dieses Projekts entfaltet sie sich in den neuen und aktuellen Zusammenhängen und gibt tiefe Einblicke in ihre Bedeutung für unsere europäische Gegenwart und Zukunft. Die wichtige Aufgabe der Arbeit am europäischen Gedächtnis wird dem Publikum als öffentliche Aufgabe für das kollektive Gedächtnis bewusst gemacht.
Österreichisches Museum für Volkskunde, Gartenpalais, Schönborn, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, Tel.: +43 1 406 89 05.0, office@volkskundemuseum.at
http://www.volkskundemuseum.at
Wernhera Sertürner – Ein Leben für die Kunst
18.11.2007 (seit: 13.07.2007), Ort: Museum Hameln
Die neue Sonderausstellung im Museum Hameln führt in die Welt der Kunst und zu einer besonderen Künstlerin. Wernhera Sertürner (1913-2001) wurde als Urenkelin des Entdeckers des Morphiums in Hameln geboren und verbrachte ihre Kindheit hier. Ein Kontakt zu Gertrud Kraut, der Gründerin der Hamelner Töpferei mit Kontakten zum Bauhaus eröffnete ihr einen Zugang zur Welt der Kunst und des Kunsthandwerks – der erste Schritt in ein Leben voller Leidenschaft für einen „anderen Blick auf die Welt“.
Sertürner studierte in Berlin an der Kunstakademie und wechselte dann nach München in die Meisterklasse von Professor Olaf Gulbransson. Dort lernte sie das „Handwerk der Kunst“, die Grundlage für eine eigenständige Weiterentwicklung.
Nach dem Krieg lebte sie mit ihrem Mann, Reinhard Pfennig und den Kindern Klaus-Dieter und Andreas erst in Bad Iburg, dann in Oldenburg. Dort hatte Pfennig eine Professur für Kunsterziehung. Wernhera Sertürner gab eigene Kurse und Seminare für Studenten und fand ihre Begeisterung für das Lehren. Am Vermitteln schärfte sie ihre eigene Sicht auf die Kunst und entwickelte die für sie typische abstrakte Malerei.
In einer opulent ausgestatteten Sonderausstellung im Museum Hameln wird sowohl der Mensch Wernhera Sertürner als auch die Entwicklung ihres künstlerischen Schaffens dargestellt. In der arche, in der Sertürner langjähriges, aktives Mitglied war, geht es um künstlerische Positionen wie die Auseinandersetzung mit Raum, mit Farben und mit Oberfläche.
Museum Hameln, Osterstraße 8 - 9, 31785 Hameln, snell@hameln.de
http://www.hameln.de/museum
"Mach mich schön"
31.10.2007 (seit: 01.05.2007), Ort: Freilichtmuseum Detmold
Im Jahr 2000 übernahm das Freilichtmuseum das Gebäude des Fotoateliers Kuper in Rietberg/Westfalen, erbaut 1891. Dazu 2200 Glasnegative, angefertigt von den dort tätigen Fotografen.
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold präsentiert daraus nun 100 schwarz-weiße Fotoporträts.
Sie faszinieren durch ihren ausdrucksstarken Charakter. Mode, Schmuck und Frisuren lassen den Zeitgeist der 1930er Jahre lebendig werden.
In Kooperation mit der Stadt Rietberg wurden die Namen der Porträtierten ausfindig gemacht. Rietbergerinnen entdeckten sich selbst auf den Fotos oder ihre Verwandten sagten: Das bist doch du! Indem einige der Frauen aus ihrem bewegten Leben erzählten, gaben sie den Porträts noch mehr Gesicht – hiermit zeigt die Ausstellung sowohl einen spannenden Zeitraum der Rietberger Stadtgeschichte als auch einen Ausschnitt aus Westfalens Alltagskultur der jüngsten Vergangenheit.
LWL-Freilichtmuseum Detmold / Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde, Krummes Haus, 32760 Detmold, Tel.: 05231 / 706-110, Fax: 05231 / 706-106, kerstin.ehlert[at]lwl.org
http://www.freilichtmuseum-detmold.de
¡Viva España!
28.10.2007 (seit: 26.05.2007), Ort: Badischen Landesmuseum in Karlsruhe
"Die Sonne scheint bei Tag und Nacht, eviva España!" - solche Versprechungen locken die Deutschen seit vielen Jahren ins Urlaubsland Spanien. Ob Kulturreise oder Partytrip - bis heute ist dieses Land für unsere Nation das Reiseziel Nummer 1. Erstmals macht das Badische Landesmuseum in Karlsruhe die Tourismusgeschichte des Reisens der Deutschen nach Spanien zum Thema einer kulturhistorischen Ausstellung. Die unterschiedlichen Facetten dieser Faszination und die lange Geschichte der "Spanienlust" erkundet die Ausstellung auf einer Reise vom Mittelalter bis in die Gegenwart in sechs Schlaglichtern.
Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Museum beim Markt, Karl-Friedrich-Straße 6, 76133 Karlsruhe, www.landesmuseum.de
http://www.landesmuseum.de/website/Deutsch/Sonderausstellungen/Aktuell/Viva_Espana_-_Von_der_Alhambra_bis_zum_Ballermann/Ausstellung.htm
Reizend und zweckmäßig Zur Kulturgeschichte der Unterwäsche
28.10.2007 (seit: 26.04.2007), Ort: Rieser Bauernmuseum Maihingen
Die Ausstellung wirft einen Blick auf das Darunter: auf Leibchen, Korsett, Hüfthalter, Straps, Unterrock und Co. Die Bandbreite reicht von Hemden aus grobem Leinen bis zu Unterkleidern und Unterhosen mit üppigem Spitzenbesatz.
Dabei waren Unterhosen über viele Jahrhunderte nahezu unbekannt. Männer wie Frauen trugen nur lange Hemden. Die ersten „Beinkleider“ für Damen im 19. Jh. reichten bis unters Knie oder bis an die Knöchel, waren weit geschnitten und im Schritt offen. Manche Unterhosen bestanden gar nur aus zwei Beinteilen, die mit Stoffbändern zusammengebunden wurden. Gerade auf dem Land verzichteten viele Frauen noch bis ins 20. Jh. auf die Hose.
Mieder, Korsetts und BHs hatten die Aufgabe, den Körper entsprechend der jeweiligen Mode zu formen.
Rieser Bauernmuseum Maihingen, Klosterhof 3 und 8, 86747 Maihingen
http://www.rieser-bauernmuseum.de
Ritter, Burgen, Monsterschurken. Von der Mittelalter-Romantik bis zur Fantasy-Saga
28.10.2007 (seit: 17.03.2007), Ort: Spielzeugmuseum Sonneberg
Was macht George Lucas im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg?
"Star Wars" Schöpfer George Lucas im Stormtrooper Outfit ist gerade mal 10 cm hoch und aus Kunststoff. Dieses Jahr feiern die Sternenkrieger ihren 30. Geburtstag. Stormtrooper Lucas, eine im Laden nicht erhältliche Sonderedition, ist das "Sahnehäubchen" einer Schenkung der Firma Hasbro an das Deutsche Spielzeugmuseum.
In der nächsten Sonderausstellung "Ritter, Burgen, Monsterschurken. Von der Mittelalterromantik zur Fantasysaga" wollten die Ausstellungsmacherinnen auf das Thema Jedi-Ritter nicht verzichten. Den galaktischen Ritterorden ins Spiel zu bringen, ist dabei mehr als nur eine Marotte der "Star Wars" Fans im Deutschen Spielzeugmuseum. Die Saga steht zwischen Fantasy und Sciences-Fiction. In der neuen Ausstellung wird Mittelalterbegeisterung im Spielzeug thematisiert. Hier gibt es, anders als bei der Epoche selbst, eine klare Zeiteinteilung: vor und nach J. R. R. Tolkien, einem der Väter der Fantasy. Fantasywelten orientieren sich zu einem guten Teil am Mittelalter. Nicht erst seit der Verfilmung von "Der Herr der Ringe" stürzt man sich in einen bunten Mix aus Mittelerde, Exotik und Ritterromantik. Ob klassisches Aufstell-, Brett- oder Live Action Rollenspiel, die Spielemacher bedienen sich bei Fantasy und Mittelalter. In "Ritter, Burgen, Monsterschurken" geht es um Vorstellungen und Klischees vom Mittelalter, die uns im Spielzeug bunt, finster, geheimnisvoll, fantastisch, historistisch oder wissenschaftlich entgegentreten. Aber Zinnritter ist nicht gleich Kunststoff- Jedi-Ritter oder doch?
Deutsches Spielzeugmuseum, Beethovenstraße 10, 96515 Sonneberg, Tel. 03675/702856, Fax 03675/742871, info@spielzeugmuseum-sonneberg.de
www.spielzeugmuseum-sonneberg.de/seiten/minfos/presse_f.php
TILLt - Die Rezeption des Eulenspiegel heute
21.10.2007 (seit: 15.06.2007), Ort: Bomann-Museum, Celle
Lange galt die Figur des Till Eulenspiegel als literarische Fiktion. Erst 1971 konnte der Autor des „Eulenspiegel“ enttarnt werden - es war der Braunschweiger Zollschreiber Hermann Bote, der seinen Till im Jahr 1510 veröffentlichte. Umfangreiche Quellenforschung führte dazu, den Till als authentische Person festmachen zu können, die im Jahre 1300 im sächsischen Kneitlingen geboren wurde und um 1350 in Mölln starb.
Till Eulenspiegel gilt heute vor allem als „Scherzbold“ und amüsanter „Tunichtgut“, der zahllosen Kinderbuchautoren und Illustratoren zum willkommenen Thema werden durfte. Um so überraschender ist die Lektüre des Ur-Textes von Hermann Bote, hier stellt sich Eulenspiegel als Rebell und Kämpfer gegen überkommene Denkschemata dar - überaus frech, intelligent, manchmal derbe, gelegentlich gradezu „kafkaesk“. Till Eulenspiegel - ein „moderner Denker und Künstler“ im tiefen Mittelalter.
Die Idee des Eulenspiegel zeitgenössisch weiterdenken: Das ist die Aufgabe, der sich über 70 prominente Künstlerinnen und Künstler, darunter F.W. Bernstein, Manfred Deix, Swaantje Güntzel, Marie Marcks, Wolf-Rüdiger Marunde, Michael Sowa, Timm Ulrichs und Tomi Ungerer, in der geplanten Ausstellung widmen werden - hintergründig, bissig, intellektuell, vieldeutig, evokativ und amüsant.
Ebenso vielfältig werden die künstlerischen Bereiche der Schau sein: satirische Zeichnung, Malerei, Objektkunst, Skulptur, Multimedia, Theater, Musik, Performance, Installation und vieles mehr. Zusätzlich wird die Ausstellung auch die Rezeptionsgeschichte des Eulenspiegel beleuchten, seine Geschichte wird darin ebenso erzählt wie die Wandlungen der Interpretationen durch die Jahrhunderte - wissenschaftlich korrekt, aber immer auch unterhaltsam.
Stadtgeschichte / Öffentlichkeitsarbeit, Bomann-Museum Celle, Schloßplatz 7, 29221 Celle, Fon 0049 (5141) 12-634, Fax 0049 (5141) 12-535, Hilke.Langhammer@celle.de
http://www.celle.de/showobject.phtml?La=1&object=tx|342.3436.1&NavID=342.69.1
EinBlick in die Renaissance - Georg Ludwig von Seinsheim und seine Zeit
21.10.2007 (seit: 24.03.2007), Ort: Museum Malerwinkelhaus Marktbreit
Eine Ausstellung im Museum Malerwinkelhaus Marktbreit
vom 24.3.-21.10.2007 anlässlich der 450-Jahrfeier der Marktrechtsverleihung an Marktbreit.
1557 erhielt das Dorf „Undernbreit“ am Main, die heutige Stadt Marktbreit (Unterfranken), das Recht, Märkte in seinen Mauern abzuhalten. „Marktbreit“ wurde in den folgenden Jahren zu einem der bedeutendsten Handelsorte der Region. Repräsentative Bürgerhäuser, ein modernes Rathaus und ein herrschaftliches Schloss im Renaissance-Stil entstanden.
Das 450-jährige Jubiläum der Marktrechtsverleihung ist der Anlass für einen Rückblick in das 16. Jahrhundert. Die Ausstellung im Museum Malerwinkelhaus erzählt vom Leben der Menschen in den unruhigen Zeiten von Reformation, Gegenreform und gewalttätigen Konflikten. Bilder, Objekte und Inszenierungen geben einen Eindruck von den Lebensbedingungen, dem arbeitsreichen Alltag, dem Treiben der Markttage und stellen den Marktbreiter Ortsherren und Reichsritter Georg Ludwig von Seinsheim vor. Kleine Museumsgäste treffen in der „Rüstkammer“ auf den Ritter Georg und können selbst in die Rolle eines Ritters schlüpfen.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Begleitheft.
Eine Ausstellung von kulturplan (www.kulturplan.com)
Museum Malerwinkelhaus Marktbreit, Bachgasse 2, 97340 Marktbreit, Tel.: 09332/4 05 46, Fax: 09332/59 15 97, museum@marktbreit.de
http://www.marktbreit.de/museum/sonderausstellung.htm
EinBlick in die Renaissance - Georg Ludwig von Seinsheim und seine Zeit
21.10.2007 (seit: 24.03.2007), Ort: Museum Malerwinkelhaus Marktbreit
1557 erhielt das Dorf „Undernbreit“ am Main, die heutige Stadt Marktbreit (Unterfranken), das Recht, Märkte in seinen Mauern abzuhalten. „Marktbreit“ wurde in den folgenden Jahren zu einem der bedeutendsten Handelsorte der Region. Repräsentative Bürgerhäuser, ein modernes Rathaus und ein herrschaftliches Schloss im Renaissance-Stil entstanden.
Das 450-jährige Jubiläum der Marktrechtsverleihung ist der Anlass für einen Rückblick in das 16. Jahrhundert. Die Ausstellung im Museum Malerwinkelhaus erzählt vom Leben der Menschen in den unruhigen Zeiten von Reformation, Gegenreform und gewalttätigen Konflikten. Bilder, Objekte und Inszenierungen geben einen Eindruck von den Lebensbedingungen, dem arbeitsreichen Alltag, dem Treiben der Markttage und stellen den Marktbreiter Ortsherren und Reichsritter Georg Ludwig von Seinsheim vor. Kleine Museumsgäste treffen in der „Rüstkammer“ auf den Ritter Georg und können selbst in die Rolle eines Ritters schlüpfen.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Begleitheft.
Museum Malerwinkelhaus Marktbreit, Bachgasse 2, 97340 Marktbreit, Tel.: 09332/4 05 46, Fax: 09332/59 15 97,
museum[at]marktbreit.de
http://www.marktbreit.de
Gebrannte Erde. Ziegel aus Straubing
30.09.2007 (seit: 19.07.2007), Ort: Gäubodenmuseum Straubing
2006 wurde das letzte selbstständige Straubinger Ziegelwerk von einem weltweit agierenden Ziegelhersteller übernommen. Diese Übernahme der ehemaligen Dachziegelwerke Jungmeier GmbH nimmt das Gäubodenmuseum Straubing zum Anlass die von Max Jungmeier über Jahre hin zusammengetragene Sammlung von gestalteten Ziegeln bzw. Dachziegeln der Öffentlichkeit in einer Sonderausstellung vorzustellen.
Die Präsentation dieser Privatsammlung – datierte Einzelstücke reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück – findet sich eingebettet in die Geschichte des örtlichen Zieglergewerbes, welches in Straubing bis in römische Zeit zurückverfolgt werden kann. Archivalische Hinweise aus dem 15. Jahrhundert, dann aber vor allem seit dem 18. Jahrhundert belegen die Bedeutung dieses für Straubing bis heute wichtigen Industriezweiges, der ehedem in Verbindung mit der Kalkherstellung aus dem landwirtschaftlichen Nebenerwerb heraus entstanden ist.
Als rohstofforientiertes Gewerbe kam den Ziegeleien im 19. Jahrhundert die außerordentlich günstigen Bodenverhältnisse in Straubing und seinem Umland zugute. So waren manufakturähnliche Betriebe - 1847 wurden sieben Betriebe gezählt - bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgreich tätig. Seinen Aufschwung erlebte das Zieglergewerbe jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als durch Anbindung an das Eisenbahnnetz, einer vermehrt einsetzenden Bautätigkeit sowie der zunehmenden Modernisierung und Industrialisierung der örtlichen Ziegeleibetriebe die ersten Ziegelfabriken entstanden.
Einer Vorreiterrolle kam dabei der Straubinger Familie Jungmeier zu. Sie erwarb 1867 eine 1819/20 namentlich aufgeführte Ziegelei. 1880 errichtete Max Jungmeier sen., der sich 1900 aus dem Tagesgeschäft zurückzog, den ersten Ringofen in Straubing und wurde in der Folge zum Begründer der Straubinger Dachziegelproduktion, die ab 1895/97 in zwei großen Werken an der Landshuterstraße fortgeführt wurde.
Die Ausstellung will jedoch nicht nur die Dachziegelwerke Jungmeier mit ihrer privaten Dachziegelsammlung, sondern auch die Geschichte und Bedeutung dieses für Straubing wichtigen Gewerbes - festgemacht auch an Namen wie Dendl, Mayr oder Ortler - aufzeigen, wenngleich dieser Industriezweig seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert einem globalisierten Konzentrationsprozess unterliegt.
Gäubodenmuseum, Fraunhoferstr. 9, 94315 Straubing, Tel.: 09421/9741-10, Fax: 09421/9741-29, gaeubodenmuseum@straubing.de
http://www.straubing.de
"Steinzeit - Das Experiment: Leben wie vor 5.000 Jahren"
16.09.2007 (seit: 23.05.2007), Ort: Gäubodenmuseum Straubing
Museums-Schau zum Steinzeit-Experiment
Das Experiment des Südwestrundfunks (SWR), 13 Menschen in einem nachgebauten Pfahlbaudorf die Steinzeit erleben zu lassen, wird von 17 Archäologiemuseen mit Ausstellungen begleitet. Im Gäubodenmuseum wird diese Ausstellung am 23. Mai 2007 eröffnet und kann bis zum 16. September 2007 besucht werden.
Die Ausstellung im Gäubodenmuseum trägt den Titel: "Steinzeit - Das Experiment: Leben wie vor 5.000 Jahren" und zeigt in Verbindung mit der Kreisarchäologie Straubing-Bogen auch steinzeitliche Funde aus der Region.
Der SWR hatte für die Produktion "Steinzeit – das Experiment" zwei Monate lang 13 Menschen in einem nachgebildeten Pfahlbaudorf an einem See im Kreis Ravensburg einquartiert. Die Großfamilie lebte im Sommer 2006 wie in der Steinzeit. Zwei der Teilnehmer machten sich auf den Spuren des Ötzi auf den Weg über die Alpen Richtung Bozen. Sendetermin für Teil 1 von "Steinzeit – das Experiment" ist der 27. Mai 2007 und wird wie die übrigen drei Folgen bis zum 11. Juni 2007 im Abendprogramm der ARD ausgestrahlt.
Die Ausstellung zum Film: Steinzeit – Das Experiment: Leben wie vor 5 000 Jahren
Begleitend zum Film zeigen 17 deutsche Museen, ergänzt um regionale Funde, fast zeitgleich die Ausstellung „Steinzeit – Das Experiment: Leben wie vor 5.000 Jahren“. Konzipiert vom baden-württembergischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischen Landesmuseum Konstanz will die Ausstellung den Fernseh-Vierteiler mit Informationen hinterlegen, die im Film selbst nur kurz behandelt werden können. So erfahren die Besucher auf mehreren Bild- und Schrifttafeln mehr über das Steinzeitleben. Mit Comic-Zeichnungen knüpfen die Experten am Film an, um zu zeigen, was der Film nicht zeigt: Krieg, Mord und Bestattung.
Doch behandelt die Ausstellung auch wissenschaftliche Hintergründe, präsentiert neue Forschungsergebnisse und zeigt echte Steinzeitfunde. Woher haben wir unser Wissen, was wird bei archäologischen Ausgrabungen tatsächlich entdeckt? Was ist das Besondere an Pfahlbauten und wie lebten andere steinzeitliche Siedler in Deutschland? Wie alt wurden die Menschen der Steinzeit, wie bestatteten sie ihre Toten? War ihre Welt friedlich oder von Gewalt geprägt? Wie weit reichte ihr Horizont über das eigene Dorf hinaus, hatten sie vielleicht sogar europaweite Kontakte? Was wissen wir über ihre Fähigkeiten und Gedanken?
Dr. Johannes Prammer, (09421) 9741-10, Gäubodenmuseum Straubing, johannes.prammer@straubing.de
http://www.gaeubodenmuseum.de/
Kauflust – 100 Jahre Einkaufen in Bielefeld
26.08.2007 (seit: 25.03.2007), Ort: Historisches Museum Bielefeld
In diesem Jahr feiert der Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e.V. sein 100jähriges Bestehen. Am 24. Mai 1907 fanden sich 52 Bielefelder Kaufleute zum „Detaillistenverein der Textilbranche in Bielefeld e.V.“ zusammen. Das Jubiläum ist Anlass für das Historische Museum Bielefeld, in einer großen Sonderausstellung die Geschichte des Kaufens und Verkaufens in Bielefeld zu präsentieren.
Die Besucher erwarten historische Ladeneinrichtungen, Waren und Produktverpackungen, bunte Werbeplakate, –broschüren und -geschenke, Damen- und Herrenmode und vieles mehr. Viele historische und aktuelle Fotografien lassen den Wandel im Handel erahnen, erlauben aber auch ein Schwelgen in Erinnerungen. Wie kauften die Menschen früher im Tante-Emma-Laden, beim „Konsum“, bei „König’s Kaffee“ und anderen Spezialgeschäften ein? Oder wann und für wen war der Besuch eines Textilkaufhauses oder eines großen Warenhauses ein Erlebnis? Es wird der Frage nachgegangen, wie sich die Geschäftswelt und das Kaufverhalten in den letzten 100 Jahren verändert hat. Warentransport, Rationalisierung, Werbung, Schaufenstergestaltung und Mode sind nur einige der Themen, über die die Besucher viel Wissenswertes erfahren können. Abgerundet wird die Ausstellung durch ein abwechslungsreiches Begleitprogramm, das einen bunten Abend mit Lesung, Musik und Leckereien, Kabarett und einen Flohmarkt genauso umfasst wie Diskussionsabende um strittige Themen, die den Bielefelder Einzelhandel bewegen. Zur Ausstellung wird ein Begleitbuch erscheinen.
Historisches Museum Bielefeld, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld, Tel. 0521/51-6842, Fax: 0521/51-2020
http://www.historisches-museum-bielefeld.de
Frühling im Herbst/Wiosna jesienią
26.07.2007 (seit: 02.05.2007), Ort: Wanderausstellung vom Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin
,/Le printemps en automne“. Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832
Zum 175. Jubiläumsjahr des Hambacher Festes – eine der Wegmarken in der Geschichte der deutschen Demokratie – wird die Ausstellung vom 2. - 27. 5. 2007 im Landtag Rheinland-Pfalz und vom 31. 5. - 26. 7. 2007 in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn gezeigt. Die Wanderausstellung zeigt den Weg von der Julirevolution von 1830 in Paris zum Novemberaufstand in Warschau und weist in einer kulturgeschichtlichen Perspektive auf die europäischen Gemeinsamkeiten und Ideen dieser Zeit hin. Informationen über: Prof. Dr. Konrad Vanja, Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-287/288 - Fax: 0049-(0)30-83901-283, E-Mail: k.vanja@smb.spk-berlin.de
Ein Zehntausendblütenteppich des 21. Jahrhunderts
09.07.2007 (seit: 28.04.2007), Ort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin
Im späten Mittelalter präsentierten die europäischen Königshäuser ihren Gästen eindrucksvolle künstlerische Objekte als Zeichen ihres Reichtums und ihres künstlerischen Interesses. Tausendblumenteppiche, wie sie in großen Kunstsammlungen heute bewahrt werden, gehörten dazu. Ihre Technik- und Farbvielfalt vermittelten ein Bild von zeitgenössischer handwerklich-künstlerischer Perfektion und ließen mit ihren farbigen Bildern Vorstellungen vom Paradies entstehen.
Einer Idee der Textilkünstlerin Ursel Arndt (Berlin) folgend entstand vor einigen Jahren das Projekt, einen neuen Zehntausendblütenteppich entstehen zu lassen.
An alle Textilinteressierten erging deshalb der Aufruf des Fachverbandes Textilunterricht e. V. Berlin/Brandenburg, sich mit eigenen Blüten-Kreationen zu beteiligen. Jeder wurde um eine Blüte gebeten, hergestellt in einer Textiltechnik der Wahl. Anschließend wurden diese eingesandten Textilblumen von Ursel Arndt zu einem Blütenmeer komponiert.
Heute umfasst der Zehntausendblütenteppich bereits 13 m Länge und 2,2 m Breite. Auf dieser Fläche sind in einer Vielfalt von Materialien, Techniken und Farben zauberhafte Blüten ausgebreitet, die von den textilen Fertigkeiten und Ideen ihrer SchöpferInnen künden. Mädchen und Jungen, Frauen und Männer verschiedensten Alters, unterschiedlichster Herkunft und aus zahlreichen Ländern haben mit ihrer Blüte zum Entstehen des Teppichs beigetragen.
Der Teppich wurde bereits bundesweit ausgestellt, ob auf Bundesgartenschauen, auf Tagungen oder in Museen. Seine Präsentation im Museum Europäischer Kulturen in Kopperation mit dem Fachverband Textilunterricht e. V. im Sommer 2007 wird mit einer Vielzahl von workshops und textilen Aktivitäten für alle Generationen verknüpft sein.
Information: Dr. Dagmar Neuland-Kitzerow Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-284/287, Fax: 0049-(0)30-83901-283, E-Mail: d.neuland@smb.spk-berlin.de, www.smb.museum/mek
Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin
Arnimallee 25, 14195 Berlin (Dahlem)
„Auswanderung aus Europa. Hamburg – Hafen der Träume“
10.06.2007 (seit: 23.03.2007), Ort: Heimatmuseum Reutlingen
Armut, Hunger, Krieg, religiöse und politische Verfolgung oder Abenteuerlust im 19. Jahrhundert verließen in Europa Menschen aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat und suchten ihr Glück in der Fremde. Allein über den Hamburger Hafen wanderten zwischen 1850 und 1934 fünf Millionen Passagiere nach Amerika aus, darunter auch viele aus Süddeutschland. Die Passagierlisten der Hamburger Reederei HAPAG sind eine wichtige historische Quelle. Das Büro für Auswanderungs- und Familienforschung „Link to your roots” hat gemeinsam mit der „Auswandererwelt Ballinstadt“ eine informative Wanderausstellung zum Thema erarbeitet. Das Reutlinger Heimatmuseum zeigt ergänzend Dokumente und Zeugnisse von regionalen Auswandererschicksalen.
Heimatmuseum Reutlingen, Oberamteistrasse 22, 72764 Reutlingen, Telefon 07121/3032050, Fax 07121/3032768, heimatmuseum@reutlingen.de
http://www.reutlingen.de/content/3/3.7.2.4/list.oscms?Section=1211&Article=0&Page=1&menuactive=3&scheme=portal
Von der Kunst zum Kinderkriegen
29.05.2007 (seit: 13.12.2006), Ort: Lippisches Landesmuseum Detmold
Neue Sonderausstellung im Lippischen Landesmuseum
Von der Umstandsmode zum Taufkleid - die neue Sonderausstellung "Von der Kunst zum Kinderkriegen" berührt viele Themen um Mutter und Kind. Hinzu kommen Werke der Lemgoer Künstlerin Dagmar Diekmann. Mit dieser Kombination von Volkskunde und zeitgenössischer Kunst geht das Lippische Landesmuseum Detmold neue Wege.
Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit der Abteilung Volks- und Landeskunde des Museums mit der Lemgoer Künstlerin Dagmar Diekmann. "Durch den persönlichen Kontakt zu Dagmar Diekmann sind wir auf das Thema 'Mutter und Kind' gestoßen", erinnert sich Dr. Imke Tappe-Pollmann, Volkskundlerin im Lippischen Landesmuseum. "Dabei tauchten schnell die ersten Berührungspunkte zwischen Kunst und Volkskunde auf." Entdecken kann man diese Zusammenhänge nun in der Ausstellung.
Die Beziehung von Mutter und Kind beginnt während der Schwangerschaft. Eindrucksvolle Bilder Dagmar Diekmanns zeigen Schwangere oder Paradiesszenen, die für die Künstlerin parallel zur Schwangerschaft stehen. Umstandsmode und der Storch als "Kinderbringer" deuten die volkskundliche Sichtweise dieser Phase an. Diese Gegenüberstellung zieht sich durch fünf Themenbereiche: Neben Schwangerschaft sind dies Geburt, Mutter und Kind, Glaube und Erinnerung sowie Lauf des Lebens.
Zweimal erhielt Dagmar Diekmann neben anderen Auszeichnungen ein Stipendium des Landesverbandes Lippe, außerdem war sie 1989 Trägerin des Kulturförderpreises des Landesverbandes. Für die Ausstellung "Von der Kunst zum Kinderkriegen" hat sie überwiegend großformatige Gemälde in Acryl-Mischtechnik mit Enkaustik gearbeitet.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Geburt, angedeutet durch ein zentrales Bild Dagmar Diekmanns und Hilfsmittel aus der Geburtshilfe. Eine Wochenbettszene veranschaulicht die Zeit direkt nach der Geburt, während Mariendarstellungen auf die religiöse Dimension der Mutter-Kind-Beziehung verweisen. Im zweiten Ausstellungsraum liegt der Schwerpunkt auf dem Lauf des Lebens und prägenden Ereignissen wie der Taufe und auch dem Tod eines Kindes.
Die Geburtshilfekoffer von lippischen Ärzten zeigen früher benutzte Geburtswerkzeuge, etwa Geburtszangen. Dabei wird die Hausgeburt mit ihren Umständen in den Mittelpunkt des Interesses gestellt. Eine zentrale Position nimmt dabei ein sogenannter Geburtsstuhl ein, eine Leihgabe aus dem Stadtmuseum Gütersloh. Die Hebamme transportierte den klappbaren Stuhl Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Fahrrad. Aus Lippe ist bekannt, dass die meisten Frauen auf herkömmlichen Möbeln entbanden. Dies konnte ein mit Holzklötzen hochgelagertes Bett sein oder auch ein Küchentisch. Andere Objekte beleuchten die Rolle der Hebammen bei der Geburt. Die Hebammenausbildung wird durch ein geburtshilfliches Modell angesprochen. An der Nachbildung eines weiblichen Unterleibes wurden mit einer Puppe die richtigen Handgriffe für eine Geburt geübt.
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit volkskundlich-wissenschaftlichen Aufsätzen erschienen. Beleuchtet wird unter anderem die Rolle der Hebammen bei der Geburt unter Einbeziehung zum Teil erstmals erschlossener Archivbestände. Die Ausstellung "Von der Kunst zum Kinderkriegen" ist bis zum 29. Mai 2007 im Lippischen Landesmuseum Detmold zu sehen.
Dr. Imke Tappe-Pollmann, Lippisches Landesmuseum Detmold, Ameide 4, 32756 Detmold, Tel.: 05231-99250
http://www.lippisches-landesmuseum.de
Von der Kunst zum Kinderkriegen - Moderne Kunst in Verbindung mit Forschungen zur Volkskunde
29.05.2007 (seit: 10.12.2006), Ort: Lippisches Landesmuseum
Die Ausstellung spannt den Bogen von Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft in der Kulturgeschichte bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Konzipiert wurde dieses für das Lippische Landesmuseum Detmold neuartige Projekt von der Abteilung Volks- und Landeskunde in Zusammenarbeit mit der Lemgoer Künstlerin Dagmar Diekmann. Zweimal erhielt Dagmar Diekmann neben anderen Auszeichnungen ein Stipendium des Landesverbandes Lippe, außerdem war sie 1989 Trägerin des Kulturförderpreises des Landesverbandes. Die Arbeiten der ehemaligen Meisterschülerin an der Berliner Hochschule der Künste erfassen Geburt und Mutter-Kind-Beziehung als Teil im Lauf des Lebens.
Anhand von fünf Themenbereichen gehen Kunst und Volkskunde in der Ausstellung einen Dialog ein. So stehen Werke Dagmar Diekmanns zum Geburtsvorgang neben Hilfsmitteln aus der Geburtshilfe, etwa einem speziellen Geburtsstuhl.
Schwangerschaft | Geburt | Mutter und Kind | Glaube und Erinnerung | Lauf des Lebens
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Lippisches Landesmuseum Detmold, Ameide 4, 32756 Detmold,
Tel.: 05231-99250
http://www.lippisches-landesmuseum.de
Im Zeichen des Fortschritts. 150 Jahre Gewerbevereine – 150 Jahre Gewerbeausstellungen in Villingen und Schwenningen
28.05.2007 (seit: 15.04.2007), Ort: Franziskanermuseum, Villingen-Schwenningen
Ausstellung
Ab 1857 fanden in Schwenningen und Villingen Gewerbeausstellungen statt, die Südwest Messe steht bis heute in dieser Tradition. Von Beginn an waren sie Besuchermagneten. Ganz im Zeichen des Fortschritts stehend präsentierten sie die jeweils neuesten Produkte des heimischen Gewerbes.
1857, 1858, 1865, 1876, 1907, 1927 und 1950: Die Gewerbeausstellungen öffnen faszinierende Zeitfenster in den spannenden Prozess der Industrialisierung. Gab es 1858 noch eine Goldmedaille für kunstvolle Geflechte aus der Strohhutfabrik, so waren 1907 bereits Uhren mit elektrischem Antrieb zu bewundern. Förderte man 1865 zunächst einmal sichere Öfen, um die Brandgefahr in Privathäusern zu verringern, so drehte sich 1927 alles um gesunde und hygienische Wohnungsausstattungen für den Arbeiterhaushalt. Seit 1950 ist die Südwest Messe als Verbrauchermesse für das südliche Baden-Württemberg erfolgreich.
1857 bzw. 1858 sind auch die Gründungsjahre der Gewerbevereine in Villingen und Schwenningen. Die Veranstaltung der Gewerbeausstellungen war eine ihrer wichtigsten Aufgaben.
Im Jubiläumsjahr wird der Versuch unternommen, die historischen Ausstellungen exemplarisch zu rekonstruieren. Dabei zeigt sich der radikale Wandel einer von traditionellen Gewerbezweigen geprägten, aber von Beginn an für einen internationalen Markt produzierenden Region abseits der Großindustrie. Die Bedeutung des Designs, der Kunst, aber auch von Geschichte und Museen innerhalb dieses Modernisierungsprozesses wird veranschaulicht. Ebenso wird deutlich, wie sehr die Entwicklung von Unternehmerpersönlichkeiten wie Ferdinand Förderer, Richard Bürk oder Oskar Spiegelhalder geprägt wurde.
Franziskanermuseum, Rietgasse 2, 78050 Villingen-Schwenningen, Tel.: 07721/822351
http://www.villingen-schwenningen.de/Franziskanermuseum-Villingen.702.0.html
Eberhard Schlotter. Arquipintura
20.05.2007 (seit: 24.02.2007), Ort: Bomann-Museum, Celle
Mit menschenleeren Architekturlandschaften reflektierte Eberhard Schlotter zu Beginn der 1950er Jahre seine Situation als Künstler im Nachkriegsdeutschland. Nach seiner Übersiedlung in das südspanische Altea im Jahr 1956 intensivierte er die Arbeit an diesem Thema. Die Bilder zählen mit ihrer klaren Formensprache und ihrer vollkommen eigenen künstlerischen Handschrift zu den bedeutendsten seines gesamten Schaffens.
Ab 1993 verbringt Eberhard Schlotter jedes Jahr mehrere Monate in Peru. Hier stößt er auf Bildgegenstände der früheren spanischen Jahre und entdeckt an ihnen mehr als 40 Jahre später die Motivation seines malerischen Aus- und Aufbruchs neu: das Vergnügen am optischen Zauber des Verwitterten, am haptischen Reiz bröckeliger Wände und Mauern, am farbigen Reichtum unscheinbarer Details, an Aussagekraft und Gültigkeit des Fragments. Häufig konzen-triert sich der Künstler auf unspektakuläre architektonische Details, mit denen er nicht nur seine Freude ausdrückt, in einem Bauwerk Momente einer abstrakten Flächigkeit zu entdecken: Schlotter bedient sich einer Mischung von Mitteln, die einerseits dem Inventar der Malerei angehören sowie andererseits dem Inventar der Fotografie entliehen sind. Dieses wesentliche Moment seiner Malerei wird anhand von 90 Gemälden verdeutlicht. Weiterhin geben 60 auf den Reisen entstandene Aquarelle, oft Vorstudien zu seinen Bildmotiven, Aufschluss über seine Arbeitsweise. Mit dem Thema Architektur sowie den bildnerischen Mitteln der Fotografie liefert der Künstler einen eigenständigen Beitrag zum aktuellen Diskurs in der zeitgenössischen Malerei.
Stadtgeschichte / Öffentlichkeitsarbeit, Bomann-Museum Celle, Schloßplatz 7, 29221 Celle, Fon 0049 (5141) 12-634, Fax 0049 (5141) 12-535, Hilke.Langhammer@celle.de
http://www.celle.de/showobject.phtml?La=1&object=tx|342.3436.1&NavID=342.69.1
"Wetter - verhext - gedeutet - erforscht"
13.05.2007 (seit: 18.03.2007), Ort: Stadtmuseum Gütersloh
Wanderausstellung zeigt Wandel vom Wetterheiligen über den Wetterfrosch zur Wettervorhersage
Wenn man sich auch noch so wenig zu sagen hat, über ein Thema kann man fast immer sprechen: das Wetter. Wie das Wetter die Menschen vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit und die Aufklärung bis hin in die Moderne beschäftigt hat, davon erzählt die Wanderausstellung "Wetter - verhext - gedeutet - erforscht�
, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Bauernhaus-Museums Bielefeld, die ab dem 18. März im Stadtmuseum Gütersloh zu sehen ist. Rund 150 Exponate erklären, wie
Menschen früher das Wetter gesehen haben, wie sie versuchten, Unwetter abzuwehren und wie sich die Meteorologie langsam zu recht verlässlichen Wettervorhersagen entwickelt hat. Die Sorgen um das Weltklima zeigen schließlich die besondere Aktualität des Themas.
"Nur auf den ersten Blick scheint es so, dass unsere technisierte Welt die Wetterabhängigkeit der früheren Agrargesellschaft überwunden hat: Schließlich hängt unser Wohlbefinden von der Zahl der Sonnenscheinstunden ab und Wetterkapriolen können unser
hochtechnisiertes Verkehrssystem innerhalb von Minuten zusammenbrechen lassen. Deshalb widmen die Fernsehsender dem Wetter jeden Tag mit tricktechnisch aufwändig aufbereiteten Wettervorhersagen viele wertvolle Sendeminuten", so LWL-Ausstellungsmacherin Verena Burhenne.
Seit je her versucht der Mensch das "chaotische System Wetter" zu verstehen und vor allem vorherzusagen. Deshalb ist die Meteorologie ein wichtiges Thema der Ausstellung. Die Schau beginnt ihre Zeitreise im hohen Mittelalter als das Weltbild der Antike noch verbreitet war. "Zu dieser Zeit war das Wetter keine Frage der Wissenschaft sondern des Glaubens und damit gottgegeben. Die Menschen glaubten, sie könnten Unwetter mit gottgefälligem Verhalten abwenden", so Burhenne, die entsprechende religiöse Devotionalien wie Wetterkerzen und Schutzbriefezusammengetragen hat.
Noch im 17. Jahrhundert, als in den Wissenschaften die Zeit des Experimentierens begann, galten Blitz und Donner als Zeichen göttlichen Zorns. Zwar gelang es den Wissenschaftlern für die Wetterbeobachtung wichtige Messinstrumente wie Barometer und Thermometer zu erfinden. Doch neben diesen Instrumenten zeigt die Ausstellung auch eine 1842 erschienene Publikation, die Laubfrösche, Wetterfische und sogar Blutegel und Spinnen als sichere Wetterverkünder nennt.
Eine Telegrafenstation aus der Zeit um 1880 steht in der Ausstellung für den Boom der Meteorologie, den die neue Informationstechnik auslöste: Jetzt war es einfach, die Messdaten vieler Stationen in kurzer Zeit zu vernetzen, die ersten echten Wettervorhersagen entstanden. Heute stehen den Meteorologen Wetterdaten aus aller Welt und sogar Satellitenbilder aus dem Weltraum zur Verfügung.
"Wir wollen aber keine rein meteorologische Leistungsschau machen, deshalb zeigen wir auch, wie die Menschen mit dem Wetter umgehen. Dazu gehören zum Beispiel Wetterglocken, die die Menschen früher vor aufziehenden Unwettern warnen sollten", so Burhenne. Wetterbedingte Missernten und Hungerkrisen konnten diese Glocken natürlich nicht verhindern. Der Gedanke der Vorsorge verbreitete sich. Die Ausstellung zeigt zum Beispiel, wie in Westfalen eine "Wetter-Casse" als eine frühe Form der Versicherung entstand, die das Risiko für den Einzelnen minderte.
http://www.stadtmuseum-guetersloh.de
Österreich mit Europa in Rumänien: "15+10+2. Europäische Identitäten. 12 Pakete aus Europa"
12.05.2007 (seit: 201.07.2007), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde
Das Österreichische Museum für Volkskunde wurde vom Complexul National Muzeal "ASTRA" eingeladen, die Ausstellung "15+10+2 Europäische Identiäten.12 Pakete aus Europa" in Sibiu/Hermannstadt, der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas, zu präsentieren.
Die Idee dieser Ausstellung, die anlässlich der EU-Erweiterung 2004 für Wien konzipiert wurde, besteht darin, dass die ethnographischen Fachinstitutionen der neuen EU-Mitgliederstaaten gebeten wurden, dem Wiener Volkskundemuseum ein möglichst symbolgeladenes Geschenk zu überlassen, das als typisch für das jeweilige Land angesehen werden kann und mit dem sich die Bewohner identifizieren. Die Palette der eingesandten Dinge reichte von der Darstellung einer Eiche, dem lettischen Nationalsymbol, auf einem Geldschein, über Modelle von Heutrockengeräten aus Slowenien, Fäustlingen aus Estland bis zu Ostereiern aus Tschechien, vom Tokayer der Ungarn bis zu Cyprus Delights in griechischer und türkischer Version.
Parallel dazu präsentierte das Österreichische Museum für Volkskunde aus seiner eigenen Sammlung je ein Objekt aus den betreffenden Ländern. Damit wurde deutlich, dass das 1895 gegründete Wiener Museum seit Anfang an europäisch ausgerichtet war und stets in regem wissenschaftlichen Austausch mit den ethnographischen Institutionen in Europa stand.
Aus aktuellem Anlass präsentiert sich die Ausstellung in Sibiu/Hermannstadt nun um Objekte der zwei neuen EU-Länder erweitert. Der Museumsgründer Michael Haberlandt konnte nämlich sowohl aus Bulgarien als auch aus Rumänien eine umfangreiche Anzahl von Zeugnissen der Alltagskultur für das Museum erwerben, die ihn darüber hinaus befähigten, in der Völkerkunde von Georg Buschan (1926) einen Überblick über die Volkskultur dieser Länder zu geben. Seither wurde die Sammlung kontinuierlich erweitert.
Für das Österreichische Museum für Volkskunde bietet die Beteiligung am Programm der heurigen Kulturhauptstadt Sibiu/Hermannstadt eine willkommene und gerne wahrgenommene Gelegenheit, die langjährigen Beziehungen zu Rumänien zu dokumentieren und neuerlich zu vertiefen.
Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, +43(0)1/406 89 05-30, +43(0)1/408 53 42, dagmar.butterweck[at]volkskundemuseum.at
http://www.volkskundemuseum.at/ausstellung/frame_voran.htm
Brücken:Schlag. Die Czernowitzer Austria - Symbole und Identitäten in einem neuen Europa
29.04.2007 (seit: 02.03.2007), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Die "Czernowitzer Austria" des Wiener Bildhauers Karl Pekary stand als Zeichen österreichisch-ungarischer Machtpräsenz ab 1875 am "Austria-Platz" in Czernowitz. Im Jahr 1918 verschwand die "Austria" unter ungeklärten Umständen. Im Mai 2003 tauchte der zwei Meter große Torso der Statue bei Bauarbeiten überraschend wieder auf. In einem internationalen Kunst- und Kulturprojekt beschäftigten sich im Jahr 2006 Künstler aus Ungarn, der Slowakei, Polen, der Ukraine und Österreich mit der Neuinterpretation jeweils eines originalgetreuen Abgusses der Statue, um deren symbolische Relevanz zu untersuchen.
Der Umgang mit (u.a. politischen) Symbolen und ihrer Bedeutung für Gegenwart und Zukunft im neuen Europa ist auch ein Thema der Europäischen Ethnologie. Dies umso mehr für ein Museum wie das Österreichische Museum für Volkskunde, das auf Sammelbestände und über 100 Jahre alte Beziehungen zur Bukowina verweisen kann. Lässt sich Identität symbolisch verorten, wie wird Identität konstruiert, welche Symbole werden in der Zukunft Bedeutung haben?, sind mögliche Fragen, die anhand der Auseinandersetzung mit dem Statuenfund und dem künstlerischen Umgang damit diskutiert werden können. Die zehn "neuen" Austria-Skulpturen wandern durch das "neue" Europa mit Zwischenstationen in Krakau, Budapest, Bratislava, Wien-Laudongasse und Czernowitz, symbolisieren die unterschiedlichen Visionen, Blickwinkel und Entwürfe der gegenwärtigen strukturellen Veränderungen, um schließlich in Kiew für einen längeren Zeitraum neuen Botschaften und möglichen Interpretationen ihren Körper zu leihen.
Beteiligte KünstlerInnen: Ilona Nemeth (SK), Gruppe XYZ (SK), Róza El-Hassan (HU), Janos Sugar (HU), Karolina Kowalska (PL), Janek Simon (PL), Anna Sidorenko (UA), Bronislav Tutelman (UA), Bernadette Huber (AT), Abbé Libansky (AT), Hilde Fuchs (AT)
Österreichisches Museum für Volkskunde, Pressebetreuung: Dagmar Butterweck, Tel. +43/1/406 89 05/30,
dagmar.butterweck@volkskundemuseum.at
http://www.volkskundemuseum.at/ausstellung/frame_aktuelle.htm
Glaubenssache. Eine Ausstellung für Gläubige und Ungläubige
29.04.2007 (seit: 28.10.2006), Ort: Zeughaus-Areal Lenzburg (Schweiz)
Sind Sie gläubig? 85% der Schweizer Bevölkerung auf dem Land und 78% in der Stadt bejahen diese Frage. 77% beten regelmässig, 34% jeden Tag. Der totgesagte Glaube lebt. Doch immer weniger finden Gläubige den Weg in die Kirchen. Glaube ist für eine wachsende Mehrheit zur Privatsache geworden.
Die Ausstellung Glaubenssache fragt nach, was es bedeutet, wenn immer weniger Menschen das Gleiche glauben. Sie gibt Einblick in den Glaubensalltag - vom konfessionslosen CEO, der täglich Zen meditiert, über die katholische Grossmutter, die zur Muttergottes betet, bis zur Therapeutin, die sich im Gesang mit der göttlichen Energie verbindet. Die Ausstellung zeigt, wie und weshalb Menschen glauben oder nicht glauben. Und sie zeigt, wann der private Glaube andere stört, Angst macht oder provoziert.
Glaubenssache nimmt die Glaubenslandschaft der Gegenwart unter die Lupe und die persönliche Glaubenseinstellung ins Visier. Sie fordert die Besucherinnen und Besucher auf, in Glaubenssachen Position zu beziehen.
Glaubenssache dient der Reflexion eines Themas, das sich in den letzten Monaten mit teils schrillen Tönen zurückgemeldet hat. Das Projekt verdichtet und analysiert, die Schlüsse ziehen die Besucher selber. Glaubenssache führt zu Grundsatzdiskussionen und im besten Fall auch zu Verständigung und Respekt.
Stapferhaus Lenzburg, Schloss, CH-5600 Lenzburg 2, Tel.: +41 (0)62 888 48 00, Fax: +41 (0)62 888 48 01, eMail: info(at)stapferhaus.ch
http://glaubenssache.stapferhaus.ch/ausstellung.html
Hanne Dittrich - Bilder einer Archäologie
15.04.2007 (seit: 03.12.2006), Ort: Alamannenmuseum Ellwangen
Die Ausstellung „Bilder einer Archäologie“ verknüpft erstmals Kunst und Archäologie im 2001 eröffneten Alamannenmuseum. Landschaft, Stillleben, Gesicht - viele Themen hat Hanne Dittrich in ihrer 30-jährigen Malarbeit durchgespielt, sogar Unsichtbares wie Duft und Musik in Form und Farbe verwandelt. In den achtziger Jahren hat ein Thema sie zur Archäologie geführt. Es war ihre Suche nach dem Archetypus. Gesucht hat Hanne Dittrich nach den ursprünglichen menschlichen *u*erungen von Linie und Form. Gefunden hat sie sie zum Beispiel in Steinritzzeichnungen an kultischen Plätzen: Einfaches wie Kreis, Kreuz, Rhombus, Feld, Spirale, Labyrinth, Baumsymbole. Überall auf der Welt sind diese Zeichen zu finden, als strukturgebende Prinzipien, vom Beginn aller menschlichen Kultur bis zum Ende aller Zeiten, denn es sind Archetypen. Hanne Dittrich wirkt in Italien, der Schweiz und Österreich, ihre Ateliers befinden sich in Abtsgmünd bei Ellwangen und in Montalto (Ligurien).
Alamannenmuseum Ellwangen, Haller Straße 9, 73479 Ellwangen, Tel.: +49 7961/969747, Fax: +49 7961/969749, alamannenmuseum@ellwangen.de
http://www.alamannenmuseum-ellwangen.de/html/sonderneu.html
König, Katz & Bär. Die spielerische Welt des Mario Grasso
25.03.2007 (seit: 10.11.2006), Ort: Museum der Kulturen Basel
Eine Retrospektive zum 65. Geburtstag des Basler Künstlers
Mit seinen Arbeiten als Illustrator zieht Mario Grasso seit Jahrzehnten Kinder und Erwachsene in seinen Bann. Eine Ausstellung im Museum der Kulturen Basel ist eine spielerische Entdeckungsreise für grosse und kleine Museums-besucher und gleichzeitig, anlässlich seines 65. Geburtstages, eine Referenz vor dem Lebenswerk des Basler Künstlers.
Mario Grasso. Jeder ist seinen Werken schon begegnet: Sei es auf Briefmarken, sei es als verspieltes Dekor auf Tellern und Tassen, sei es als Cartoons oder doppeldeu-tige Knick- und Drehbilder in Zeitungen und Zeitschriften, sei es an der Basler Fas-nacht oder auf der Theaterbühne. Während er dort ebenso wie in der Werbegrafik zumeist stark hinter seine Arbeiten zurücktritt, aber dank seinem typischen Strich stets unverkennbar bleibt, gibt es als bekanntere Seite von Mario Grasso jene als Autor und Illustrator von Büchern. Sie zeigen ihn als raffinierten Sprachakrobaten, als phantasievollen Schöpfer magischer Bilder und als sorgfältig recherchierenden Ge-stalter von Büchern für Katzenfreunde, Venedigfans und Liebhaber orientalischer Märchen. Bücher, die dem in Mailand geborenen Schweizer nicht nur im ganzen deutschsprachigen Raum zu grosser Beachtung verholfen haben.
So wie Mario Grasso mit seinem Werk gleichermassen Kinder und Erwachsene in Bann ziehen kann, so wird es auf spielerische Art auch diese Retrospektive zu sei-nem 65. Geburtstag tun. Die lustvoll inszenierte Ausstellung im Museum der Kulturen gibt erstmals Gelegenheit, dem ganzen Mario Grasso weit über eine seriöse Werk-schau hinaus zu begegnen: ein Erlebnis für grosse und kleine Museumsbesucher.
Museum der Kulturen Basel, Augustinergasse 2, CH-4051 Basel
Tel. +41 61 266 56 00, Fax: +41 61 266 56 05, info@mkb.ch
http://www.mkb.ch/sonderausstellungen/mariograsso/index.htm
Einfälle für Abfälle. Kreativität in der Dritten Welt
11.03.2007 (seit: 21.01.2007), Ort: Stadtmuseum Gütersloh
Einfälle für Abfälle. Kreativität in der Dritten Welt heißt eine Sonderausstellung, die als zweiter Beitrag in diesem Winter im Rahmen der Reihe SpieleZeugen vom 21.1.2007 bis zum 11.3.2007 im Stadtmuseum Gütersloh zu sehen ist.
Die Ausstellung zeigt, wie Menschen in der Dritten Welt mit einfachsten Materialien und Werkzeugen Dinge herstellen, die das Leben angenehmer und die tägliche Misere erträglicher machen. Ihnen fehlt es zwar an Geld, nicht aber an Kreativität und handwerklichem Geschick, und so entdeckt der staunende Tourist auf Märkten Sandalen aus Autoreifen, Herde aus Benzinfässern oder Autos, die Kinder aus Abfall gebastelt haben. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht also die Phantasie im Erfinden, die Selbsthilfe, das eigene Können und nicht die aus den Medien bekannten Vorstellungen von Kriegen, Krankheiten und Katastrophen. Ein kleiner Teil der Ausstellung behandelt zudem die deutsche Nachkriegszeit, in der Menschen auch hier aus Abfällen neue Dinge anfertigten. So stellt sie eine Verbindung her von der Erinnerung an die eigene Vergangenheit zur Wahrnehmung der Gegenwart in der Dritten Welt.
Hans Schmidt, ehemaliger Lehrer und Mitarbeiter des Goethe-Instituts, gestaltete die Ausstellung. Er ist auch Fachmann für einen Unterricht mit einfachsten Mitteln und hat LehrerInnen im In- und Ausland darin ausgebildet sowie Bücher zum Thema verfasst.
Speziell für Schulklassen und Kindergärten bietet das Museum nach Voranmeldung interaktive Führungen und ein "Tropenfrühstück" an. Für die weitere Öffentlichkeit gibt es ein Begleitprogramm. Gefördert wird die Ausstellung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie durch die Europäische Akademie NRW e.V.
Stadtmuseum Gütersloh, in Trägerschaft des Heimatvereins Gütersloh e.V.Kökerstr. 7-11a, 33330 Gütersloh, Tel.: 05241-26685, Fax: 05241-29072, Mail: info@stadtmuseum-guetersloh.de
http://www.stadtmuseum-guetersloh.de
Legowelten - Sammlung Andrea und Christian Lange, Eschede
25.02.2007 (seit: 30.11.2006), Ort: Bomann-Museum Celle
Seit über 40 Jahren inspirieren die bunten Kunststoffsteine mit den charakteristischen acht Noppen Kinder und Erwachsene zum Bau von Eisenbahnen, Autos und Tankstellen, Raketen, Piratenschiffen, Häusern, Figuren oder Tieren. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die diesjährige Weihnachtsausstellung lässt Kinderalltag und Spielzeuggeschichte von den 1950er Jahren bis heute lebendig werden. Etwa 500 Lego-Modelle aus der Privatsammlung Andrea und Christian Lange sind im Bauernhaus und in der Remise zu bestaunen. Hinzu kommen Werbeschriften, Bauanleitungen und Originalverpackungen.
1958 startete der Siegeszug der bunten Klötzchen in Billund, Dänemark. Bereits 1932 hatte der Tischlermeister Ole Kirk Christiansen das Unternehmen gegründet. Anfangs stellte er Holzspielzeug her, 1934 erfand er den Namen LEGO als Abkürzung für leg godt (dän.) - spiel gut. Ab 1949 wurden die Vorläufer der heutigen Steine aus Kunststoff gefertigt. Die auf der Unterseite des Steines eingefügten Röhren, die genau in die Zwischenräume der Noppen passten, sorgten für die notwendige Stabilität der entstehenden Bauwerke. Anfangs war der Grundstock des neuen Baukastensystems auf Haus- und Straßenbau ausgerichtet. Doch schon 1962 wurden mit der Erfindung des Rades die Themengebiete wesentlich erweitert, 1966 gab es den ersten Motor und ab 1974 bevölkerten Menschen die Legowelt. Bis heute kam eine Vielzahl von Bausätzen hinzu. Doch noch immer kann jedes neue Bauteil mit den ersten Grundsteinen kombiniert werden. In 137 Ländern der Welt wird mit Legosteinen in der dritten Generation gespielt, der weltweit operierende Konzern hat einen Output von vier Billionen Legosteinen.
Bomann-Museum Celle, Schloßplatz 7, D – 29221 Celle, Tel.: (05141)12372, Fax: (05141)12535, eMail: bomann-museum@celle.de
http://www.celle.de/showobject.phtml?La=1&object=tx|342.10751.1
Lernen – Anwenden – Bewahren. Der Spielzeugdesigner Günter Kienel
11.02.2007 (seit: 19.11.2006), Ort:
Sein Material ist das Holz. In der Form reduziert, klar oder farbig lackiert, so präsentieren sich Lastkraftwagen, Eisenbahnen und Traktoren von Günter Kienel (geb. 1936). Formgebogenes Schichtholz, das vor allem das Möbeldesign der klassischen Moderne prägte, verleiht seinen Modellen Stabilität und Dynamik. Die Sonderausstellung im Deutschen Spielzeugmuseum zeigt einen Querschnitt seines Schaffens von den 1950er bis zu den 1980er Jahren.
Lernen:
Günter Kienel wurde 1936 in Steinach/Thüringen geboren. 1957 schloss er seine Ausbildung an der Fachschule für angewandte Kunst in Sonneberg ab. Die Fachschule prägte nachhaltig seinen Stil. Im 19. Jh. gegründet, widmete sich die Fachschule für Spielzeug seit Beginn des 20. Jh. verstärkt dem Holzspielzeug. Das traditionelle Material erhielt im Zuge der Spielzeugreform um 1900 neue Bedeutung. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts galt reines Holzspielzeug zunehmend als veraltet und lediglich noch für billigste Massenware tauglich. Mit der Forderung nach von Künstlern gestalteten Spielsachen, zur ästhetischen Erziehung, verband sich die Ablehnung von Luxusspielereien und technischem Perfektionismus. Nun sah man im Holz das Material für schlichtes, pädagogisch und ästhetisch wertvolles Spielzeug.
Anwenden:
Nach Abschluss seiner Ausbildung war Günter Kienel im eigenen Familienbetrieb in Steinach als Gestalter tätig. Die Firma Georg Philipp Kienel war 1898 gegründet worden. Sie produzierte u.a. mit Filz und Fell überzogene Pferdchen sowie aus Pappe geprägte Artikel. Nach 1945 konzentrierte man sich zunehmend auf die Produktion von Holzspielzeug. Ab 1960 war die Firma ein reiner Holzspielwarenbetrieb. Auf der Leipziger Messe 1964 erhielt Günter Kienel für den von ihm entworfenen Kipper die Designauszeichnung "Gute Form". Im Zuge von Konzentration und Verstaatlichung in der DDR fusionierte die Firma Kienel mit andere Holspielwarenherstellern in Steinach. 1972 wurde Günter Kienel Betriebsdirektor des VEB Vereinigte Steinacher Holzspielzeugfabriken (VERHOFA). Drei Jahre später ging dieser Betrieb im VEB Plast- und Holzspielwarenwerke (PLAHO) auf. Bis zu seinem Ruhestand 1991 war Günter Kienel als Produktionsleiter und Entwickler im VEB PLAHO tätig.
Bewahren:
Günter Kienels Leidenschaft für Holzspielzeug hielt auch im Ruhestand an. Im Deutschen Schiefermuseum baute er eine Sammlung von Holzspielsachen aus Steinacher Produktion auf. Die "Steinacher Spielzeugschachtel" rettet so Alltagsobjekte, die nach der Wende und den Niedergang der Spielzeugherstellung verloren zu gehen drohten.
Deutsches Spielzeugmuseum, Beethovenstraße 10, 96515 Sonneberg, Tel. 03675/702856, Fax 03675/742871, info@spielzeugmuseum-sonneberg.de
http://www.spielzeugmuseum-sonneberg.de/seiten/ausst/sas.php
"Die Mistel und Weihnachten"
04.02.2007 (seit: 01.12.2006), Ort: Heimatmuseum Reutlingen
Die Mistel fasziniert seit vielen Jahrhunderten die
Menschen wegen ihrer besonderen Eigenschaften als Pflanze. Sie ist nicht nur Gegenstand der botanischen Wissenschaft, sondern sie begegnet uns in Mythologie, Aberglaube und christlicher Symbolik, in der Heilkunde, in Kunst, Kunsthandwerk, Dichtung und Musik.
Eine große Rolle spielt die Mistel (Viscum album L.) als Weihnachtspflanze.
Sie trägt zur Weihnachtszeit viele weiß-leuchtende Beeren und wirft ihre dunkelgrünen lederigen Blätter im Winter nicht ab. Dadurch wurde sie zum Symbol für immerwährendes Leben und zum Bestandteil vieler Festbräuche.
Die Mistel als weihnachtlichen Grünschmuck des Hauses kennt man spätestens seit Beginn des 17. Jahrhunderts. Im viktorianischen England wurde dieser besonders üppig verwendet. Später schmückte die Mistel fast jede Art von
Weihnachtszierat wie beispielsweise Christbaumständer und Baumschmuck.
Zahlreiche Illustrationen zeigen das Dekorieren, aber auch die Ernte und den Handel mit Misteln.
Der Kuss unter dem Mistelzweig ist heute ein weltweit bekannter Brauch.
Früheste Zeugnisse gibt es seit Ende des 18. Jahrhunderts. Von England aus verbreitete sich diese Sitte bald in andere Länder Europas und Nordamerikas. Der Brauch wurde zu einem beliebten Bildmotiv - künstlerisch bis kitschig, ernsthaft bis ironisch, aber natürlich auch erotisch in Szene gesetzt. Ursprünglich aus England kommt die Besonderheit des 'Kissing Ball', ein kugelförmiges Gebinde mit darunter hängenden Mistelzweigen.
Die Mistel ist ebenfalls ein Glückssymbol. An Weihnachten und Neujahr wünscht man sich Glück mit der Mistel, versendet sie auf zahlreichen Glückwunschkarten und schmückt Geschenke damit. Im alten französischen Neujahrsruf heißt es: "Au Gui l'An Neuf" - "Mit der Mistel ins Neue Jahr!"
Auch der weihnachtliche Kommerz bediente sich stets der Mistel. Die Werbung setzt die Pflanze vielfach sinnbildlich für Weihnachten ein. Seit dem 20. Jahrhundert wird die Mistel als Dekor in allen Formen der weihnachtlichen Tischkultur verwendet: auf Porzellan und Glas, Tischdecken, Servietten und vielem mehr.
Die Ausstellung spürt der vielfältigen Bedeutung dieser faszinierenden Pflanze nach - mit einer bemerkenswerten Bandbreite von Objekten zwischen Kunst und Kitsch, Nostalgie und neuestem Trend. Nach einem botanischen und
kulturgeschichtlichen Überblick stellt sie die zeitliche Entwicklung und geographische Verbreitung der Mistel als Weihnachtspflanze vor. Das Konzept zur Ausstellung sowie die fachliche Bearbeitung und die Leihgaben gehen auf das Ehepaar G.+ G. Schorer zurück. Weitere Leihgaben aus Privatbesitz und aus Museen und Bibliotheken ergänzen den Überblick zur Geschichte der Mistel in der Weihnachtszeit.
Heimatmuseum Reutlingen, Oberamteistr. 22, 72764 Reutlingen, Tel.: 07121/303-2959
http://www.reutlingen.de/kultur
Bruno Mooser „Weiß und Schwarz“ - Fotografische Bilder aus Straubing
04.02.2007 (seit: 15.11.2006), Ort: Gäubodenmuseum Straubing
Unter Liebhabern und Kennern der Fotografie gilt Bruno Mooser als einer der großen Lichtbildner Niederbayerns. Vor mehr als 50 Jahren begann Mooser zu fotografieren und ist mit 81 Jahren bis heute noch immer mit seiner Kamera unterwegs.
Erstmals stellt Mooser nun zahlreiche, auch unveröffentlichte Arbeiten vor, die seinem Wohnort Straubing gewidmet sind. Eine Vielzahl dieser Bilder, die seit Mitte der 1950er Jahren entstanden, erweisen sich über ihre fotografische Qualität hinaus als zeit- wie lokalgeschichtliche Dokumente, die das Gäubodenmuseum Straubing in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Straubing der Öffentlichkeit vorstellen. Frühe und neue, veröffentlichte und zahlreiche unveröffentlichte Aufnahmen des Leica-Fotografen von Straubing und seinem Umland sind nun im Gäubodenmuseum Straubing vom 15. November 2006 bis 4. Februar 2007 zu sehen.
Als Amateurfotograf ist Bruno Mooser ohne große Umschweife zum Fotokünstler geworden. 1925 im Rottal (Niederbayern) geboren und bis zu seiner Pensionierung 1988 Lehrer am Institut für Hörgeschädigte in Straubing, ging es Mooser dabei nie allein um einen speziellen fotografischen Stil, sondern – konzentriert auf sein berufliches und regionales Umfeld - um Menschen- und Naturbilder in all ihren Nuancen.
So bildete sein berufliches Umfeld in den 1950er Jahren einen ersten Schwerpunkt. Im Umgang mit den gehörgeschädigten Kindern entstanden eindrucksvolle, stille, vielfach ausgezeichnete, meist schwarzweiße Bilder. Daneben galt sein Interesse – wenn auch nur wenig veröffentlicht - Personen und Situationen in seiner Stadt Straubing. Parallel galt sein Blick der Ästhetik von kahlgeräumten, maschinengerechten Landschaftsflächen, „grafischen Landschaften“.
Mitte der 1970er Jahre trat zur SW-Fotografie die Farbfotografie hinzu. Reisen nach Island öffneten Mooser, der bis dato hauptsächlich Menschen und Landschaften Niederbayerns dokumentiert hatte, den Blick für Urlandschaften, welche er für seine jüngsten Arbeiten schließlich auch wieder im Bayerischen Wald fand.
Seit der Mitte der 1950er Jahre vielfach ausgezeichnet, fanden zahlreiche Arbeiten weltweite Verbreitung. Mit der Pensionierung im Jahr 1988 intensivierte der bis heute aktive Leica-Fotograf Bruno Mooser seine Ausstellungs- und Autorentätigkeit. Viel gelobte Bildbände sind von ihm u. a. im Rosenheimer Verlag in Rosenheim, dem Lichtung-Verlag in Viechtach und dem Verlag Attenkofer in Straubing erschienen.
Ansprechpartner bei Rückfragen: Dr. Stefan Maier M.A., Tel: 09421/9741-13, Mail: stefan.maier@straubing.de, Gäubodenmuseum Straubing, Fraunhoferstr. 9, 94315 Straubing, Tel: 09421/9741-10, Fax: 09421/9741-29
http://www.gaeubodenmuseum.de/gbm-sonderausstellung/2006/061114-weiss-und-schwarz-mooser/061114-weiss-und-schwarz-mooser.html
Stolle & Co.: Konzepte und Rezepte zur Weihnachtszeit in Europa mit Installationen von Hans Martin Sewcz
04.02.2007 (seit: 11.11.2006), Ort: Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, 14195 Berlin
In dieser Ausstellung geht es um Weihnachtsgebäcke in Europa - vom Dresdner Christstollen und Marzipandominosteinen aus Dresden über Aachener Printen, Engadiner Mandelscheiben, Panettone und Pignoletti, über Basler Leckerli und Züricher Tirggel bis hin zu Iokoumia, einem griechischen Nussgebäck, dem schwedischen Lussekatter und finnischem Weihnachtsgebäck. Aber auch jede Familie hat ihre Backtraditionen mit ganz speziellen Rezepten. Diesen wollen wir ebenfalls nachspüren. Dabei werden alle Sinne angesprochen - es duftet nach Weihnachten … Neben den Gebäcken zeigt die Ausstellung auch Geräte, die zur Herstellung benutzt werden, wie Model und Formen. Darüber hinaus sind historische und gegenwärtige Verpackungen sowie die entsprechenden Rezepte zu sehen.
Besondere Highlights sind die Installationen des Konzeptkünstlers Hans Martin Sewcz, bei denen es ebenfalls um Weihnachtsgebäcke geht, nämlich um Stolle und Co.
Informationen: Dr. Irene Ziehe, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Im Winkel 6/8, Berlin – Dahlem, Tel: 030 / 83901-280/-287, Fax: 83901-283, E-Mail: mek@smb.spk-berlin.de
„Frühling im Herbst/Wiosna jesienią
04.02.2007 (seit: 07.11.2006), Ort: Museum Europäischer Kulturen, Góra/Polen
,/Le printemps en automne“. Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832.
Eine Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
„Vom Himmel hoch da komm ich her... - Adventskalender aus 100 Jahren“. Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832.
31.01.2007 (seit: 31.11.2006), Ort: Dominikanerkloster Prenzlau, Prenzlau
Eine Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Informationen: Prof. Dr. Konrad Vanja, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Im Winkel 6/8, Berlin – Dahlem, Tel: 030 / 83901-287, Fax: 83901-283, E-Mail: mek@smb.spk-berlin.de
Zwischen Himmel und Erde. Evangelische Kirche und Moderne in Bielefeld
28.01.2007 (seit: 15.10.2006), Ort: Historisches Museum Bielefeld
Kirche und Moderne – ein Widerspruch? Auch in Bielefeld musste die evangelische Kirche in den letzten zweihundert Jahren auf tief greifende gesellschaftliche Umbrüche reagieren. Religion hat im Zeitalter der Moderne und Postmoderne ihre Gestalt gewandelt. Mehr und mehr ist sie zur Privatsache geworden. Eine Fülle unterschiedlicher Lebensentwürfe konkurriert heute miteinander. Vor diesem Hintergrund muss die Kirche ihren Platz in der Gesellschaft neu bestimmen.
Erstmals untersucht eine Ausstellung die Veränderungen, die seit der Industrialisierung die evangelische Kirche im organisatorischen Rahmen des Kirchenkreises Bielefeld durchlaufen hat. Die Kirchenkreise wurden im frühen 19. Jahrhundert vom preußischen König als neue kirchliche Mittelebene eingeführt. Der Kirchenkreis Bielefeld, 1817 als riesiges Gebilde gegründet, das bis ans hessische Gebiet grenzte, wurde später mehrfach verkleinert und umfasst heute das Gebiet der Stadt Bielefeld nördlich des Teutoburger Waldes.
Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Entstehung der Arbeiterschaft waren im 19. Jahrhundert gesellschaftliche Entwicklungen, zu denen die Kirche Stellung beziehen musste. Die ländliche Umgebung Bielefelds, aus der sich zunächst die Industriearbeiterschaft rekrutierte, reagierte auf die rationalistische Theologie, die im Gefolge der Aufklärung entstanden war, zum großen Teil mit Ablehnung. In der Erweckungsbewegung um Pfarrer Johann Heinrich Volkening schlossen sich viele Menschen zusammen, die eine gefühlsbetonte Frömmigkeit lebten. Zugleich hatte diese Bewegung ein waches Organ für soziale Missstände und rief verschiedene diakonische Einrichtungen ins Leben, aus denen u. a. die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel hervorgingen.
Die Ausstellung zeigt daneben an Bielefelder Beispielen die Entwicklung von Kirchenbau und kirchlicher Kunst. Berufe wie Pfarrer und Diakon bzw. Diakonisse werden im Wandel der Zeit vorgestellt. Breiten Raum nehmen die Zeugnisse des Gemeindelebens ein, das sich im 19. Jahrhundert ausdifferenzierte und vor allem den Frauen Entfaltungsmöglichkeiten bot.
Begleitbuch zur Ausstellung: Matthias Benad / Hans-Walter Schmuhl (Hg.): Aufbruch in die Moderne. Der evangelische Kirchenkreis Bielefeld 1815-2006, (19 Euro), Ausstellungsführer ca. 5 Euro
Historisches Museum Bielefeld, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld, geöffnet Mi – Fr 10-17, Sa/So 11-18 Uhr, Tel. 0521/51-3630 o. –3635, Fax: 0521/51-6745, E-mail: info@historisches-museum-bielefeld.de
http://www.historisches-museum-bielefeld.de
Jagd in der Lüneburger Heide
21.01.2007 (seit: 22.07.2006), Ort: Bomann-Museum Celle
Die Ausstellung spannt einen zeitlichen Bogen von rund 350 Jahren: Von der fürstlichen Jagd der letzten Celler Herzöge Christian Ludwig und Georg Wilhelm in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. über die großen Hofjagden der hannoverschen Kurfürsten und englischen Könige Georg I. und Georg II. im 18. Jh. bis hin zum Wandel des Jagdsystems um die Mitte des 19. Jhs. und einem Ausblick in die Gegenwart.
Christian Ludwig und Georg Wilhelm bauten im Fürstentum Lüneburg eine umfangreiche jagdliche Infrastruktur auf. Ihr Neffe Georg Ludwig, ab 1714 als Georg I. König von Großbritannien, übernahm 1705 alle jagdlichen Einrichtungen und ließ 1706–1709 das Jagdschloss Göhrde neu erbauen. In der Göhrde fanden fortan glanzvolle Hofjagden statt. In der zweiten Hälfte des 18. Jhs. wurden alle jagdlichen Institutionen im Fürstentum Lüneburg aufgegeben.
Im 19. Jh. gewannen die Einzeljagd und die Jagd auf Niederwild an Bedeutung. Doch erst die Revolution von 1848 hob das Jagdrecht auf fremdem Boden sowie die Jagddienste auf. Durch die Jagdgesetzgebung von 1850 wurden die Voraussetzungen für die Jagdausübung festgelegt. Der Besitz einer größeren zusammenhängenden Revierfläche war ebenso notwendig wie der Erwerb eines Jagdscheines. Auch Schonzeiten für Wild mussten strikt eingehalten werden.
Die Ausstellung zeigt am Leben und Wirken des Wildmeisters Friedrich Bühmann exemplarisch den Wandel der Jagdmethoden und die Entstehung einer bis heute gültigen Jagdethik um die Wende vom 19. zum 20. Jh. Ein Ausblick ins 21. Jh., der auch die kritischen Stimmen zur Jagd einbindet, rundet die Schau ab.
Bomann-Museum Celle, Schloßplatz 7, D – 29221 Celle, Tel.: (05141)12372, Fax: (05141)12535, eMail: bomann-museum@celle.de
http://www.celle.de/showobject.phtml?La=1&object=tx|342.10730.1
100 Jahre Käthe-Kruse-Puppe: Käthe Kruse und die Berliner Sezession
14.01.2007 (seit: 26.11.2006), Ort: Stadtmuseum Gütersloh
2005 wurde die berühmteste deutsche Puppe hundert Jahre alt. Es war kurz vor Weihnachten 1905, als Käthe Kruse mit ihrer ältesten Tochter Marie und der zweiten Tochter Sophie, die damals noch ein Säugling war, in der Künstlerkolonie auf dem Monte Verita in der Schweiz lebte. Marie wollte "auch ein Kind, wie die Mama und die Mutter Maria" haben. Der Wunsch nach einer Puppe wurde dem Vater der Kinder, dem Bildhauer und Berliner Sezessionisten Max Kruse mitgeteilt. Der fand die damaligen kommerziell hergestellten Puppen zu wenig kindgerecht und forderte seine Frau auf: "Macht euch doch selber welche!" Der Rest ist Puppengeschichte. Zunächst aus einem Handtuch und warmem Sand hergestellt, wandelte sich die Puppe mehr und mehr und zeugte von dem - damals als avantgardistisch empfundenen - Reformgedanken, der das Kinderspielzeug Puppe revolutionieren sollte. 1909 stellte Käthe Kruse ihre "Puppen aus eigener Handin einer Ausstellung des Kaufhauses Tietz in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vor. Doch die berühmte Käthe Kruse-Puppe ist nicht allein Käthe Kruse selbst zuzuschreiben: Vorlage der berühmten Puppe I war ein Kopf des Renaissance-Künstlers Francois Duquesnois (Duquesnoy), genannt "Il Fiamingo". Andere Köpfe von Käthe Kruse-Puppen schuf Igor von Jakimow, ein Schwiegersohn Max Kruses. Auch Arthur Lewin-Funcke, in dessen Atelier Max Kruse jahrelang Leiter der Bildhauerklasse war, sowie Ehemann Max Kruse selbst, trugen - wenigstens ideell - zur künstlerischen Form der Puppe bei
In der Ausstellung wird die Entwicklung der Käthe-Kruse-Puppen zu den verschiedenen Typen seit den Anfängen bis heute dargestellt. In Spielszenen aufgebaut, werden die Puppen mit ihrer Entstehungsgeschichte in einzelnen Vitrinen gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotos, Lebensberichte und Persönliches von der Familie Kruse.
Besonderes Augenmerk verdienen jedoch die originalen Kunstwerke: Originale von Max Kruse aus Firmenbesitz, dazu zwei Bronzeplastiken Igor von Jakimows, die seine beiden Jungen darstellen, sowie ein Aquarell des Künstlers (Museumsleihgaben und Privatbesitz), daneben der Fiamingo-Kopf, der Vorlage für Puppe I war sowie mehrere originale Gips-Werkstattabgüsse Lewin-Funckes aus seinem in Familienbesitz befindlichen Nachlass, die seinen Einfluss auf die Puppengeschichte belegen. Die erwähnten Kunstwerke sind bisher nur selten in der Öffentlichkeit gezeigt worden.
Stadtmuseum Gütersloh, Kökerstraße 7-11a, 33330 Gütersloh, Tel.: 05241/26685, eMail: info@stadtmuseum-guetersloh
http://www.stadtmuseum-guetersloh.de/Aktuelle_Ausstellung.9.0.html
Osmanische Teppiche in Siebenbürgen
07.01.2007 (seit: 28.10.206), Ort: Pergamonmuseum, Museum für Islamische Kunst
Osmanisches in Siebenbürgen? Nichts Ungewöhnliches, denn Siebenbürgen im heutigen Rumänien war von jeher eine kulturelle Drehscheibe zwischen Ost und West. Dort standen sich Einflüsse von Rom und Byzanz, später von islamischem Orient und christlichem Abendland gegenüber. Dort hat sich auch eine einzigartige Vielfalt osmanischer Teppiche des 15. bis 18. Jahrhunderts in protestantischen Gemeinden erhalten. Im Laufe der Zeit stifteten Gemeindemitglieder diese Teppiche zu Taufen, Hochzeiten und anderen Anlässen an die Kirchen. Seit Jahrhunderten dienen sie zur Ausschmückung des Kirchenraums. In vielen der Kirchen sind sie noch heute zu sehen.
Die Ausstellung zeigt eine typische Auswahl von 24 dieser osmanischen Knüpfteppiche, die erstmals in Deutschland – im Museum für Islamische Kunst - Staatliche Museen zu Berlin – zu sehen sind. Sie stammen aus den Beständen verschiedener Kirchengemeinden und des Brukenthal-Museums Hermannstadt/Sibiu.
Zum Gelingen der Ausstellung trugen insbesondere das Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, ferner die Rumänischen Kulturinstitute Bukarest und Berlin, das Brukenthal-Museum Hermanstadt/Sibiu und die Koordinierung Ostmittel- und Südosteuropa am Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin entscheidend bei. Großzügige Förderung erfuhr das Projekt seitens des Rumänischen Kulturministeriums
und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.
Pergamonmuseum, Museum für Islamische Kunst
Besuchereingang: Museumsinsel, Am Kupfergraben
10178 Berlin-Mitte
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Der Bildhauer Ferdinand Hartzer (1838–1906)
07.01.2007 (seit: 03.11.2006), Ort: Bomann-Museum, Celle
Jeder in Celle kennt das Albrecht Thaer-Denkmal, geschaffen von dem hier geborenen Bildhauer Ferdinand Hartzer. Seinen 100. Todestag würdigt das Bomann-Museum mit einer Ausstellung.
Hartzer hat sich mit realistischen Porträtbüsten und Denkmälern bedeutender Persönlichkeiten am Ende des 19. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Nach seiner Ausbildung an mehreren Kunstakademien u. a. in München und Dresden sowie der damals üblichen Italienreise zog es den Bildhauer nach Berlin. Dort konnte er sich gegenüber der großen künstlerischen Konkurrenz behaupten und die Aufmerksamkeit des preußischen Königs Wilhelm auf sich ziehen. Von der hohen Qualität seiner künstlerischen Anfänge zeugen noch heute in Berlin - trotz einiger Kriegsverluste - eine Marmorskulptur der Klio auf dem Mehring-Platz und Teile des Dekorationsprogramms der Nationalgalerie auf der Museumsinsel. Gleichzeitig erhielt Hartzer überregionale Aufträge, insbesondere aus Hannover (Marschner-Denkmal) und Göttingen (Gauss-Weber-Denkmal). Lag sein künstlerischer Schwerpunkt anfangs eher auf allegorischen Kompositionen, so ging seine Neigung im Laufe der Zeit eindeutig immer mehr zum Bildnis. Etwa ab 1880 spezialisierte sich Hartzer aufgrund der großen Nachfrage auf Porträtbüsten, von denen das Bomann-Museum einige als Gipsabgüsse besitzt. In dem Bestreben, die Physiognomie eines Menschen so lebensecht wie möglich wiederzugeben, ist Ferdinand Hartzer ein typischer Vertreter seiner Zeit.
Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Bildnisbüsten und Reliefs aus den Beständen des Bomann-Museums sowie Leihgaben aus Göttingen und Jever.
Stadtgeschichte / Öffentlichkeitsarbeit, Bomann-Museum Celle, Schloßplatz 7, 29221 Celle, Fon 0049 (5141) 12-634, Fax 0049 (5141) 12-535, Hilke.Langhammer@celle.de
http://www.celle.de/showobject.phtml?La=1&object=tx|342.3436.1&NavID=342.69.1
"Les grands portraits de Nadar" im Kloster zum Heiligen Kreuz
07.01.2007 (seit: 27.10.2006), Ort: Kulturhistorische Museum Rostock
Félix Nadar (1820 - 1910), der eigentlich Gaspard-Fèlix Tournachon hieß, war eine schillernde Persönlichkeit des Zweiten Kaiserreichs * Bohemien, Journalist, Schriftsteller, Karikaturist, Luftschiffer und Photograph. Als erster Photograph überhaupt machte er vom Ballon aus Luftbildaufnahmen von Paris und Umgebung. Nach Medizinstudium und einer Tätigkeit als Journalist und Porträtzeichner eröffnete er in Paris ein Atelier für Photographie, das zu einem Treffpunkt der Gesellschaft und der künstlerischen Boheme wurde.
Viele der dort verkehrenden Politiker, Wissenschaftler, Schauspieler, Musiker, Schriftsteller und bildende Künstler hielt er in lebendigen Porträts fest, darunter Jules Verne, Victor Hugo, Alexandre Dumas, Charles Baudelaire, Gioacchino Rossini, Jacques Offenbach, Honoré Daumier, Eugene Delacroix, Gustave Courbet, Edouard Manet, Sarah Bernhardt und George Sand. Anders als die Photographen seiner Zeit verzichtete er auf Hintergrundlandschaften und Accessoires, richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf das Erfassen der Persönlichkeit seiner Modelle. Damit bezog Nadar Position innerhalb der Avantgarde der Photographie und wurde damit zu einem Klassiker der Porträtphotographie.
Nach Walter Benjamin (in *Kleine Geschichte der Photographie") wären die berühmten Porträtphotographien August Sanders ohne den Einfluss Nadars in dieser Form nicht entstanden. Der lange in Halle/Saale wirkende Photograph Hans Finsler schreibt:
*Wenn der Photograph Nadar es übernahm, uns die Porträts von Delacroix, Daumier, Courbet, Baudelaire und vielen anderen zu übermitteln, so hat er allerdings getan, was Baudelaire dem Photographen überließ, als demütiger Diener der Wissenschaften und der Künste, gleich dem Drucker und dem Stenographen, zu erhalten, was er selbst nicht geschaffen hat. Aber Nadar hat mit diesem Bildnis seines skeptischen Kritikers ihm so demütig gedient, wie wenig es vermocht hätten. Erst diese Zeugnisse der Vergangenheit zeigen, was für ein unschätzbares Mittel und durch die Photographie gegeben ist, das Bild des Menschen festzuhalten, eine Schicht, einen dünnen Film von ihm abzulösen, der doch alles enthalten kann, was unser Auge wahrzunehmen vermochte oder vermocht hätte." (aus: *Das photographische Porträt", 1943, in Hans Finsler. Neue Wege der Photographie. Leipzig 1991). Die Negative Nadars werden in der Caisse Nationale des Monuments Historiques et des Sites, seine Abzüge in der Bibliothéque Nationale de France bewahrt.
Das Kulturhistorische Museum Rostock stellt einundfünfzig der berühmten Porträtfotographien Nadars aus. Die Ausstellung stellte das Jeu de Paume in Paris aus Abzügen nach den originalen Glasnegativen zusammen. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff und findet im Rahmen der Französischen Tage 2006 statt.
Hansestadt Rostock, Der Oberbürgermeister, Pressestelle, 18050 Rostock, Verantwortlich: Ulrich Kunze, Tel. 0381 381-1417, -1418, Fax 0381 381-9130, E-Mail: presse@rostock.de
Hansestadt Rostock, Der Oberbürgermeister
Museum_inside_out - Arbeit am Gedächtnis
00.00.2007 (seit: 24.05.2007), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien
Das Österreichische Museum für Volkskunde plant für das gesamte Jahr 2007 ein bislang in der Museumsszene einzigartiges Projekt. Die Museumsarbeit, die normalerweise zu 80 Prozent Backstage unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, wird in die Ausstellungsräume transferiert, Kuratorinnen und Kuratoren, Restauratoren, Bibliothekare, Archivare, Kulturvermittler werden gleichsam auf einer Bühne agieren und derart über die Museumsobjekte und ihre Arbeit mit diesen mit den Besuchern in Interaktion treten.
Tausende Objekte, die normalerweise in den Depots lagern, werden - im Kontext wechselnder Arbeitsprozesse - zu sehen sein. Ein Salzfass aus der Bretagne, eine Holzflöte aus der römischen Campagne, eine Osterratsche aus dem Baskenland, Plastiken, Bildwerke, Devotio-nalien aus der alpinen Volksfrömmigkeit und Andachtskunst, Textilien, Keramiken, Holzprodukte - eine faszinierende Dingwelt europäischer Alltagskultur entfaltet sich in neuen Zusammenhängen und gewinnt Bedeutung auch für die Gegenwart.
Die Ausstellungsräume verwandeln sich in multifunktionale Arbeitsplätze: temporäres Depot, Registraturstelle, Inventarisierungsterminal, Photolabor, Restaurieratelier, Bibliothek, Studierplatz. Publikum und Besucher sind so nah am Museum wie nirgendwo sonst. Bei jedem Museumsbesuch in diesem Jahr etwas Neues entdecken, jede Woche ein anderes, frisches Museumserlebnis. Ein Museum erfindet sich neu.
Mit dem Projekt "museum inside out" stellt sich das Volkskundemuseum zur Diskussion, macht Museumsarbeit öffentlich, stülpt sich von innen nach außen und denkt sowohl intern als auch mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten über seine Inhalte und möglichen Zukunftsperspektiven nach. Die jeglicher Museumsarbeit inhärente Arbeit am Gedächtnis wird so einerseits am Gedächtnis der eigenen Institution geleistet und andererseits dem Publikum als öffentliche Aufgabe für das kollektive Gedächtnis bewusst gemacht.
Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, +43(0)1/406 89 05-30, dagmar.butterweck@volkskundemuseum.at
http://www.volkskundemuseum.at