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Ausstellungsankündigungen |
2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 (Hinweise für Neueinträge
richten Sie bitte an redaktion@d-g-v.de
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Sehnsucht nach Jerusalem. Wege zum Heiligen Grab
31.10.2010 (seit: 16.09.2008), Ort: Kloster Stift zum Heiligengrabe
Eine Ausstellung des „Kloster Stift zum Heiligengrabe“ in Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Bereits im Jahr 2004 wurde zwischen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Kloster Stift zum Heiligengrabe ein Kooperationsvertrag im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz geschlossen, in dessen Mittelpunkt die vergleichende und ökumenische Sammlung „Das Evangelium in den Wohnungen der Völker. Sammlung Gertrud Weinhold“ steht. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster und heutige protestantische Damenstift Heiligengrabe, eines der besterhaltenen mittelalterlichen Frauenklöster Brandenburgs, wird im Erdgeschoss seines Abteigebäudes zukünftig Ausstellungen zu interkonfessionellen Themen präsentieren. Widmete sich eine erste Ausstellung in den Jahren 2004/2005 der polnischen Marienfrömmigkeit, so thematisiert die neue Ausstellung die Heiliggrab-Verehrung. Europäische Nachbauten der Jerusalemer Grabeskirche und szenische Osterspiele zur Passionsliturgie erinnern an diese Verehrung, dem das Kloster Stift seinen Namen verdankt.
Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Im Winkel 6/8, Berlin – Dahlem, Tel: 030 / 83901-287, Fax: 83901-283, E-Mail: mek@smb.spk-berlin.de
Blechzauber. Zwischen Dampfmaschine und Puppenhaus
18.01.2009 (seit: 26.11.2008), Ort: Historisches Museum Bielefeld
Technisches Spielzeug fasziniert umsomehr, wenn es auch nach langer Zeit seine Funktionsfähigkeit noch unter Beweis stellen kann. Aus zwei Jahrhunderten stammen die Miniaturen aus Blech, die das Historische Museum präsentiert. Ob mit winzigen Gasöfen Essensreste nachgekocht, ob Hammerwerke in Bewegung gesetzt oder schlichte Motoren betrieben werden: Technisches Spielzeug verbindet Industrie und Kinderzimmer.
Gerade der Klassiker „Dampfmaschine“ ist dabei aus der Kulturgeschichte spielerischer Welterschließung nicht wegzudenken, weil man bei keiner anderen Kraftmaschine so gut beobachten kann, wie aus Feuer und Wasser mechanische Energie erzeugt wird. Man hört, sieht, fühlt und riecht den prometheischen Prozeß, der die moderne Industriegesellschaft erst ermöglichte.
Mit vielen Leihgaben von Privatsammlern, aber auch aus dem Spielzeugmuseum Nürnberg zeigt das Historische Museum die ganze Vielfalt der Spielzeug-Dampfmaschinen unterschiedlichster Bauart, die ihre großen Vorbilder originalgetreu abbilden. Dazu gesellt sich Haushaltstechnik für das Puppenhaus vom Herd bis zur Nähmaschine. Zahlreiche Objekte werden während der Ausstellung in Aktion zu bewundern sein. Kundige Sammler ermöglichen außerdem seltene Einblicke in die schwierige Kunst des Nachbaus.
Historisches Museum Bielefeld, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld
http://www.historisches-museum-bielefeld.de
„So geht’s leichter!“ – Technik im Haushalt
9.11.2008 (seit: 17.04.2008), Ort: Maihingen (Kreis Donau-Ries)
Vom 17. April bis 9. November zeigt das Rieser Bauernmuseum Maihingen (Kreis Donau-Ries) unter dem Titel „So geht’s leichter! – Technik im Haushalt“ eine Sonderausstellung über die Elektrifizierung und Technisierung des Haushalts seit Anfang des 20. Jahrhunderts, wobei die rasanten Entwicklungen der 1950er und 1960er Jahre im Mittelpunkt stehen.
Elektrisches Licht im Haus blieb bis zum Ersten Weltkrieg Luxusgut. Obwohl die Elektrifizierung in der Zwischenkriegszeit enorm vorangetrieben wurde, traten die meisten technischen Hilfsmittel ihren Siegeszug erst ab den 1950er Jahren an. Für die Wäschepflege standen den Frauen in manchen Dörfern des Rieses von 1938 bis in die Nachkriegszeit Gemeinschaftswaschanlagen zur Verfügung.
Auch in der Küche versuchten die Energieversorgungsunternehmen, den Strom zu verbreiten und alle Skepsis gegenüber dem „unsichtbaren Feuer“ zu zerstreuen. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg ersetzte die Elektrizität die Kohle. Kühlschrank und Gefriertruhe revolutionierten die gesamte Vorratshaltung und beeinflussten die Ernährung.
Im Laufe des „Wirtschaftswunders“ eroberten elektrische Geräte den gesamten Haushalt. Staubsauger, Rasierer, Fön und warmes Wasser aus dem Boiler prägten von nun an den Alltag. Das Radio galt als „Ohr zur Welt“ und wurde ebenso wie der Kühlschrank zum Statussymbol. Der Fernseher wurde nicht selten praktischen Anschaffungen für den Haushalt vorgezogen, und das Telefon ermöglichte Gespräche über größere Entfernungen.
Das Augenmerk der Ausstellung liegt nicht nur auf den technischen Entwicklungen, sondern ebenso auf den kulturellen Aspekten des Prozesses. In einer Medienstation sind zeitgenössische Lehrfilme und Werbespots abrufbar.
Rieser Bauernmuseum Maihingen, Klosterhof 3 und 8, 86747 Maihingen, Telefon 09087 / 920 717-0
http://www.rieser-bauernmuseum.de
"echt, stark! Naturstein im ländlichen Bayern"
11.11.2008 (seit: 19.07.2008), Ort: Freilichtmuseum Glentleiten
Die Ausstellung "echt, stark! -- Naturstein im ländlichen Bayern" zeigtVielfalt, Abbau und Verarbeitung der unterschiedlichen Gesteinsarten in Bayern. Die Themen reichen vom traditionellen Hausbau auf dem Land bis hin zu alltäglichen Dingen, dieaus Stein gefertigt wurden wie Dachschindeln, Schiefertafeln und Lithographiesteine. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht aber stets der Mensch: als Unternehmer, als Arbeiter und als derjenige, der den bearbeiteten Stein nutzt.
Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband erschienen
Freilichtmuseum Glentleiten, D-82439 Großweil, Tel. +49/8851/185-0, Telefax 49/8851/185-11, stefanie.bade@glentleiten.de
Im Fokus. Die Bildberichterstatterin Erika Groth-Schmachtenberger und ihr Werk
11.11.2008 (seit: 15.06.2008), Ort: Freilichtmuseum Glentleiten
Im Freilichtmuseum Glentleiten startet in Kooperation mit dem Bezirk Unterfranken eine Sonderausstellung zu Leben und Werk der Fotografin Erika Groth-Schmachtenberger (1906-1992). Präsentiert wird ein Ausschnitt ihres umfangreichen Nachlasses an Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die sich durch eine eigene Bildsprache auszeichnen. Thematischer Schwerpunkt sind Fotografien vom ländlichen Alltagsleben aus den 1930er bis 1980er Jahren, welche die Fotografin in Bayern, den benachbarten Alpenländern sowie anderen europäischen Regionen aufgenommen hat.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Begleitband.
Freilichtmuseum Glentleiten, D-82439 Großweil, Tel. +49/8851/185-0, Telefax 49/8851/185-11, stefanie.bade@glentleiten.de
Blut, Schweiß und Tränen - Botschaften des Körpers
26.10.2008 (seit: 18.04.2008), Ort: Volkskundemuseum Graz
Nichts ist uns so nahe wie die Flüssigkeiten, die unseren Körper funktionieren lassen – selbst wenn sie ihn verlassen und sichtbar werden. Sie erhalten unser Leben, sind Bestandteil unserer Identität und geben uns und anderen Auskunft über unser Befinden. Im Prozess der Zivilisation wurden wir von unserer Körperlichkeit entfremdet und der biologische Anteil unserer Existenz in ein Schattendasein zwischen Tabu und Unterdrückung verbannt. Ignorierung und Verdrängung geschehen bei den drei Flüssigkeiten Blut, Schweiß und Tränen allerdings auf völlig verschiedene Weise.
Das liegt an ihrer unterschiedlich gearteten und gewichteten gesellschaftlichen Konnotation. Während das Blut in den monotheistischen Religionen, besonders im Christentum mit seinem Opfer- und Erlösungsgedanken in hohem Maße symbolisch aufgeladen, zur täglichen Mahnung an menschliches Leid und zum allgegenwärtigen Mittel der Thematisierung von Schuld wurde, erfuhr Schweiß – ebenfalls durch einen religiösen Fluch untermauert – eine Wertung als Zeichen körperlicher Arbeit und damit als ein Indiz für Unterprivilegiertheit, das nur dann positiv besetzt wurde, wenn es der Durchsetzung politischer Interessen diente. Weniger gravierend ist die Befrachtung der Tränen mit symbolischer Kraft. Hier ist es vor allem die Instrumentalisierung ihrer Metaphorik, die sie zum ausdrucksstarken Medium von Emotionalität macht.
Blut, Schweiß und Tränen markieren das Eigentliche, um das es hinter tagespolitischen Ereignissen, kulturellen Trends und religiösen Disputen in Wirklichkeit geht. Daher stammt auch ihre Tauglichkeit als Code für das Leben, die Arbeit und das Gefühl. Alle drei Flüssigkeiten werden kontextbedingt positiv oder negativ gedeutet. In der medialen Öffentlichkeit sind sie allgegenwärtig, von der Berichterstattung aus Kriegs- und Katastrophengebieten bis zu allen Sparten des Gefühls- und Actionfilms. Im realen Leben sollen sie jedoch möglichst nicht in Erscheinung treten. Der heile, saubere und schmerzfreie Körper ist das Ideal. Seine Verletzlichkeit und Versehrbarkeit sind Motor für Kunst, Mythologie und Frömmigkeit.
Diesen Diskrepanzen zwischen der Deutung als Mittel funktionaler Körperregungen und ihrer symbolischen Bildverwendung oder ihrer allegorischen Rhetorik will die Ausstellung auf den Grund gehen und ihre Bedeutung für den mitteleuropäischen Raum aufzeigen.
Volkskundemuseum am Landesmuseum Joanneum, Paulustorgasse 11-13a, 8010 Graz, T: +43 (0)316/8017-9899
http://www.volkskundemuseum-graz.at
Eine Donaureise von Bayern nach Ungarn um 1900
19.10.2008 (seit: 04.06.2008), Ort: Gäubodenmuseum, Straubing
Fotografien von Franz Weismann (1856-1938)
Am 25. November 1856 in Linz als Sohn eines Donaulotsen geboren, stieg Franz Xaver Weismann im Dienst der 1. Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft bis zum Leiter der DDSG-Niederlassung in Passau empor, wo er 1926 mit dem Titel Kommerzienrat in den Ruhestand trat. Verheiratet und stolzer Vater von drei Töchtern, galt seine Leidenschaft neben dem Beruf der Fotografie und der Malerei. Während sich die Gemälde heute vornehmlich in Privatbesitz befinden, haben sich in der Familie Weismann mehr als 1000 Glasplattennegative (9 x 12 cm) erhalten, die der Fotografenmeister Michael Geins aus Passau für das dortige Stadtarchiv sichern konnte. Er digitalisierte die großformatigen Negative, um die Fotografien in Form von Digiprints auf Ausstellungen bekannt zu machen und den Fotografen Franz Weismann für die Geschichte der Fotografie zu entdecken, da die Arbeiten von Weismann sich durch hohe bildnerische wie dokumentarische Qualität auszeichnen.
Die Motive der um 1900 entstanden Fotos sind vielfältig. Neben Darstellungen von Gebäuden, Landschaften und Städteansichten gibt es auch viele Familienfotos, insbesondere von den Töchtern und seinen Freunden. Viele Bilder zeigen die Schifffahrt und das Alltagsleben an der Donau. Nachdem in den letzten Jahren Franz Weismann in Passau und seiner Heimatstadt Linz verschiedentlich als Fotograf gewürdigt wurde, präsentiert das Gäubodenmuseum Straubing nunmehr unter dem Titel „Eine Donaureise von Bayern nach Ungarn um 1900. Fotografien von Franz Weismann“ vom 4. Juni bis 19. Oktober 2008 in Zusammenarbeit mit Michael Geins erstmals Arbeiten, die die von Franz Weismann bereiste Donau von ihrem oberen Flusslauf bis nach Budapest in eindrucksvollen Bildern zeigen.
Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Begleitpublikation.
Gäubodenmuseum, Fraunhoferstr. 9, 94315 Straubing, Tel.: 09421 / 9741-10, Fax: 09421 / 9741-29, eMail: gaeubodenmuseum@straubing.de
http://www.gaeubodenmuseum.de
Heimat im Koffer - Flüchtlinge und Vertriebene in der Nachkriegszeit
05.10.2008 (seit: 30.04.2008), Ort: Donauschwäbisches Zentralmuseum, Ulm
Trotz ihrer Vertreibung aus Ungarn vor 61 Jahren sagt die 79-jährige Maria Kling: "Wenn ich nach Ungarn fahre, fahre ich heute noch 'heim'!"
Die Ausstellung erinnert an die Anfänge der rückblickend so erfolgreichen Integration von 12,5 Millionen Ostflüchtlingen im zerstörten Nachkriegsdeutschland. Dass der Beginn für niemanden einfach und der Erfolg keineswegs selbstverständlich war, verdeutlichen die vielen Fallgeschichten, die die Ausstellung erzählt. Am Beispiel von Flüchtlingen aus Ungarn, Jugoslawien und Rumänien lassen sich einzelne Schicksale nachvollziehen. Auffallend ist, dass mit allen ausgestellten, scheinbar alltäglichen Gegenständen individuelle Geschichten verknüpft sind. Immer wieder geht es um die Themen Heimatverlust, Integration und Identitätssuche.
Mit allen Sinnen zu entdecken ist "unsichtbares Gepäck" der Flüchtlinge: Hinter Türchen verbergen sich zum Beispiel der Duft blühender Akazien, das Rascheln des mit Maislaub gefüllten Strohsacks oder das Läuten der heimatlichen Kirchenglocke. Die Besucher können in der Ausstellung auch ausprobieren, wie es ist, in fünf Minuten einen Fluchtkoffer mit nur zehn Gegenständen zu packen. Sie können donauschwäbische Kinderspiele kennenlernen und Kinderspielzeug aus Naturmaterialien anfertigen. In einem stillen Winkel ist schließlich jeder dazu eingeladen, für sich selbst die Frage zu beantworten "Heimat - was ist das?"
Die Ausstellung macht auch dieses deutlich: Die persönlichen Integrationserfahrungen der damals Betroffenen sind nicht nur ein Stück deutscher Geschichte - sie gleichen in vielem dem Eingliederungsprozess heutiger Migranten, von anfänglicher Fremdheit bis hin zur Entstehung einer neuen Identität.
Donauschwäbisches Zentralmuseum, Schillerstr. 1, 89077 Ulm, Tel. 0731-96254-0, Fax: 0731-96254-200, eMail: info@dzm-museum.de http://www.dzm-museum.de
Stillgestanden! Historische Fotos aus Hameln
28.09.2008 (seit: 05.07.2008), Ort: Museum Hameln
Die neue Sonderausstellung des Museums in Hameln zeigt Aufnahmen aus der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Dazu gehören absolute Raritäten, die kein heute Lebender bisher gesehen hat: die Familienaufnahmen der Reeder Meyer-Hermann. Amüsante, skurrile und hochspannende Aufnahmen aus dem Leben einer Hamelner großbürgerlichen Familie, der Weserschiffahrt, der Weserbrücken usw.
Museum Hameln, Osterstraße 8 - 9, 31785 Hameln, Telefon: 05151/202 1215/1216, Fax: 05151/202-1815, www.hameln.de/museum, snell@hameln.de
"Altmann-Kreuze: Bilder und Symbolkreuze" mit Bildern und Schmuck des Stuttgarter Künstlers Karl F. Altmann
14.09.2008 (seit: 08.06.2008), Ort: Alamannenmuseum Ellwangen
Karl F. Altmann ist seit 1965 selbstständiger Künstler und lebt und arbeitet in Stuttgart-Botnang. Von Haus aus Edelmetaller in Gold und Email absolvierte er seine Grundausbildung mit Studium und Abschluss an der Werkkunstschule in Schwäbisch Gmünd. Sein Atelier firmiert unter der Bezeichnung "Symbole in Gold und Email". Werke von Karl F. Altmann wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und errangen Preise und Auszeichnungen im In- und Ausland. Seit einigen Jahren werden Arbeiten von ihm auch im Museumsshop des Alamannenmuseums angeboten.
Alamannenmuseum Ellwangen, Haller Straße 9, 73479 Ellwangen, Tel.: +49 7961/969747, Fax: +49 7961/969749, alamannenmuseum@ellwangen.de
http://www.alamannenmuseum-ellwangen.de/html/sonderneu.html
Die Donau in Grafik und Literatur
14.09.2008 (seit: 04.06.2008), Ort: Gäubodenmuseum, Straubing
Begleitend zur Sonderausstellung „Eine Donaureise von Bayern nach Ungarn um 1900. Fotografien von Franz Weismann (1856-1938)“ zeigt das Gäuboden-museum vom 4. Juni bis 14. September 2008 die Ausstellung „Die Donau in Grafik und Literatur“.
Beschränkt auf Ansichten und Reise-beschreibungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verweist die Ausstellung auf die Bedeutung der Schiffsreise vor dem Bau der Eisenbahn als das Schiff gerade auf den größeren Flüssen noch eines der wichtigsten und wohl auch bequemsten Transportmittel war. Wenn dies die Reise erlaubte, gab gerade seit dem 19. Jahrhundert das romantisch gestimmte Bürgertum dem Schiff auch bei Vergnügungsreisen gerne den Vorzug. Nahe liegend war daher, dass man sich auf seiner Schiffsreise informieren wollte. So entstand eine Vielzahl an Donauliteratur, die in dieser kleinen Studioausstellung aus den Beständen des Gäubodenmuseums sowie zweier lokaler Privatsammlungen zusammen getragen wurde.
Gäubodenmuseum, Fraunhoferstr. 9, 94315 Straubing, Tel.: 09421 / 9741-10, Fax: 09421 / 9741-29, eMail: gaeubodenmuseum@straubing.de
http://www.gaeubodenmuseum.de
Zeit. Raum. Beziehung - Menschen und Dinge im Konzentrationslager Dachau
14.09.2008 (seit: 11.04.2008), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde in Wien
Diese Ausstellung - das Ergebnis einer Projektarbeit von fünfzehn Studierenden am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien. Während drei Semestern entwickelten die Studierenden unterstützt von der Tutorin Ana Ionescu und unter Leitung von Dr. Michaela Haibl, Thema, Fragestellung und das Konzept der Ausstellung sowie deren Umsetzung. Die so entstandene Ausstellung setzt sich auf vielschichtige Weise mit Beziehungssystemen im Konzentrationslager Dachau auseinander. Sie zeigt Spuren von Beziehungen, die über Menschen und Dinge im Konzentrationslager bis in die Gegenwart reichen. Es sind konkrete Themen wie Freundschaft und Widerstand, die Beziehung von Überlebenden zu Gegenständen aus dem Lager oder die Grenze zwischen Leben und Tod, die einen Einblick in die Heterogenität des Lageralltags ermöglichen. Mittels eines gleichsam mikroanalytischen Ansatzes versucht die Ausstellung individuelle Denk- und Erinnerungsräume zu schaffen: Die Zeugnisse und Objekte in der Ausstellung - etwa ein zensierter Brief, die Zeichnung eines Häftlings, eine Zigarettendose, eine Eß-Schüssel oder eine Porzellanfigur - sind Symbole der Vernetzung und verweisen zugleich auf all die Beziehungen, die nicht bezeugt werden können und von denen wir nichts wissen.
Studienprojektgruppe 2006/2007, Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien:
Maria Falkner, Isolde Füsselberger, Peter Egger, Björn Hoffmann, Ana Ionescu (Tutorin), Martin Jonas, Bettina Kletzer, Max Leimstättner, Sabina Muriale, Martina Pröll, Judith Punz, Monika Rabofsky, Daniela Schadauer, Lukas Schretter, Marlene Schütze, Lisa Sinowatz.
Katalog: Der Ausstellungskatalog mit einer Einführung und Essays zu den acht Themenbereichen ist über das Institut für Europaische Ethnologie der Universität beziehbar: Institut für Europäische Ethnologie, Hanuschgasse 3, 1010 Wien, Telefon: +43(0)1- 42 77 44001, Email: volkskunde@univie.ac.at.
Österreichisches Museum für Volkskunde, Gartenpalais Schönborn, Laudongasse 15 -19, 1080 Wien, Telefon
+ 43 (0)1 406 89 05, Fax + 43 (0)1 408 53 42, office@volkskundemuseum.at, www.volkskundemuseum.at
SportGeist. Die Kulturgeschichte von Turnen und Sport in Westfalen
07.09.2008 (seit: 13.04.2008), Ort: Historisches Museum Bielefeld
Die Ausstellung, die im Kern vom Gustav-Lübcke-Museum Hamm erarbeitet wurde, zeigt Entwicklungslinien von Turnen und Sport und bezieht politische, soziale und mentale Hintergründe ein. Dabei werden das unterschiedliche Herkommen und die gegensätzliche Aus-
richtung der deutschen Turnbewegung und des von England geprägten Sports deutlich.
Friedrich Ludwig Jahn knüpfte mit seiner Turnbewegung an philantropische Ideen um
1800 an, die das Turnen in freier Natur propagierten. Seine deutschnationalen Beweggründe, die hinter der körperlichen Ertüchtigung standen, machten die Turner in der politischen Restauration nach 1815 verdächtig. Den ersten Turnplätzen in Westfalen folgten mit der Revolution von 1848 Vereinsgründungen. Die Turnbewegung verlor später ihren politischen Unterton und gehörte zum staatstragenden Unterbau des Kaiserreiches. Die körperlichen Übungen aber wurden im Laufe der Zeit zum festen Bestandteil der schulischen Bildung.
Um Wettkampf und Sieg ging es dagegen bei den englischen „sports“. Pferderennen, Rudern, Tennis und Fahrradfahren stehen beispielhaft für die aus Großbritannien importierten Sportarten. Dabei lässt sich gerade beim Fahrrad der Wandel vom hochschichtlichen Sportgerät zum alltäglichen Verkehrsmittel darstellen, wobei in vielen Sportarten nach dem 2. Weltkrieg eine „Demokratisierung“ stattgefunden hat. Die Breitenwirkung des Sports steht allgemein im Mittelpunkt der Betrachtung.
Weitere Themenfelder der Ausstellung sind die Ausdehnung des Turnens auf Frauen und Mädchen und die weibliche Teilhabe am Sportgeschehen. Der Instrumentali-sierung des Sports im Nationalsozialismus ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Ausstellung, die auch einige Mitmachelemente für Besucherinnen und Besucher enthält, wird in Bielefeld ergänzt um spezifische lokale Schwerpunkte der Sportgeschichte. Zugleich ist sie der Beitrag des Historischen Museums zum Themenjahr „Mobilität“ 2008 der Museumsinitiative OWL.
Historisches Museum Bielefeld, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld, Tel.: 0521 513630 od. 3635,
Fax: 0521 516745
http://www.historisches-museum-bielefeld.de
La Sardegna a Berlino. Sardische Kulturtage im Museum Europäischer Kulturen
31.08.2008 (seit: 01.08.2008), Ort: Museum Europäischer Kulturen Staatliche Museen zu Berlin
Sardinien, die überwiegend ländlich und touristisch geprägte Insel, steht im Mittelpunkt der diesjährigen „Kulturtage“ des Museums Europäischer Kulturen. Das sardische Leben wird mit dem Blick von außen - in Vergangenheit und Gegenwart - beleuchtet. Wichtig ist aber vor allem die Innensicht. Wie sehen die Italiener selbst das Leben auf der Insel? Neben Gegenständen aus der Sammlung des Museums Europäischer Kulturen spielen Fotografien eine große Rolle. Zeitgenössische Fotografen blicken auf die Menschen und deren Umfeld aus ihrer eigenen, künstlerischen Sicht.
Zahlreiche Veranstaltungen vermitteln Aspekte von sardischer Kultur und Lebensweise. Musiktraditionen und Literatur, Handwerk und Folklore werden in Vorträgen, Lesungen und Vorführungen präsentiert. Das Besondere: Musiker, Tänzer, Autoren, Fotografen, Wissenschaftler und Kuratoren kommen direkt aus Sardinien nach Berlin, um ihre Region vorzustellen. Die Kulturtage erfolgen in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut und dem Sardischen Kulturzentrum in Berlin sowie mit der Gemeinde Villanova Monteleone und seinem Museum für Fotografie.
Information: Irene Ziehe/Elisabeth Tietmeyer, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-287, Fax: 0049-(0)30-83901-283, E-Mail: mek@smb.spk-berlin.de, www.smb.museum/mek
Europa entdecken!
31.08.2008 (seit: 18.04.2008), Ort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin
Schattenspielfiguren aus Piräus, ein alter Reiseführer aus Deutschland, Perlgrabschmuck aus der Bretagne, ein Willkomm aus Mecklenburg, eine Brustspange aus Setomaa, ein Kirchenpelz aus Siebenbürgen, ein Halloweenhut aus Berlin usw.
Ausgehend von dreizehn unterschiedlichen Alltagsobjekten und -objektgruppen stellt das Museum Europäischer Kulturen Regionen, Ethnien und Phänomene vor, die Ausschnitte aus der kulturellen Vielfalt Europas zeigen und zugleich auf Gemeinsamkeiten hinweisen.
Dabei umgibt jedes Exponat ein eigener „Kosmos“, bestehend aus verschiedenen Geschichten oder Kontexten, die mit Filmen, Fotografien und weiteren Objekten aus der reich-
haltigen Sammlung des Museums vorgestellt werden. Mit den Objektkosmen präsentiert die Ausstellung zugleich wichtige Arbeitsfelder der Europäischen Ethnologie, wie „Identität“ und „Kulturkontakt“, „Erinnerungskultur“ und „Reisen“, „Handwerk“, „Religion“ und „Bauch“. Alle reden über Europa. Es gibt noch viel zu entdecken über diesen Kontinent.
Information: Irene Ziehe/Elisabeth Tietmeyer, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-287, Fax: 0049-(0)30-83901-283, E-Mail: mek@smb.spk-berlin.de, www.smb.museum/mek
KinderMobil
31.08.2008 (seit: 01.04.2007), Ort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin
„KinderMobil“ ist eine Ausstellung über das Fortkommen mit kleinen Kindern. Eine Schau über den Ideenreichtum technischer Lösungen für ihren Transport und die in den vergangenen 100 Jahren und in der Gegenwart. Kinderwagen, Tragetuch, Kindersitz und Gängelband stehen dabei für unterschiedliche Kulturtechniken und Diskurse.
Die kulturgeschichtliche Ausstellung beschäftigt sich mit drei Themen: Zuerst mit verschiedenen Techniken, das Kind am Körper zu tragen. Dann im zweiten, umfangreichsten Teil präsentieren wir Kinderwagen aus über einem Jahrhundert. Sie stehen für die Zunahme der Bewegungsmöglichkeiten von Eltern mit kleinen Kindern.
Die Kinderwagen erzählen Technikgeschichte und Designgeschichte zugleich – eine Geschichte, die durch die Motorisierung des privaten Kindertransports wesentlich inspiriert und geprägt wurde. Sie revolutionierte die Mobilität mit Kindern. Sie steigerte zugleich das Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Der Preis ist die wachsende körperliche Immobilität der Kinder. Darum thematisieren wir im dritten Teil der Ausstellung „KinderMobil“ die Sicherheit und die Immobilität anhand wichtiger „Transporthelfer“ für das Auto, das Fahrrad und das Motorrad.
Kindertransportmittel sind wichtig. Sie sind aus der Welt der Erwachsenen und aus der Spielwelt der Kinder nicht mehr wegzudenken. Beiden Welten können Sie in unserer Ausstellung begegnen. Kinder und Erwachsene können hier probieren und spielen. Sie können vieles entdecken und sich inspirieren lassen zu einem Thema, das jeden von uns auf seine Weise berührt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Sonderführungen können über die Besucher-Dienste der Staatlichen Museen zu Berlin bestellt werden (Tel. 030/266 36 66).
Information: Jane Redlin, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-270/287, Fax: 0049-(0)30-83901-283, E-Mail: j.redlin@smb.spk-berlin.de, www.smb.museum/mek
Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin
Arnimallee 25, 14195 Berlin (Dahlem)
„Josef, Bepperl, Sepp“ Geschichten um einen Namen
06.07.2008 (seit: 19.03.2008), Ort: Freilichtmuseum Glentleiten
Die Namen Josef bzw. Josefa oder Josefine sind in den ländlichen Regionen Bayerns immer noch sehr populär. Der ursprünglich religiöse Kontext wurde jedoch zunehmend profanisiert. Die Ausstellung zeigt, welche Spuren der Name in unserem Alltag hinterlassen hat. Wo liegen seine Wurzeln und wo begegnet er uns heute? Dabei richten wir den Blick auf zeitgenössische Namensträger, biblische Personen, Bräuche und bekannte Redensarten.
Zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Begleitheft erschienen (ISBN 3-924842-32-9).
Freilichtmuseum Glentleiten, D-82439 Großweil, Tel. +49/8851/185-0, Telefax 49/8851/185-11, stefanie.bade@glentleiten.de
„Veronika, der Lenz ist da“ Frühlingserinnerungen im Museum Malerwinkelhaus Marktbreit
22.06.2008 (seit: 08.03.2008), Ort: Museum Malerwinkelhaus Marktbreit
Der Frühling ist eine besondere Jahreszeit. Mit ihm sind viele Erinnerungen und Emotionen verbunden. Während die einen „Frühlingsgefühle“ verspüren, klagen andere über „Frühjahrsmüdigkeit“. Viele freuen sich auf die ersten Ausflüge in die blühende Natur und genießen die länger werdenden Tage.
Früher war der „Lenz“, die „Zeit der länger werdenden Tage“ (althochdt. „lenzin“), das von den Menschen lange erwartete Ende von Kälte, Dunkelheit und knappen Vorräten. Das Ende des Winters und das Erwachen der Natur sind so prägende Erscheinungen, dass die Menschen fast überall auf der Welt Frühjahrsfeste und -bräuche gestaltet haben. In Mitteleuropa sind verschiedene Formen des Winteraustreibens, darunter auch Elemente der Fastnacht, bekannt. Vor allem mit dem Osterfest sind viele Bräuche verbunden. Aber auch der „Wonnemonat“ Mai ist reich an Festen und Brauchanlässen, wie „Tanz in den Mai“, Ausflüge und Veranstaltungen zum 1. Mai oder die Maiandachten der katholischen Kirche.
Das Museum Malerwinkelhaus Marktbreit zeigt eine vielseitige Ausstellung mit Unterhaltsamem und Wissenswertem rund um diese besondere Jahreszeit. Sie informiert über das Phänomen „Frühling“ und seine Auswirkungen auf Natur, Mensch und Kultur. Sie zeigt die bunte Bilderwelt der Frühlingsmotive auf Porzellan, Postkarten, Oblaten und in Schul- und Kinderbüchern. Exponate aus der umfangreichen Textilsammlung des Museums stellen Frühjahrsmode von den 1920er Jahren bis zu den 1960er Jahren vor.
Farbiges Begleitheft mit allen Ausstellungstexten ( 3 EUR) im Museum erhältlich oder über info@kulturplan.com
Museum Malerwinkelhaus Marktbreit, Bachgasse 2, 97340 Marktbreit, Tel.: 0 93 32/4 05 46, Fax: 0 93 32/59 15 97 (Touristinfo), museum@marktbreit.de
http://www.marktbreit.de
Die Entdeckung der Beweglichkeit. Alter, Krankheit und Behinderung in der Geschichte
04.05.2008 (seit: 02.03.2008), Ort: Stadtmuseum Gütersloh
Körperliche Fitness ist für die Menschen der nachindustriellen Gesellschaft das Mass aller Dinge. Wie aber sollen alte, kranke und behinderte Menschen diesen Standards begegnen?
Was es heisst, eingeschränkt mobil zu sein, hat sich im Verlauf des letzten Jahrhunderts erheblich gewandelt. Lange Zeit war Mobilität allein durch den Arbeitsprozess vorgegeben. Selbst wer nur wenig beweglich war, führte Tätigkeiten in Haus- und Landwirtschaft aus, die seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprachen. Therapeutische und pädagogische Konzepte, die gezielt auf die Förderung der Motorik ausgerichtet waren, gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Einfache und improvisierte Bewegungshilfen und Rollstühle wurden technisch weiterentwickelt – bis hin zum hoch spezialisierten Hightech-Rollstuhl. Mobilität als Voraussetzung für Lebensqualität, soziale Teilhabe und Selbstbestimmung wurden immer wichtiger.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Rolle der Beweglichkeit bei alten Menschen sowie Erwachsenen und Kindern mit geistigen Behinderungen. Der Bereich Alter wird dargestellt am Beispiel des Ev. Johanneswerks e.V. und der Bereich Behinderung am Beispiel der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Zudem geht es um die Entwicklung von Bewegungshilfen, vor allem um die weitgehend unerforschte Vorgeschichte des modernen Rollstuhls. Mit dem historischen Rückblick begeben sich die Ausstellungspartner auf historisches Neuland. Lediglich in den USA hat man sich mit der »Disability History« diesem Bereich der modernen Sozialgeschichte zugewandt.
Die Ausstellung findet im Rahmen des Themenjahres »Mobilität« der Museumsinitiative in Ostwestfalen-Lippe statt. Weitere Infos unter www.mobilitaet-owl.de.
Stadtmuseum Gütersloh, Kökerstrasse 7-11a, 33378 Gütersloh, Tel.: 05241/26685, Fax: 05241/29072, eMail: info@stadtmuseum-guetersloh.de
http://www.die-entdeckung-der-beweglichkeit.de
SPACE INVASION. Drei Ausstellungen junger Kunst in der ehemaligen Portierwohnung des Volkskundemuseums
27.04.2008 (seit: 23.01.2008), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde in Wien
Außerhalb des etablierten Kunstbetriebes finden seit zwei Jahren in unterschiedlichen Stadtvierteln Wiens temporäre "Invasionen" zeitgenössischer junger Kunst an Orten statt, die man sonst nicht unbedingt mit Kunst assoziiert. Die derzeit nicht genutzten Räumlichkeiten der ehemaligen Portierwohnung im Gartenpalais Schönborn sind von Mitte Jänner bis Mitte April Schauplatz für drei Einzelausstellungen im Rahmen dieses Projekts. Die Räume lassen noch klar erkennen, dass sie bis vor kurzem als Wohnraum gedient haben und stellen damit alles andere als einen "White Cube" dar. Während der sog. "White Cube" ein ästhetisch vordefinierter Raum ist, hat man es hier mit Zeichen lebensweltlicher Nutzung zu tun. Diese steht in einem konkreten funktionalen Bezug zum Museum: Privater Raum in einem öffentlichen Gebäude. Dieser Umstand birgt die Herausforderungen für die Künstler, sich mit den Gegebenheiten vor Ort auseinander zu setzen und den Raum mit jeder der aufeinanderfolgenden Ausstellungen weiter zu verändern.
Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, Di-So 10-17 Uhr, +43 1 4068905, http://www.volkskundemuseum.at, office[at]volkskundemuseum.at
Gegenwart und Zukunft der Kommunikation
24.03.2008 (seit: 24.01.2008), Ort: Museum für Kommunikation in Hamburg
Die Ausstellung entstand als Kooperationsprojekt mit dem Institut für Volkskunde der Universität Hamburg: In einem Projektseminar entwickelten Studierende Ideen, wie das komplexe Verhältnis von Mensch und Maschine kreativ vermittelt werden kann. Die Ausstellung stellt den Menschen und seine alltäglichen Erfahrungen in den Mittelpunkt. Sie verzichtet weitestgehend auf erklärende Texte und richtet den Blick auf das, woran wir uns gerade gewöhnen und gewöhnt haben – auf den Umgang mit Handy und Co.
Elf Module laden zum Nachdenken und zum Dialog ein: Schicken Sie in der Visionsbox eine E-Mail in die Zukunft. Erleben Sie eine Telefonzelle als Opferbox. Notieren Sie in der Bedeutungs-werkstatt eigene Erfahrungen. Setzen Sie „gefühlte Entfernungen“ ins Bild. Beobachten Sie den „homobil“. Lassen Sie sich von der Assoziationstapete zum Nachdenken über Design anregen. Sprechen Sie mit einem nicht-menschlichen Wesen. Und: Entsorgen Sie Ihr altes Mobiltelefon in den „Mülleimer des Fortschritts“ - die Alt-Handys kommen der Hamburger Tafel e.V. zugute. Die Ausstellung würde gefördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI.
Museum für Kommunikation Hamburg, Gorch-Fock-Wall 1, 20354 Hamburg,Tel.: +49 (0)40 357 636 0,
Fax: +49 (0)40 357 636 20, E-Mail: mk.hamburg@mspt.de
Ansprechpartnerin: Katrin Petersen, Universität Hamburg, Fakultät für Geisteswissenschaften, Dept. Kulturgeschichte und Kulturkunde - Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie -, Edmund-Siemers-Allee 1 (West), D-20146 Hamburg, Tel.: 42838-7248, eMail: katrin.petersen@uni-hamburg.de
http://www.museumsstiftung.de/hamburg
Rumänien – Blickwechsel
16.03.2008 (seit: 03.11.2007), Ort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin (Arnimallee 25, 14195 Berlin Dahlem)
Klöster, Kirchenburgen und Karpaten, das verbindet man seit langem mit Rumänien. Hinzu gesellten sich nach 1989 Waisenhäuser, Straßenkinder und umherstreunende Hunde. Bilder, die sich auch heute noch hartnäckig in den westlichen Medien halten, heute oft im Kontrast mit Hochglanzansichten von renovierten Altstadtfassaden und idyllischen Landschaften.
Die Ausstellung entrollt mit Arbeiten deutscher wie rumänischer Fotografen die vielen verschiedenen Wirklichkeiten Rumäniens, deutlich jenseits der in der öffentlichen Wahrnehmung gepflegten Klischees. Sie bietet Einblick in Zwischenräume und Übergänge, sie spiegelt ungebremsten Fortschrittswillen ebenso wie den ungebrochenen Hang zu Traditionen. Dabei zeigt sie vielfältige Arten kreativer Alltagsbewältigung einer Gesellschaft im Umbruch.
Die verschiedenen Präsentationsformen der Bilder zwingen den Besucher immer wieder zum Wechsel seines Blicks, unerwartete Perspektiven tun sich auf, die Facetten fügen sich anders als gewohnt zusammen.
Die Rumänischen Kulturtage (1.11.- 5.12.) und das Ethnofilmfest (8.11.-11.11.) ergänzen die Ausstellung mit einem vielseitigen Rahmenprogramm.
Information: Dr. Beate Wild, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin,
Koordinierung Ostmittel- und Südosteuropa, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-268, Fax: 0049-(0)30-83901-283, Mail: b.wild@smb.spk-berlin.de
Flucht in die Zukunft. Science Fiction zwischen Sputnik und Fantasy
24.02.2008 (seit: 02.12.2007), Ort: Stadtmuseum Gütersloh
Andere Welten im Stadtmuseum Gütersloh
"Der Weltraum. Unendliche Weiten...". - Nicht nur die Besatzung des Raumschiffs "Enterprise" dringt in Galaxien vor, "die noch nie ein Mensch gesehen hat". Mit Hilfe der Fantasie erreichen Menschen seit Jahrtausenden utopische Welten. Denn Science Fiction ist kein neues Phänomen. Die Zukunft beschäftigte die Menschen schon immer, an sie gerichtete Erwartungen schwanken zwischen Angst und Hoffnung, die in Büchern, Hörspielen und Filmen formuliert worden sind. Doch was genau ist Science Fiction? Wie wird sie definiert? Ob "Pulp Fiction"-Stories der Nachkriegszeit, Comics oder düstere, wissenschaftlich fundierte Zukunftsvisionen von heute - die SF hat viele Gesichter.
"Flucht in die Zukunft. Science Fiction zwischen Sputnik und Fantasy" behandelt die Geschichte der utopischen Literatur im Spiegel des heute Möglichen. Wie viel von dem Erfundenen ist inzwischen Wirklichkeit geworden? Die Ausstellung des Stadtmuseums Gütersloh entstand aus Anlass der 50jährigen Weltraumfahrtgeschichte in Zusammenarbeit mit Karin Schrey (Kuratorin) und Bettina Dorfmann. Darüber hinaus haben weitere Leihgeber, darunter das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln, die Ausstellung mit Exponaten unterstützt.
Vom bunten Heftroman der Nachkriegszeit über Figuren, Gemälde, Kostüme bis zum Mobiltelefon und neuesten Instrumenten der Weltraumtechnik reicht die Bandbreite der Ausstellung, die vom 2. Dezember 2007 bis zum 24. Februar 2008 im Stadtmuseum Gütersloh gezeigt wird.
Stadtmuseum Gütersloh (Träger: Heimatverein Gütersloh e.V.), Kökerstraße 7-11a, 33330 Gütersloh, Tel. 05241/26685, Fax 05242/29072, Email: info@stadtmuseum-guetersloh.de
http://www.stadtmuseum-guetersloh.de
Genremaler im Trachtendorf Betzingen
24.02.2008 (seit: 24.11.2007), Ort: Württembergs Künstlerkolonie
Im 19. Jahrhundert war das bei Reutlingen gelegene Dorf Betzingen eine Künstlerkolonie, die Künstler aus ganz Deutschland nach Württemberg lockte. Anziehungspunkt war die variantenreiche und farbenfrohe Betzinger Tracht, die als heimliche württembergische "Nationaltracht" galt. Bei ihren Studienaufenthalten skizzierten bekannte Maler wie Robert Wilhelm Heck aus Stuttgart, Benjamin Vautier und Theodor Schüz aus Düsseldorf, Kaspar Kaltenmoser und Jakob Grünenwald aus München Motive für ihre ländlichen Genrebilder. In der Ausstellung wird zum ersten Mal die Geschichte des Künstlerortes Betzingen umfassend präsentiert. Neben Gemälden und Grafiken aus der Sammlung des Heimatmuseums Reutlingen werden wichtige Leihgaben aus Museen und Privatbesitz gezeigt.
Heimatmuseum Reutlingen, Oberamteistraße 22, 72764 Reutlingen, Telefon 07121/3032050, Fax 07121/3032768, heimatmuseum@reutlingen.de, www.reutlingen.de
Für Groß und Klein - Küchenhelfer aus Emaille
17.02.2008 (seit: 01.12.2007), Ort: Städtisches Museum Zirndorf
Töpfe, Kannen, Löffel, Siebe... farbig emailliert, waren einst in jeder Küche zu finden. Doch kaum jemand weiß genau, was Emaille eigentlich ist.
Bestanden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Küchengeräte und Kochgeschirr vorwiegend aus Kupfer, Zinn und Gusseisen, wurden sie nun durch emaillierte Waren ersetzt.Aufgrund eines neuen technischen Verfahrens konnten Glasschichten in verschiedenen Farben auf Stahl- und Eisengussgefäße aufgebracht werden. Dadurch erhielten sie zum einen eine höhere Kratz- und Hitzebeständigkeit und waren zum anderen geschmacksneutral. Mit den vielfältigen Dekors und Farbvariationen bekamen die Küchenhelfer ein porzellanähnliches Aussehen.
Da Spielzeug immer ein Spiegelbild seiner Zeit war, wurde bald auch emailliertes Puppengeschirr und Spielzeugherde in den Katalogen angeboten.
Die Ausstellung zeigt Küchenutensilien in groß und klein wie sie über Jahrzehnte in jeder (Kinder-) Küche vorhanden waren und zum Teil völlig in Vergessenheit geraten sind. Heute kommen sie als begehrte Sammlerobjekte wieder zu Ehren und erzählen vom Küchenalltag vergangener Zeiten.
Städtisches Museum zirndorf, Spitalstraße 2, 90513 Zirndorf, Tel: 0911 / 96060590, Fax: 9606059020, E-Mail: museum[at]zirndorf.de
http://www.zirndof.de/museum
Kinderstühle – zur Geschichte der Kindheit im Sitzen
10.02.2008 (seit: 02.12.2007), Ort: Stadtmuseum im Spital Crailsheim
Im 18. Jahrhundert rückte Kindheit als eigenständige Lebensphase ins Blickfeld. Kinder wurden nun als Wesen mit eigenen Bedürfnissen gesehen und zum Objekt pädagogischer Überlegungen. Eigens für Kinder angefertigte Möbelbesaßen, abgesehen von Wiege, Leibstühlchen oder Gehschule, zunächst nur Adel und Großbürgertum. Kindermöbel waren individuelle Schreinerarbeiten. Im Zuge der industriellen Möbelproduktion wurden gegen Ende des 19.Jahrhunderts Kinderstühle auch für breitere Bevölkerungsschichtenerschwinglich. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war ein Kinderzimmer weiterhin ein Luxus, den sich nur wenige leisten konnten. Ein eigener kleiner Bereich für Kinder mit kleinen Stühlen und Tisch wurde aber zunehmend als Standard empfunden.
Meist waren Kinderstühle verkleinerte Ausgaben der für Erwachsene entworfenen Stühle. Daneben wurden aber auch solche entwickelt, die sich an den speziellen Erfordernissen von Kindern orientierten und eigenen Spielwert besaßen. Beispiele aus den 1970er Jahren sind das Sitzobjekt „Zocker“ von Luigi Colani oder Stühle, die auch als Tisch verwendet werden konnten. Die rund 100 im Stadtmuseum im Spital ausgestellten Kinderstühle, vorwiegend aus dem letzten Jahrhundert, zeigen Alltagsdesign im Kleinformat. Mit ihren Gebrauchsspuren vermitteln sie nicht nur wie man als Kind saß, sondern entwickeln einen ganz eigenen ästhetischen Reiz. Die Kinderstühle stammen aus einer Privatsammlung und zeigen den jeweiligen Zeitgeist und Lebensstil. Sie spiegeln aber auch den am minimalistischen Design orientierten, individuellen Geschmack des Sammlers.
Stadtmuseum im Spital, Spitalstr. 2, 74564Crailsheim, Tel. 07951/94640, www.crailsheim.de
Kleine Welten - Zwischen Märchen und Milieu
10.02.2008 (seit: 29.11.2007), Ort: Volkskundemuseum Graz
Dem Blick von Stefanie Erjautz entgeht kein Detail. Haarscharf erfasst sie Leichtsinn und Schwermut der Menschen, entlarvt aber auch deren geheime Sehnsüchte und tief sitzende Schwächen. Ihre Sicht auf die Welt hat sie in figuralen Szenerien und textilen Skulpturen gebannt – die weit über das hinausgehen, was man gemeinhin unter Puppen versteht.
Die Kleinen Welten der Stefanie Erjautz bannen Lebensgeschichten im Augenblick, entdecken das Individuelle in stereotypen Situationen und schildern menschliche Schicksale im Abseits des Erfolgs. Ihre Arbeiten klagen nicht an, sondern erzählen mit tiefem Verständnis und hintergründigem Witz vom Leben, wie es ist.
280 ihrer Werke vereint das Volkskundemuseum zu einer Ausstellung anlässlich des 75. Geburtstags der Künstlerin. Die Porträts, Milieustudien und Interpretationen populärer Erzählstoffe geben einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche und die Rituale des Alltags. Auf den ersten Blick mögen sie wie Illustrationen einer heilen Welt wirken. Doch die Welt ist nicht heil – schon gar nicht bei Stefanie Erjautz.
Vielleicht liegt es an ihrer zarten Statur, dass sich ihr Blick wie der eines Kindes von unten auf die Welt richtet. Dorthin reichen die Requisiten des sozialen Versteckspiels nicht, um das Wahrhafte zu kaschieren. Mit liebevollem Spott und ergötzlichem Reichtum an Details schildert sie, wie es zugeht in der Welt. So sind es auch gerade die Kinder, die ihre Puppen lieben, sie verstehen und Stefanie Erjautz in ihre Kleinen Welten folgen.
Volkskundemuseum am Landesmuseum Joanneum, Paulustorgasse 11-13a, 8010 Graz, T: +43 (0)316/8017-9899
http://www.volkskundemuseum-graz.at
Werkkunst. Kunst und Gestaltung in Bielefeld 1907-2007
10.02.2008 (seit: 14.10.2007), Ort: Historisches Museum Bielefeld
Sonderausstellung Historisches Museum Bielefeld
Das Historische Museum hat in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld zum ersten Mal Geschichte und Leistung dieser Gestalterschule dargestellt. Die preußischen Handwerker- und Kunstgewerbeschulen hatten die Aufgabe, in gewerbereichen Städten durch ästhetische Erziehung des Handwerkernachwuchses die Produkte, nicht zuletzt für den Export, zu veredeln. In Bielefeld, der traditionsreichen Leinenstadt, stand zunächst die Textilindustrie im Mittelpunkt des Interesses. Daneben bot die Schule Abteilungen für angewandte Malerei, Grafik, Bildhauerei und Innenarchitektur an. Wilhelm Thiele, der erste Direktor, kam aus Dresden und zog aus der sächsischen Metropole weitere Künstler als Lehrkräfte nach: die äußerst vielseitige Entwerferin Gertrud Kleinhempel und den Glasmaler und Grafiker Karl Muggly. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Auf der Weltausstellung 1910 in Brüssel errang das von Thiele entworfene Direktorenzimmer der Schule eine Goldmedaille. An der Werkbund-Ausstellung in Köln 1914 beteiligte sich Bielefeld mit einem eigenen Raum, dessen originelle Gestaltung großen Anklang fand.
Historisches Museum Bielefeld, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld, Tel. +49 (0)521/51-3630 o. –3635, info@historisches-museum-bielefeld.de, http://www.historisches-museum-bielefeld.de
http://www.fh-bielefeld.de/article/fh/6040/1/505?NavCatID=162
Krippenskulpturen von Meinrad Mayrhofer
03.02.2008 (seit: 30.11.2007), Ort: Österreichisches Museum für Volkskunde, Gartenpalais Schönborn
Meinrad Mayrhofer, Bildhauer und Maler aus Pram in Oberösterreich, wirkt seit 1979 freischaffend. Er ist Vorsitzender der Innviertler Künstlergilde.
Die Krippenskulpturen der heurigen Weihnachtsausstellung wurden von Meinrad Mayrhofer eigens für die Präsentation im Garten des Palais Schönborn geschaffen. Krippenfiguren von solcher Dimension sind erstmalig in Wien zu sehen. Sie erreichen eine Höhe von mehr als 2,5m und wiegen etwa 700kg. Die Kerngruppe der Großkrippe, Maria, Josef und das Jesuskind, wird von einem Hirten mit drei Schafen sowie dem aus den Salzkammergutkrippen bekannten Figurentypus "Muada laß mi a mitgehen" (eine Mutter mit Kind) ergänzt. Kraftvoll und kantig bei schlanker Gestalt, modern und ausdrucksstark präsentieren sich die Skulpturen.
Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass die BesucherInnen die Figuren nicht nur betrachten dürfen, sondern vor allem mit den Händen begreifen sollen.
Österreichisches Museum für Volkskunde, Gartenpalais Schönborn, Laudongasse 15-19, 1080 Wien, ph: +43 1 4068905.0, http://www.volkskundemuseum.at
http://www.volkskundemuseum.at/ausstellung/frame_voran.htm
Juden in Deutschland heute. Photographien von Edward Serotta
03.02.2008 (seit: 08.11.2007), Ort: Gäubodenmuseum Straubing
“Juden in Deutschland heute.
Photographien von Edward Serotta.”
Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn in Zusammenarbeit mit dem Gäubodenmuseum Straubing.
Mehrere Jahre reiste der amerikanische Fotograf und Autor Edward Serotta durch das vereinigte Deutschland. Seine Fotos zeigen eindrucksvolle Bilder der Vielfalt jüdischen Lebens im Deutschland der 1990er Jahre.
In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und Edward Serotta entstanden und im Haus der Geschichte erstmalig 1997 präsentiert, war die Ausstellung seit 1998 bereits an verschiedenen Stationen in Deutschland und in den USA zu sehen.
Serottas Bilder dokumentieren den Verlust von Kindheit und Heimat derer, die Verfolgung und Vernichtung überlebten. Einige von ihnen sind dennoch in Deutschland geblieben andere sind emigriert und kehren heute als Besucher zurück.
Seit 1945 bildeten sich neue jüdische Gemeinden. Aus Osteuropa emigrierten Juden nach Deutschland, in den neunziger Jahren kamen viele aus der ehemaligen Sowjetunion hinzu.
Edward Serotta ist diesem spannungsvollen Thema als Fotograf und Journalist nachgegangen. Mit seinen Fotografien gelingt es ihm, in der scheinbaren Normalität des Alltags das Außergewöhnliche festzuhalten, den objektiven Befund mit dem subjektiven Empfinden des Einzelnen zu verbinden. Darüber hinaus erinnern die Bilder an das Verlorene und die Suche nach der eigenen Geschichte. Serottas Fotos sind ein Kaleidoskop deutsch-jüdischer Wirklichkeiten, in dem Schmerz über die Vergangenheit neben Hoffnung auf Zukunft steht.
Begleitpublikation zur Ausstellung: „Edward Serotta: Juden in Deutschland heute. Eine Photographische Reise“, hrsg. v. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Berlin, 34,80 EUR.
Gäubodenmuseum, Fraunhoferstr. 9, 94315 Straubing, Tel.: 09421/9741-10, Fax: 09421/9741-29, gaeubodenmuseum@straubing.de
Haus des Gebets. 1997-2007 Synagoge in Straubing
03.02.2008 (seit: 08.11.2007), Ort: Gäubodenmuseum Straubing
Eine Ausstellung des Gäubodenmuseums Straubing anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Straubinger Synagoge mit Unterstützung von Bet Tfila-Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der TU Braunschweig.
Schon bald nach der Stadtgründung 1218 dürften sich, wohl vor allem im Geldgeschäft tätig, in der heutigen Rosengasse einige Juden niedergelassen haben. 1338 wurde die Judengasse angezündet und ihre Bewohner vertrieben oder ermordet. Schließlich verbannte Herzog Albrecht III. 1442 alle Juden aus Straubing.
Erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen neuerlich Juden nach Straubing und begründeten hier 1897 eine Gemeinde, die am 4. September 1907 ihre Synagoge einweihte. Nach Plänen des Straubinger Baufirma Dendl errichtet, zählt die Synagoge zu den repräsentativ jüdischen Kultbauten, die um 1900 in Bayern entstanden und das jüdische Selbstbewusstsein widerspiegeln. Der eindrucksvolle Bau in neuromanischen Formen hat, obgleich während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geplündert und verwüstet, als einer der wenigen jüdischen Kultbauten in Bayern das Dritte Reich überstanden und dient gegenwärtig als einzige Synagoge Niederbayerns der zweit größten Israelitischen Kultusgemeinde Bayerns als Haus des Gebets und der Versammlung.
Das 100-jährige Bestehen nimmt das Gäubodenmuseum, unterstützt durch BET TFILA Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa (TU Braunschweig), zum Anlass den Bau der Straubinger Synagoge anhand von Plänen zu dokumentieren sowie mit Modellen und Bild-Text-Montagen die Bauaufgabe Synagoge vorzustellen.
Parallel zeigt das Gäubodenmuseum in Zusammenarbeit mit Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) die Ausstellung „Juden in Deutschland heute. Photographien von Edward Serotta“.
Gäubodenmuseum, Fraunhoferstr. 9, 94315 Straubing, Tel.: 09421/9741-10, Fax: 09421/9741-29, gaeubodenmuseum@straubing.de
Zeit.Raum.Beziehung - Menschen und Dinge im Konzentrationslager Dachau
27.01.2008 (seit: 06.11.2007), Ort: KZ-Gedenkstätte Dachau
Diese Ausstellung - das Ergebnis einer Projektarbeit von fünfzehn Studierenden am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien. Während drei Semestern entwickelten die Studierenden unterstützt von der Tutorin Ana Ionescu und unter Leitung von Dr. Michaela Haibl, Thema, Fragestellung und das Konzept der Ausstellung sowie deren Umsetzung. Die so entstandene Ausstellung setzt sich auf vielschichtige Weise mit Beziehungssystemen im Konzentrationslager Dachau auseinander. Sie zeigt Spuren von Beziehungen, die über Menschen und Dinge im Konzentrationslager bis in die Gegenwart reichen. Es sind konkrete Themen wie Freundschaft und Widerstand, die Beziehung von Überlebenden zu Gegenständen aus dem Lager oder die Grenze zwischen Leben und Tod, die einen Einblick in die Heterogenität des Lageralltags ermöglichen. Mittels eines gleichsam mikroanalytischen Ansatzes versucht die Ausstellung individuelle Denk- und Erinnerungsräume zu schaffen: Die Zeugnisse und Objekte in der Ausstellung - etwa ein zensierter Brief, die Zeichnung eines Häftlings, eine Zigarettendose, eine Eß-Schüssel oder eine Porzellanfigur - sind Symbole der Vernetzung und verweisen zugleich auf all die Beziehungen, die nicht bezeugt werden können und von denen wir nichts wissen.
Ausstellungsraum der KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstrasse 75, 85221 Dachau, Telefon: 0049 – (0)8131669970, E-Mail: info@kz-gedenkstaette-dachau.de
Kinderträume zur Weihnachtszeit
06.01.2008 (seit: 22.11.2007), Ort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin (Arnimallee 25, 14195 Berlin Dahlem)
Geschenke sind für Kinder zu Weihnachten das Wichtigste. Vor allem das Spielzeug bewegt schon lange vor dem Fest ihre Wünsche und Phantasien. Wovon träumen die Kinder und was wird ihnen unter den Weihnachtsbaum gelegt? Eine kleine Reise durch 100 Jahre Kinderträume zur Weihnachtszeit mit schönem Spielzeug zum Schauen, Spielen und kreativen Probieren.
Information: Jane Redlin, Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Im Winkel 6/8, D-14195 Berlin. Tel.: 0049-(0)30-83901-270/287, Fax: 0049-(0)30-83901-283, E-Mail: j.redlin@smb.spk-berlin.de, www.smb.museum/mek
Einladung zum Schützenfest. Geselligkeit und Geschichte rund um die Schützengesellschaften
06.01.2008 (seit: 15.07.2007), Ort: Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren
Schon im späten Mittelalter feierten die Schützen ihre Feste als "internationale Begegnungen". Die Reichsstädte und Residenzen überboten sich damals in der Ausrichtung solch eines gesellschaftlichen Höhepunkts. Prachtvolle Handschriften - "Lobsprüche" - berichten uns von ihrem Verlauf, den Teilnehmern und den wertvollen Preisen.
Ausgehend vom historischen Schützenfest sind in der Ausstellung eine Fülle von Teilaspekten zu sehen. Einzelne Kabinette gewähren Einblick auf die Schießbahn, zeigen kostbare und kuriose Preise sowie historische Waffengattungen. Geschichten erzählen vom Heiligen Sebastian, dem Patron der Schützen, und von der weithin bekannten Schützenliesl, ihrer weltlichen Schutzherrin.
Das Schützenwesen stellt sich bei näherer Betrachtung als Abbild gesellschaftlicher Strömungen dar, wie sich an den - teilweise künstlerisch sehr hochwertigen - Darstellungen auf den Schützenscheiben ablesen lässt. Die Ausstellung lenkt den Blick auf die Zeiten patriotischer Begeisterung des 19. Jahrhunderts. Damals ließ eine Welle von Neugründungen zahllose Vereine entstehen. Sie atmeten den Geist vermeintlich goldener Zeiten vergangener Schützenherrlichkeit, demokratisierten aber auch die Teilhabe am geselligen Waffenhandwerk.
Die Ausstellung spannt den Bogen vom gern gepflegten geselligen Vergnügen zum ernsthaften und verantwortungsvollen Selbstverständnis der Schützenvereine und -gesellschaften, das bis heute bewahrt wird.
Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren - Schützenmuseum -, Michaela Eigmüller, Museumstrasse 8, 87758 Kronburg, Illerbeuren, Tel.: 08394/92601-15, Fax: 08394/1454, eMail: schuetzenmuseum@bauernhofmuseum.de
http://www.bauernhofmuseum.de